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geankert werden muss, doch ist es für ein kleineres Dampffahrzeug der einzige
Weg, um während des jetzt wehenden Monsuns nach Norden zu gelangen. Es
wurde während einer Nacht, als es nicht gelungen war, vor Einbruch derselben
einen Ankerplatz zu erreichen und gerade an der Stelle die Küste unsicher
war, um bei der herrschenden Dunkelheit sich ihr nähern zu können, der Ver-
such gemacht, unter Dampf und Schratsegel weiter draussen in See aufzu-
kreuzen; jedoch wurde bei dem starken Seegang nichts dadurch gewonnen, so
dass am nächsten Morgen wieder dicht unter die Küste gegangen wurde. Auch
bei ganz mondscheinhellen Nächten würde es sich nicht empfehlen, die Reise
fortzusetzen, da so zuverlässig auch die von der hiesigen Küste existirenden
englischen Karten sind, doch hier und da kleine Abweichungen vorkommen,
welche Zweifel hervorrufen können, dann aber auch die ganze Küste, manchmal
5 bis 10 Seem. vom Lande entfernt mit Fischernetzen besetzt ist. Es sind dies
Grundnetze, welche 3.5 bis 5.5 Met. unter der Oberfläche, durch Bojen getragen,
senkrecht. auf dem Boden stehen. Diese Bojen bestehen entweder aus drei
starken ungefähr 3 bis 4 Met. langen Bambusstämmen, welche als gleichseitiges
Dreieck zusammengebunden, flach auf dem Wasser schwimmen, oder sie sind nur
einfache starke Bambusstänmme, an deren einem Ende die das Netz tragende
Leine befestigt ist, und welche dadurch senkrecht im Wasser stehen, Häufig
liegen diese Bojen so dicht zusammen, dass nirgends Strom genug zum Passiren
bleibt. Am Tage bieten sie jedoch bei einiger Aufmerksamkeit kein Hinderniss
dar, während es bei Nacht absolut unmöglich ist ihnen auszuweichen.
Ein von Amoy aus an Bord des „Cyclop“ genommener chinesischer
Küstenlootse gab mehrere werthvolle Aufschlüsse über die Schifffahrt an dieser
Küste, welche in dem „China Sea Directory“ Vol. III, pag. 191 ff, nicht enthalten
sind, sich aber als richtig erwiesen, Zum Hineingehen in die Hattan-Strasse wurde
1ämlich der Hunghwaoder Hanghwo-Channel benutzt, und beabsichtigt, nachdem die
Scattered- Yıts passirt waren, direct auf die Pagode von Vangan abzuhalten; der
Lootse widersetzte sich jedoch dieser Absicht auf das lebhafteste, indem er be-
hauptete dass nordwestlich: von den Scattered-Yzts bis nach Double- Yit hinauf
verschiedene Felsen, welche ihrer geringen Oberfläche halber schwer mit dem
Loth zu finden seien, unter Wasser lägen und bezeichnete die Gegend als durchaus
unsicher. Er meinte, er wisse recht gut, dass dieselben nicht in den Karten
vermerkt wären, er selbst kenne ihre Lage auch nicht genau, sie seien aber
vorhanden. Es wurde desshalb nicht eher abgehalten, als bis der Ort des
Sedan-Felsens passirt war und die Insel Sentry in WNW peilte und dann an
dieser vorbei, die nordwestlich davon liegenden Felsen circa !/2 Seem. von
Steuerbord lassend, auf Vangan zugesteuert.
Von den Ferrara-Inseln theilte er mit, dass dieselben in früheren Zeiten
einen guten Ankerplatz während des Nordost-Monsuns geboten hätten, dieselben
seien jedoch deshalb viel von Piraten benutzt worden, welche dort den, die
Haitan-Strasse passirenden Dschunken aufgelauert hätten und seien, um dies
zu verhindern von der Regierung grosse Mengen von Steinen dorthin geschafft
und, ins Wasser gestürzt worden, so dass dort Riffe entstanden wären und die
Rhede jetzt nicht mehr benutzbar sei.
Auf der ganzen Reise wurden die nachstehenden Abweichungen von
der Karte bemerkt. An der westlichsten Spitze von Double Peaks-Insel liegt
ein hoher Felsen, welcher in der Karte nicht angegeben ist, in der Richtung
NzW!/sW eirca 1 Kblg. vom Lande entfernt. Von der östlichsten der Pihkseang-
Inseln, deren Namen in der Karte nicht angegeben ist — in ihrer Form gleicht
sie ungefähr einem menschlichen Ohre — zieht sich in nordöstlicher Richtung
sin Riff hinaus, auf welchem es stark brandet. Die Länge desselben scheint
ungefähr eine halbe Seem, zu betragen und demnach dürfte eine zu grosse
Annäherung nicht rathsam sein,
Bei der.Insel Pe-shan ist nur an der Ost- und Südseite die geringe
Wassertiefe angedeutet. Die Passage zwischen derselben und Flare- Insel
bietet jedoch auch nur 5,5 Met. Wasser und ist desshalb für grössere Schiffe
nicht anwendbar. Die Lage des Leuchtfeuers auf den Volcano-Inseln ist
sowohl in den englischen Karten als im deutschen Verzeichniss derj:Leucht-