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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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deren Alter schon 800 Jahre sein soll, ein Meisterstück alt- chinesischer Bau- 
kunst, während über den südlichen Arm gar keine Brücke führt. Dieser Um- 
stand lässt beinahe vermuthen, dass der südliche Flusslauf überhaupt erst 
neueren Ursprungs, und in früheren Zeiten man dort trockenen Fusses hinüber 
gegangen ist, da sich kaum annehmen lässt, dass man die beiden enormen 
Brücken über den nördlichen Arm nur lediglich zur Communication mit der 
[nsel von dieser Seite her gebaut haben sollte. Auffällig ist auch der Umstand, 
dass die Bänke in diesem südlichen Arme nur aus Sand bestehen, während die 
des nördlichen beinahe ausschliesslich aus weichem Schlamm gebildet sind. 
Von dem südlichen Arme wird behauptet, dass er mit der Zeit der schiff- 
bare werden würde, da der Wasserstand in ihm in den letzten Jahren zugenom- 
men haben soll. Jetzt ist er es jedenfalls noch nicht, denn wenig oberhalb von 
Pagoda-Rhede wird er bald so seicht, dass selbst für die flach gehenden chinesi- 
schen Boote zur Zeit der Ebbe nur schmale Rinnen offen bleiben und man ihn 
bei niedrigstem Wasserstande beinahe durchwaten kann“. 
Segelanweisung für den Hafen von Yokoska (Bai von Yedo) und 
Bemerkungen über das dortige Trockendock. 
S. M. S. „Hertha“, Corv.-Capt. Knorr, hatte in der Zeit vom 14. bis 
16. Oetober 1875 das Trockendock zu Yokoska benutzt, dessen nähere Be- 
schreibung von dem Commandanten S. M. S. „Arcona“, Capitain zur See Frhr. 
v. Reibnitz, in den „Annalen der Hydrographie“ ete. 1875 pag. 34 gegeben 
worden ist. Der Commandant der „Hertha“, Corv.-Capt. Knorr, berichtet im 
Anschluss an jene Mittheilung Nachstehendes über die Ansegelung der Bucht von 
Yokoska und die Einsegelung in den Hafen selbst, sowie über die von ihm bei 
Benutzung des Docks gemachten Erfahrungen. 
„Die Ansegelung der Bucht von Yokoska, wie auch die Einsegelung in 
den Hafen, hat zwar ohne Lootsen zu geschehen, ist aber nach der Karte „Bucht 
von Yedo“ (Tit. XI, No. 161; engl. Admiralitätskarte No. 2657) und bei günstiger 
Windrichtung auch unter Segel ohne jede Schwierigkeit. Bezüglich der An- 
segelung ist nur zu erwähnen, dass die in dieser Karte eingezeichnete rothe 
Bake, östlich von der Einfahrt, an und für sich schlecht zu sehen und erst dann 
deutlich zu erkennen ist, wenn sie frei von Kanan-Saki-Spitze, in ungefähr SO 
peilt. Da aber von den, in dem oben genannten Berichte des Commandos 
3. M. S. „Arcona“ erwähnten Wellenbrechern erst der Bau des östlichen in 
Angriff genommen ist und dessen Ueberwasserbau nur kürzlich begonnen hat, 
da ferner dieser untere Theil der Bucht, der spätere eigentliche Hafen, daher 
nur durch die rothe Tonne dieses Wellenbrechers erkennbar wird, und die dort 
vorhandene Festmachertonne, wie ebenso der übrige Raum innerhalb dieses 
Wellenbrechers, durch verankerte Schiffe und Fahrzeuge in der Regel besetzt 
ist, — da endlich die Niedrigwasser-Grenze, indem keine Specialkarte der Bucht 
vorhanden, sowohl in der obenerwähnten Karte, schon des kleinen Mass- 
stabes wegen, unzuverlässig angegeben ist, wie besonders bei ungünstiger Be- 
leuchtung in diesem sehr engen unteren Theile der Bucht schwer erkennbar 
wird: so empfiehlt es sich für Kriegsschiffe, welche das Pulver abzugeben haben, 
zunächst ausserhalb jener rothen Tonne des zukünftigen östlichen Wellenbrechers 
und zwar in der Verbindungslinie zwischen dieser Tonne und der am östlichen 
Eingange gelegenen kleinen Insel Ha - Sima — nicht östlicher —, das am öst- 
lichen Strande stehende Pulvrer-Magazin in ungefähr NOzO peilend, auf 16.5 Met, 
Wasser zu ankern und hier die Zeit des Eindockens abzuwarten. 
Sind, wie auf Handelsschiffen, keine Pulvervorräthe an Bord, so ist es 
bequemer, falls innerhalb der rothen Tonne Platz vorhanden, gleich bis hierher 
zu segeln, man muss alsdann aber gleich hinter derselben ankern, um die Zeit 
des Eindockens zu erwarten.
	        
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