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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Englische Küsten-Nebelsignale. 
Von F. Pereis, Justizrath und Marine-Auditeur, 
Die Strandung der Deutschen Dampfer „Schiller“ und „Deutschland“ an 
der englischen Küste im Laufe des vorigen Jahres hat zu mannigfachen, theils 
amtlichen, theils nichtamtlichen Erörterungen über die Ursachen dieser mit dem 
Verlust von so vielen Menschenleben verbundenen Katastrophen Anlass ge- 
geben, und gelegentlich beider Fälle ist auch das Nebelsignalwesen an der 
englischen Küste zum Gegenstand einer Kritik gemacht worden, Die Wichtig- 
keit der Sache und die nicht selten ohne hinreichende Kenntniss der factischen 
Verhältnisse gefällten Urtheile sind die Veranlassung der folgenden Darstellung. 
Leider muss von einer vergleichenden Betrachtung dieses Gegenstandes mit den 
Verhältnissen an der deutschen Küste zur Zeit Abstand genommen werden, da 
hier Nebelsignal- Apparate nicht existiren; das Bedürfniss ist indess bereits 
anerkannt und die Preussische Regierung hat zunächst vor einigen Monaten 
versuchsweise einen Apparat auf Bülck, bei der Einfahrt der Kieler Bucht, auf- 
stellen lassen. 
Die Sicherheit der Schifffahrt in der Nähe der Küsten Grossbritanniens 
und Irlands ist der Fürsorge des Handelsamtes anvertraut; dieser Behörde liegt 
die oberste Verwaltung des gesammten Lootsenwesens und der Seeschifffahrts- 
zeichen ob; das Leuchtfeuerwesen im Besonderen und in Verbindung damit die 
Nebelsignal - Einrichtungen, werden unter der Oberleitung des Handelsamtes in 
jedem der drei Königreiche von einer technischen Behörde verwaltet, in England 
vom Trinity House, in Schottland von den Commissären der nördlichen Leucht- 
feuer, in Irland von den Commissären der Irischen Leuchtfeuer. 
Wenn das Bestreben des Handelsamtes, die britischen Küsten mit einer 
möglichst grossen Zahl von Nebelsignal-Apparaten zu versehen, und dadurch 
den Anforderungen der Seeschifffahrt Rechnung zu tragen, auch erst in den 
letzten Jahren in den Vordergrund getreten ist, so kann doch constatirt werden, 
dass auch vordem nicht Geringes geleistet ist, während in anderen Ländern des 
nördlichen .Kuropas, insbesondere an den Küsten der Nord- und Ostsee, dieses 
Feld noch heute vollständig brach liegt. 
Es waren bis zum Jahre 1873 beschafft: 
}. In England, 
Glocken mit Maschinenwerk . ; 
Signalkanonen 2. 
Nebelhörner mit calorischem oder Dampf - Ma- 
schinenwerk . 
4. Gongs. .. .. 
5. Glockenbojen. . 
1. In Schottland 
1, Glocken mit Maschinenwerk . 
2, Glockenbojen .. .. 
[m 
U. In Irland. 
Glocken mit Maschinenwerk . 
Signalkanonen ., ...... 
Nebelhörner mit calorischem Betrieb . . .. 
Zusammen Apparate . . 93 
Die Ausgaben für die Anfertigung und Aufstellung der Apparate, resp. 
die Errichtung der für dieselben erforderlichen Gebäude beliefen sich in England 
seit dem Jahre 1841, in welchem die erste Glocke mit Maschinenbetrieb und 
continuirlichem Schlag zu Maplin Lighthouse an der Themse errichtet wurde: 
1, für Glocken auf . . . 4,745 
2. für Kanonen auf , . . . „ 2,962 
5. für Hörner auf. ., . . . „ 5865 
4. für Gongs auf . . . . . 144 
4. für Glockenbojen auf . . „ 1,759 
zusammen .»” Z 15.475. 
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