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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Literarisches. 
Grapho-statistical Charts of Wrecks, Casualities, Collisions and 
their causes, based on the official reports of the Board of Trade by 
W. Kuhlow. London. F. R. Bruckmann, 
Graphisch-statistische Darstellungen erfreuen sich allgemein einer grossen 
Beliebtheit und es lässt sich nicht verkennen, dass diese Art der Vorführung 
statistischer Daten für viele Fälle ihre besondern Vorzüge hat. Sie ermöglicht 
einen schnelleren Einblick in die vorliegenden Verhältnisse, als Zahlentabellen, 
und prägt sich dem Gedächtniss leichter ein, erhöht auch das Interesse an dem 
Gegenstande bei solchen, die demselben sonst wenig oder keine Beachtung 
widmen würden. Andererseits muss aber auch geltend gemacht werden, dass 
die Schärfe der Angaben leidet, dass, wie bei jedem graphischen Verfahren, 
eine Abrundung stattfindet, die nicht auf alle Fälle mit Vortheil anzuwenden 
ist, und dass sowohl schr einfache als auch sehr complieirte Verhältnisse einer 
solchen Darstellung nicht günstig sind. An allen diesen Vorzügen und Mängeln 
participiren die vorliegenden Blätter, welche auf 8 Tafeln die zehnjährigen 
Resultate (1864—1874) der Berichte darstellen, welche dem Parlament vom 
Handelsamt in regelmässigen Abschnitten zugehen. 
Die Darstellung geschieht in dem vorliegenden Werke allgemein aus 
zwei Gesichtspunkten, zunächst zergliedert sie die Ursachen, die begleitenden 
Umstände etc. der Unglücksfälle, sodann werden diese einzelnen Resultate der 
Zeit nach, von Jahr zu Jahr und von Monat zu Monat fortschreitend, neben 
einander gestellt. Der erste Gesichtspunkt tritt am besten hervor und ge- 
stattet, wie unten näher gezeigt werden wird, viele interessante Einblicke in 
die bezüglichen Einzelheiten. Der zweite dagegen lässt sich nur als ein An- 
fangsversuch bezeichnen, denn offenbar ist ein zehnjähriger Zeitraum zu kurz, 
um verlässliche Resultate über Ab- und Zunahme der einzelnen Umstände zu 
gewinnen. Auch ist das Sammeln des bezüglichen Materiales ohne Zweifel in 
den zehn Jahren nicht gleichmässig erfolgt: Umstände, die später besonders 
berücksichtigt wurden, sind früher wenig beachtet und viele Unglücksfälle sind 
in späteren Jahren in die Berichte aufgenommen, welche früher ganz über- 
gangen wurden. Für viele Zusammenstellungen wäre es daher vielleicht vor- 
theilhafter gewesen, Monatsmittel, wie auf Taf. 8, Nr. III., aus den zehnjährigen 
Beobachtungen zusammenzustellen, während man über die Vorkommnisse zu 
bestimmten Zeiten, z. B. bei grossen Stürmen einzelner Jahre, aus den veröffent- 
lichten Tabellen besseren Aufschluss erhalten würde. Ueber einen längeren 
Zeitraum ausgedehnt würden die Zusammenstellungen offenbar an Interesse ge- 
winnen und für ein solches Unternehmen muss das vorliegende Werk als eine 
sehr nützliche Anregung angesehen werden. . 
Wir gehen nun zu einer Besprechung der einzelnen Tafeln über. 
Tafel I. enthält die Zahl der Unglücksfälle verglichen mit der Zahl der 
verlorenen und beschädigten Schiffe. Hier ergiebt dieser Vergleich im KEin- 
zelnen nichts weiter, als stets einen kleinen Ueberschuss der Schiffszahl, da 
bei Collisionen immer mindestens zwei Schiffe betheiligt sind. Fortschreitend 
mit der Zeit aber trennen sich zunächst die sechs Wintermonate sehr scharf 
von den Sommermonaten ab. Nur in den Jahren 1866 und 1871 ist der Sep- 
tember stärker betheiligt als der October, ferner ist der Winter 1871 zu 
1872 überhaupt ein auffallend günstiger. Das Maximum fällt dreimal auf den 
Januar, zweimal auf den Dezember, zweimal auf den November, zweimal auf 
den October und einmal auf den Februar. Das Minimum trifft in neun Jahren 
zweimal auf den Juni, dreimal auf den Mai, dreimal auf den Juli und einmal 
auf den August, 
Tafel II. enthält den Vergleich der Zahl der verunglückten Schiffe mit 
dem Gesammt-Tonnengehalt, Die zweite Hälfte der ersten Tafel wiederholt sich 
hier. Bei der Construction dieser Tafel ist der im grossen Ganzen sich be- 
stätigende Satz von 200 Tonnen pro Schiff für den Massstab angenommen. Die 
meisten Schiffe waren im Januar 1867 betheiligt, nämlich 550 mit 88,000 Tonnen, 
also 160 Tonnen auf das Schiff. Die grösste Tonnenzahl dagegen im Dezember 
1872, nämlich 128,000 Tonnen mit nur 480 Schiffen, also 267 Tonnen pro
	        
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