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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Portorico wurden sehr heftige Strömungen angetroffen und zwar aus ganz ver- 
schiedenen Richtungen. Leider liessen sich dieselben nicht mit wünschenswerther 
Genauigkeit feststellen, weil die dicke Luft astronomische Beobachtungen ganz 
verhinderte oder dieselben ungenau machte. 
Strömungen. In der Culebra - Strasse wurde ein westlicher Strom 
bemerkt, welcher !/a Seem. in der Stunde setzte; auf der Fahrt von Aux Cayes 
nach Jacmel setzte der Strom nach Osten in 12 Stunden 25 Seem. Auf der 
Fahrt von Jacmel nach St. Thomas setzte der Strom vom 1. Januar 1876 um 
3—4 Uhr Nachmittags bis zum 2. Januar 12 Uhr Mittags S21°O 47.0 Seem,, 
vom 2, bis 3. Januar in 24 Stunden S.73° W, 61.5 Seem., und vom 3. bis 
4. Januar in 24 Stunden N 25° O0 16 Seem.“ 
2, Hydrographische Beobachtungen während der Reise von St. Thomas bis 
La Guayra in Venezuela. Nachforschung nach der angeblichen Untiefe „ Vigia.“ 
Am 17. Januar 1876 verliess S. M. S. „Victoria“ unter Dampf die Rhede 
von St. Thomas und machte, nachdem die Eugen passirt waren, die Reise nach 
La Guayra bei frischem Passate allein unter Segel fort, Am 19. Januar wurde 
die Insel Orchilla passirt und am 20, Januar auf der Rhede von La Guayra 
geankert. Während dieser Reise wurde ein nach West setzender Strom beob- 
achtet, welcher in der Nähe von Orchilla reichlich eine Seem. betrug, Das 
Wetter war vom 18. Januar ab regnerisch und böig und blieb so zum Theil 
auch während des Aufenthaltes S. M. S. „Victoria“ zu und bei La Guayra bis 
Anfang Februar; von hier aus besuchte in dieser Zeit die „Victoria“ die 
Inseln Orchilla, Los Roques und Gran Roque und führte eine resultatlose Nach- 
forschung nach der nördlich von Orchilla gelegenen und in den Karten ver- 
zeichneten Untiefe „Vigia“ aus. 
Capitain Donner berichtet hierüber: 
„Am 1. Februar verliess S. M. S. „ Victoria“ unter Dampf die SW-Bucht 
der Insel Orchilla, um die 20. Seem. im Norden der Insel angegebene Untiefe 
Vigia aufzusuchen. Um 11 Uhr befand sich das Schiff nach der Rechnung 
dicht vor der betreffenden Stelle, welche auf der brit. Admiralitäts-Karte No. 394 
(Tit. VII, No. 7), in 12° 9%2 Nord-Br. und 66° 6‘.9 West-Lg. angegeben ist. Die 
Maschine wurde hierauf gestoppt; eine Lothung ergab auf 110 Met. keinen Grund; 
auch konnte trotz des sorgfältigsten Aussehens aus den Toppen, begünstigt von sehr 
klarem Wetter und ziemlich glatter See, kein Anzeichen einer Untiefe gefunden 
werden. Der Kurs wurde hierauf mw. WNW!/4W (rw. West) genommen; dieser 
führte gerade über die besagte Untiefe hinweg; man fand jedoch weder eine 
Veränderung noch sonst irgend ein Anzeichen vor, welches auf eine Untiefe 
deuten konnte. Da der Ört des Schiffes um 12 Uhr Mittags durch genaue 
Observation in 12° 11‘%.8s Nord-Br. und 66° 7.5 West-Lg. festgelegt worden ist, 
so kann man mit Sicherheit behaupten, dass weder auf der bezeichneten Stelle, 
noch überhaupt in der Nähe derselben eine Untiefe vorhanden ist.“ *) 
Aus den Reiseberichten S. M. S. „Medusa‘‘, Corv.-Capt. Zirzow. 
Wind und Wetter während der Reisen von Santos über Barbadoes 
bis Lissabon in den Monaten Dezember 1875 bis Februar 1876. 
S. M. 8. „Medusa'‘*, Corvetten-Capitain Zirzow, war am 6. Dezember 1875 
von Santos in Brasilien nach Barbadoes gegangen, wo sie am 9. Januar 1876 
eintraf. Die während dieser Reise herrschenden nordöstlichen und nördlichen 
*) S. M. Kbt, „Albatross“, Corv.-Capt. Stenzel, hat im November 1873 ebenfalls ver- 
vebens nach dieser Untiefe gesucht (s. „Hydr. Mitth.“ 1874, pag. 108). A. dd. R,
	        
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