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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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ratur in 100 Faden (183 Met.) bereits 9° bis 11° sinkt, und deutet dadurch die 
Theilnahme der oberen Schichten dieses Meeres an der allgemeinen oceani- 
schen Strömung an. Was die unteren Schichten anbetrifft, so ergiebt ein 
Vergleich ihrer Temperaturen mit den entsprechenden des grossen Oceans, dass 
von ungefähr 1000 Faden (1830 Met.) unterhalb der Meeresoberfläche an, die 
ersteren höher sind als die letzteren. Da von hier bis zum Boden in diesem 
Bassin fast keine Temperatur-Abnahme stattfindet, kann man annehmen, dass 
dasselbe, durch eine, 1000 Faden (1830 Met.) oder weniger, unter dem Meeres- 
niveau gelegene Erhöhung vom grossen Ocean abgeschlossen ist. 
In dem früheren Berichte (s. „Annalen etc.“ 1876, pag. 45, 46) war auf 
Grund der Bodentemperaturen dargethan, dass dies Bassin auch nach dem 
Indischen Ocean in seinen unteren Schichten abgeschlossen ist. Zur Ergänzung 
dieser Darlegung ist zu bemerken, dass, wenn man nicht blos die hier ge- 
messenen Bodentemperaturen, sondern auch die höher gelegenen Temperaturen 
mit denen des Indischen Oceans vergleicht, man zu dem Schlusse gelangt, dass 
hier ebenfalls die abschliessende Bodenerhebung ungefähr 1000 Faden (1830 Met.) 
unter der Meeresoberfläche liegt, also höher geht, als dort (s. pag. 46 sub 6) 
angenommen ist. *) 
Dass die unteren Wasserschichten von der oceanischen Circulation ab- 
geschlossen sind, scheint ferner das Verhalten des für Temperatur corrigirten 
specifischen Gewichtes anzudeuten, welches in den drei Fällen, wo es am Boden 
gemessen werden konnte, hier im Allgemeinen nicht unbedeutend grösser ist, 
als in den oberen Schichten, während es im offenen Oceane am Boden in der 
Regel geringer ist, als auf 50 oder 100 Faden (91 bis 183 Met.) Tiefe. 
Die Oberflächen-Strömungen, welche in diesem Meere gemessen wurden, 
tragen einen localen Charakter, d.h. sie sind durch herrschende Winde und die 
Gestaltung der Küsten, vielleicht auch durch Ebbe und Fluth beeinflusst. Bei 
den Strömungen auf 50 und 100 Faden (91 und 183 Met.) ist hingegen eine 
beachtenswerthe Erscheinung, dass sie, vorherrschend in südöstlicher resp. öst- 
licher Richtung, also dem herrschenden Monsun entgegen, und wenn der Ober- 
fAächenstrom ebenfalls diese Richtung hat, weit rascher als dieser fliessen. 
2. Auf dem Aequator oder wenig davon abweichend, ist von 1321!/2° 
bis 151° Ost-Lg. eine Linie von Tiefseemessungen in einer Distance von nahe 
an 1200 Seem. gelegt worden, wofür den entsprechenden Schnitt das Dia- 
gramm I. giebt. Der Meeresbodenschnitt reicht nur auf die Hälfte dieser 
Distance, weil Kohlenmangel ein weiteres Lothen nicht gestattete. Er ergiebt 
wiederum grosse Wassertiefen (2400 Faden oder 4389 Met. und mehr) in der Nähe 
grösserer Landmassen, welche weiter in den Ocean hinein abnehmen. Ob die bei 
139° und 142° Ost-Lg. unter dem Aequator gefundenen geringeren Tiefen von 
1530 und 1760 Faden (2798 und 3219 Met.) einer bloss localen Bodenerhebung 
angehören, oder ob sie die Durchschnittstiefe dieses Theils des grossen Oceans 
darstellen, bleibt bis auf weitere Lothungen ungewiss. 
Die Reihentemperaturen sind nicht blos auf nahezu demselben Breiten- 
parallel, sondern innerhalb ein und desselben Stromgebietes genommen, weshalb 
das geringe Divergiren der oberen Isothermen ganz naturgemäss ist, Die etwas 
grössere Durchwärmung der oberen Schicht bei Temperaturcurve A VI wird 
auf Ursachen zurückzuführen sein, welche noch östlich von dem diesseits unter- 
suchten Gebiete liegen. Die Temperaturcurven liegen sämmtlich im Gebiete 
des Passatstromes der südlichen Hemisphäre, der nach dem Gleichgewichts- 
gesetz eine südliche Tendenz hat. Sowohl Curve A II wie Curve A V (beide 
nördlich vom Aequator) liegen aber ganz an der nördlichen Grenze jenes 
Stromes. An dieser Grenze scheint nämlich der Passatstrom nordwärts und 
über NO in den sogenannten äquatorialen Gegenstrom überzugehen. Diesen 
letzteren Strom hatte das Schiff schwach in den zwischen Curve A V und A VI 
liegenden Tagen und zwar südlich derjenigen Breite, auf welcher die Curve AV 
genommen wurde. Er war — nach der Bestecksrechnung — fühlbar bis auf 
1° 15‘ Nord - Br. und 151° 0’ Ost-Lg., also noch in derselben Länge mit 
Curve A VI und nur ca. 1° nördlicher. Der äquatoriale. Gegenstrom scheint 
©) 
(527 Met,), 
In diesem selben Bericht muss es sub 7 heissen {730 Faden (3162 Met.) statt 1730 Fuss
	        
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