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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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gemäss auch westlich mit 0.9 Knoten setzend gefunden. Das Besteck ergab in- 
dess sowohl vor, wie nach dieser Messung in dieser ganzen Gegend, welche 
zweimal passirt wurde, nämlich nach Gladstone hin und zurück, immer einen nördlich 
(zuweilen nordwestlich oder nordöstlich) setzenden Strom, während man sonst 
hier allgemein den südlich setzenden australischen Küstenstrom annimmt. Diesen 
südlichen Küstenstrom erhielten wir erst auf 24° Süd-Br. und 154° Ost-Lg.; 
er mag daher auf 20° und 23° Süd-Br. in dieser Jahreszeit weiter von der 
australischen Küste nach Süd setzen; zwischen der Küste und 157° Ost-Lg. thut es 
dies nach unseren Beobachtungen nicht. 
Die Reihentemperatur B XI liegt ebenfalls schon östlich des Australischen 
Küstenstromes. Leider war es nicht angängig innerhalb desselben eine Reihen- 
temperatur zu nehmen, so dass die Daten für einen Vergleich fehlen. 
Für das Herniedergehen der 6°- und 4°-Isothermen von Curve B IX nach 
Curve B XI kann ich keine andere Erklärung finden, als dass sich zwischen 
Australien und Neu-Seeland eine Bodenerhebung befindet, welche die unteren 
kalten Schichten des antarktischen Meeres verhindert, sich hier geltend zu 
machen, denn man kann kaum annehmen, dass der australische Küstenstrom 
eine so tiefgehende Erwärmung erzeugen sollte. Dieser Strom wurde nach 
Reihentemperatur B XI hin in starkem Sturme passirt, wodurch es auch verhin- 
dert wurde, bei der entsprechenden Lothung No. 117 mit dem Lothe den Boden 
zu erreichen und Bodentemperaturen zu nehmen. Diese müssten sonst mehr 
Aufklärung darüber geben. 
Der australische Küstenstrom besass übrigens noch auf 27° und 928° 
Süd-Br. die Temperatur, welche das Wasser auf 20° Süd-Br. hatte, nämlich 
22.4° C., und überstieg die Lufttemperatur um ca. 1.5° C. Das Wasser kommt 
somit aus wärmerer Gegend und ist wahrscheinlich der durch die Küste zur 
Abbiegung genöthigte Passatstrom. Es scheint, als setze dieser Strom unge- 
fähr gegen Great Sandy Island (25° Süd-Br.) und werde dort in einen südlich 
und einen nördlich setzenden Zweig gespalten, von welchen aber der südlich 
seizende Arm der weit stärkere ist und sein muss, weil südlich die Gewässer 
mit viel grösserem absolutem specifischem Gewichte vorhanden sind. Es kann 
dies aus der Temperatur und dem specifischen Gewichte des Öberflächenwassers 
geschlossen werden, welches in dem nördlich setzenden Arme des Stroms sich 
fast ebenso verhält, wie in dem südlich setzenden Arme, indem die Temperatur 
des Wassers von 20° bis 28° Süd-Br. im täglichen Durchschnitt nur innerhalb 
21.7° und 227° wechselt, der Salzgehalt aber überall 0.ss bis 0.39% beträgt. 
Eigenthümlicher Weise wurde während des Durchschneidens des Stromes 
von Moreton Bay nach Osten hin .während starken Südwest-Sturmes bei der 
schon erwähnten Durchschnitts - Temperatur von 22.4° das verbesserte spe- 
eifische Gewicht im Durchschnitt nur 1.oer7ı ermittelt, was einem Salzgehalt 
von 0.55% entspricht. Es fanden die Beobachtungen jedoch während der 
Nacht statt, so dass vermuthlich ein Fehler vorliegt, der bei der mangel- 
haften Einrichtung der Aräometer bei bewegtem Schiffe und schlechter Be- 
leuchtung leicht vorkommen kann. 
Der Strom scheint übrigens nur ganz nahe der Küste zu fliessen und 
zwar nur auf dem flachen Wasser der die Küste umgebenden Lothungsbank. 
4. Diagramm III ist ein Schnitt von Cap Moreton an der Australischen 
Küste nach der Nordspitze von Neu-Seeland, bei dem die Ausgangsreihen- 
temperatur B XI bereits als Schlussbeobachtung im vorigen Diagramm, ebenso 
wie der Umstand erörtert worden ist, dass das Wetter eine Tiefseelothung 
verhinderte. Aus dem Verhalten der unteren Isothermen von 6° und weniger, 
welche verhältnissmässig tief legen, und der Bodentemperatur bei B XII kann 
man aber wieder als wahrscheinlich folgern, dass eine Bodenerhebung zwischen 
den beiden grossen Inseln dem antarktischen Wasser den freien Zutritt bis in 
die grösseren Tiefen verwehrt. 
Das Convergiren der Isothermen über 16° C. nach Westen hin ist jeden- 
falls nicht allein der Differenz in den geographischen Breiten zuzuschreiben; es 
deutef auch an, dass das wärmere Wasser des Passatstromes sich im Westen 
mehr geltend macht wie im Osten, was aus seiner Stromrichtung von selbst 
folgt. Indess scheint auch das Wasser selbst noch bei Curve B XII und B XI — 
und obgleich das Besteck zwischen Curve B XI und B XII fortgesetzt nördlichen
	        
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