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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

Von den nicht für Kaufleute befrachteten Schiffen waren 43 für die 
Regierung (meistens Material von Nikolajewsk überführend) und 15 auf eigene 
Spekulation eingelaufen. Die durch die vorhandenen Firmen am Orte statt- 
findende Concurrenz reicht für die Zahl der Bevölkerung hin, trotzdem sämmt- 
lich und besonders die deutschen Kaufleute gute Geschäfte zu machen scheinen. 
Am 8. September verliess S. M. S. „Hertha“ den Hafen von Wladiwo- 
stock und setzte die Reise nach Hakodadi mit Anfangs östlichem, später nord- 
östlichem Winde unter Segel fort. Bis ungefähr 50 Seem. westlich des Woy- 
woda-Felsens fanden wir noch immer den mit 0.7 bis 1.9 Knoten Geschwindig- 
keit nach SW setzenden Polarstrom. vor und erst in der Nähe von O-Sima 
irafen wir mit der von durchschnittlich 20° C, auf 22° C. gestiegenen Tempe- 
ratur des Wassers den an der NW - Küste Nipons hinaufreichenden Theil der 
Kuro-siwo-Strömung, oder den japanischen Strom. Dieser brachte uns schnell 
in die Tsugar-Strasse, in welcher aber der flaue Wind fast gänzlich aufhörte, 
bis er am 13, September Mittags vor Hakodadi-Head nach Norden sprang und 
schnell bis zur Stärke 7 zunehmend, uns nunmehr das Aufkreuzen in den Hafen 
von Hakodadı gestattete, in welchem um 5 Uhr Nachmittags geankert wurde. 
Auch für Hakodadi haben sich, ebenso wie für Wladiwostock, die vor 
einigen Jahren an die Erschliessung und Entwickelung der Hilfsquellen der 
Insel Jeso und das damit zusammenhängende Aufblühen ihres Haupthafens 
Hakodadi geknüpften Erwartungen durchaus nicht erfüllt. Hakodadi ist das- 
selbe geblieben, was es früher war. Der Export dieser von deutschen Kriegs- 
schiffen öfters besuchten, ungefähr 30,000 Einwohner zählenden und theilweise 
recht freundlich gebauten Stadt besteht bekanntlich der Hauptsache nach in 
dem sogenannten Seekohl (sea weed), in Dünger, getrockneten Fischen und 
Holz. Daneben wird etwas Pelzhandel mit den Kurilen zum Theil regierungs- 
seitig beirieben, der sich aber vom Innern auch schon vielfach direct nach 
Yedo und dem Auslande wendet. Frischer Proviant und Wasser ist zu mässigen 
Preisen ziemlich gut und in ausreichender Menge zu haben; auf andere Schiffs- 
bedürfnisse ist dagegen nicht zu rechnen. 
Am Abend des 20, September verliess „Hertha“ den Hafen von Hakodadi 
und nahm die Fahrt unter Segel nach Yokohama auf. Der am 21. und 22. Sep- 
tember noch südöstliche und südliche Wind ging am 23. September nach N. orden; 
am 25. September langte „Hertha“ in der Bucht von Yedo an und ankerte am 
26. September Mittags auf der Rhede von Yokohama. Von der Tsugar-Strasse 
bis 39° Nord- Br. hatten wir bei einem Abstande von 15—25 Seem. von der 
Küste einen (/egenstrom von 1.5 Knoten Geschwindigkeit, der, je weiter wir 
südlich kamen, allmälig abnahm, um endlich südlich von dem Parallel von 39° 
10 Deutsche Schiffe, 5 Englische, 3 Amerikanische, 2 Dänische, 1 Norwegisches, 
L Russisches und 1 Japanisches; ausserdem besuchte das englische Kriegsschiff 
Jurlew“ von Yokohama aus diesen Hafen, 
Schiffe brachten Ladung an: 
2) 
Die 23 
Die Ost-Sibirische Handels- 
Gesellschaft 
Kaufleute 
Die Krone 
£ 
Ce 
x 
Flagge 
yon 
Flagge 
von 
Flagge 
von 
Deutsche Zamburg 
Deutsche ‚ondon 
Inglische „ondon 
Inglische Iongkong 
yo elanbschel m Franziskol 
Japanische Hakodadi 
7 Schiffe, 
Deutsche San Franzisko 
Deütsche Iongkong 
Englische Hongkong 
Dänische Hamburg 
Englische ‚Shanghai 
AmorikantscheiSan Franzisk: 
5 Deutsche Kronstadt 
[Russische Kronstadt 
"Norwegische Kronstadt 
‚Amerikanischel Petropawlowsk 
‚8 Schiffe. 
93 Schiffe, mm 
8 Schiffe, 
| 
Von diesen 28 Schiffen haben 13 Schiffe mit Ladung nach der russischen Küste diesen 
Hafen wieder verlassen. Der Wasserstand auf der Barre war nach guler genauer Beobach- 
jung das ganze Jahr hindurch nie niedriger als 4.3 Met, A. d. R.
	        
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