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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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also nicht ganz parallel dem Aequator zu gehen, sondern sich diesem auf 130° 
ınd zwischen 148° und 151° zu nähern, auf 147° aber weiter nördlich zu 
halten. 
Obgleich wir nur die Grenze des Gegenstromes berührten, so gaben 
doch auch hier die specifischen Gewichte das bereits im Atlantischen Ocean 
gefundene Resultat, dass sie durchschnittlich geringer sind als im Passatstrom. 
An den Grenzen beider Ströme bestehen wahrscheinlich mehr oder weniger 
grosse Wirbel, so dass man dort den Strom nach ganz verschiedenen Richtungen 
setzend finden kann. Die Nähe der Grenze zeigten auch grosse Mengen von 
Treibholz an, welche wir namentlich zwischen dem 27. Juni und 2. Juli, also 
etwas nördlich vom Aequator passirten. 
Das Sinken der 10° und 12°-Isotherme bei A II ist aus dem Schnitt 
nicht sicher zu erklären, wird indess vermuthlich auf die nicht fernen Freewills- 
[nseln zurückzuführen sein. 
Bemerkenswerth ist das Niedergehen des kalten Wassers unter 10° C,, 
namentlich des von 8° und 6° nach West, d. h. nach der Küste zu. Es kann 
auf zwei Arten erklärt werden, entweder indem man annimmt, dass das kalte 
Polarwasser mehr der Mitte des Oceans zu rascher fliesst als in der Nähe der 
Küste (wo es überdies durch die südwärts vorliegenden Inseln, insbesondere 
Neu-Britannien, gehemmt werden muss) und daher weniger rasch die Tempe- 
ratur der darüber liegenden wärmeren Sehichten annimmt, oder indem man in 
der Mitte des Oceans eine Stauung des antarktischen gegen das arktische 
Wasser voraussetzt, welche diese Polarwasser aufwärts drücken muss. 
Die 2°. und die 3°-Isotherme zeigen wieder in interessanter Weise die 
fast 700 Faden (1280 Met.) unterhalb der letzteren statthabende Bodenerhebung 
an, während die Bodentemperaturen bei A I und A II im Vergleich zu den- 
jenigen von A IIT und A IV der Annahme nahe lagen, dass das antarktische 
Wasser, bevor es in die Gegend der Küste von Neu-Guinea gelangt, eine circa 
1700 Faden (3109 Met.) unter dem Meeresniveau liegende Bodenerhebung zu 
passiren hat. 
3. Von der auf dem Aequator und 151° Ost-Lg. genommenen Reihen- 
temperatur (A VI, No. 110) an, sind einige weitere in mehr meridionaler Richtung 
bis auf 28'/2° Süd-Br. und 156° Ost-Lg. genommen worden, wie sie in Dia- 
gramm II eingetragen sind. In Ermangelung von Kohlen mussten diese Beob- 
achtungen grossentheils unter Segel gemacht werden und es konnte die Loth- 
leine daher in keinem Falle sehr tief gesenkt werden, so dass nur in drei 
Fällen die Bodentemperaturen erhalten wurden. 
Was die ersten beiden Messungen B V und B VI anbetrifft, so liegt bei 
ihnen die 6°-Isotherme ziemlich in gleicher Tiefe unter dem Meeresspiegel, wie 
bei der auf ihrer mittleren Länge (151° Ost) beobachteten äquatorialen Reihen- 
jemperatur- Curve A VI in Diagramm I, was also auf ungefähr gleiches Ver- 
halten des unteren kalten Polarstromes schliessen lässt. Im Gegensatz hierzu 
verhalten sich die oberen Wasserschichten bis auf 150 Faden (274 Met.) Tiefe 
bei diesen Curven anders, wie bei den Aequatorcurven, indem in dieser Tiefe 
hier 20°, dort nur 17° C. gemessen wurde. 
Die Erklärung dieser Verschiedenheit ist leicht: die Curven B V und B VI 
liegen westlich der Insel Neu-Hannover und Neu-Irland, welche langgestreckten 
Inseln den Passatstrom abhalten, sich an den Orten dieser Curven geltend zu 
machen; die grosse (aber nicht tiefgehende) Durchwärmung der obersten 
Wasserschicht ist aber eben das Kennzeichen der Passatströmung. Die ge- 
messenen Oberflächenströmungen, wie sie in Tabelle I angegeben, sind demgemäss 
auch von der Richtung des. Passatstromes abweichend und localer Natur. 
Bereits auf 50 Faden (91 Met.) Tiefe herrschen andere Strömungen, während 
der Passatstrom in der Regel tiefer als 100 Faden (183 Met.) geht, wie die in 
derselben Tabelle gegebenen Strommessungen innerhalb des Passatstromes (bei 
Curven A I bis A VI) ergeben. 
Die Curve B VII, welche, südlich von Neu - Irland genommen, wieder 
dem Passatstrome angehört, zeigt daher auch in den oberen Schichten fast 
yenau dasselbe Verhältniss, wie die äquatorialen Reihentemperaturen, wie auch 
der in Tabelle I gegebene Strom bis über 100 Faden Tiefe merklich ist. 
Von den östlicheren dieser Messungen weicht diese Reihentemperatur
	        
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