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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

482 Annalen der Eydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1008, 
station nicht innerhalb 48 Stunden nach der betreffenden Beobachtung erreichten, 
nicht telegraphisch, sondern durch die Post weiterzubefördern seien, um einer 
Verspätung der Telegramme tunlichst vorzubeugen, Die Marconi-Gesellschaft 
verstand sich nach einigen Verhandlungen dazu, die Funkentelegramme zu den 
gleichen Bedingungen wie bei dem Versuche im Fobruar bis April an die Deutsche 
Seewarte und das London Meteorologieal Office zu liefern, nämlich zu dem Preise 
von 17 £ 10 sh monatlich für jeden der Kontrahenten, abgesehen von den Ge- 
bühren für die Weiterbeförderung der Telegramme und den Portokosten, Ein 
besonderes Abkommen mit der Marconi-Gesellschaft gestättete auch während der 
Monate August und September die Zustellung der Funkentelegramme an die 
Öffentliche Wetterdienststelle in Aachen auf Kosten des Ministeriums für Land- 
wirtschaft, Domänen und Forsten. 
Um den Telegrammen in den Ziffergruppen sowohl das Datum wie den 
Schiffsnamen einzuvrerleiben, wurde für die Telegramme von deutschen Dampfern 
die etwas abgeänderte Chiffrierung BBWW'D PFPNN gewählt, in der BB und 
PPP die auf Seite 50 angegebene Bedeutung hatten, also den auf ganze Milli- 
meter abgerundeten Barometerstand im Meeresspiegel bzw. die Schiffsposition 
nach Länge und Breite und die Zeit der Beobachtung, ob abends 6 Uhr oder 
7 Uhr morgens Gr, Zt. bedeuteten, D übermittelte das Datum, indem für D die 
Einerziffer des Monatsdatums gesetzt wurde, mit der alleinigen Abweichung, daß 
für die Beobachtungen vom 31. August die fünfte Ziffer der ersten Zahlengruppe 
fortgelassen werden sollte, um die eindeutige Übermittlung des Datums der Be- 
obachtung sicherzustellen. NN bedeutete den Namen des Schiffes, indem die 
beteiligten. Dampfer durch zweiziffrige Zahlen angezeigt wurden. WW" über- 
mittelte sowohl die Richtung als die Stärke des Windes nach der folgenden sehr 
praktischen und durchaus genügenden Chiffre-Skale, die bei dem ersten Versuch 
bereits von dem Meteorological Office benutzt worden war: 
Tabelle L 
Ziffern WW zur Chüiffrterung von Windrichtang und Windstärke, 
Windstärke 
)=12 
Windstüll 
Leicht 
Mäßig 
Stark 
Sturm 
Örkan 
0 
1,2 oder 8 
4 oder 5 | 
ö « 7 
5 « 9 
10. 
32 
22 ET. 12 le81.1EE IETLTEIE ET. 
Wind-iahtun“ 
| 
N 
ÖL 
02 
3 
MM 
05 
O6 
X 
0 183 
08 14 
9 15 
10 16 
UN 
12 | ig 
, 
39° 
©) 
21 
22 
23 | 
Da 
00 
25 
26 
27 
28 
20 
30 
a 00,00 
31.187 148 
32 3 | 44 
33 |29 45 
34 40 46 
35 | 41 | 47 
ap 492 48 
00 
49 
50 
51 
52 
58 
54 
5 0 00 
5 61 67 
662 68 
87 63 | 69 
58 6170 
59 | 65 | 71 
AN BR ma 
% 90 60 
3 79, 85 
74 80 86 
5 |8L 87 
RS 
27 83 89 
78 Q4 O0 
50 
a 
B 
63 
M4 
% 
a8 
| 
Beispielsweise ergab das am 23. September einlaufende Telegramm 58852 
16608 die folgende Dechiffrierung + 
»Dampfer Pennsylvania (08) in 28°—29° W, Gr. und 49°—50° N-Br. am 
22, Sept. 7 V. Gr. Zeit. Barometerstand 758 mm, NNW 1—3.« 
Die Telegramme der englischen. Dampfer hatten die Chiffrierung NNPPP 
BBBWW PPPHX BBBWW, bestanden also aus vier Zahlengruppen, rom denen 
die erste, dritte und vierte von den Küstenstationen, wo die Funkentelegramme 
wieder unter der Adresse »Meteorology« einliefen, nach Hamburg weitergegeben 
wurden, Von jenen Gruppen bezogen sich die ersten beiden auf eine Kontroll- 
beobachtung, die je drei Stunden vor der Beobachtung von 6 N. bzw. 75V. Gr. Zt 
anzustellen. waren, die beiden letzten Gruppen auf die letztere Beobachtung, Im 
einzelnen gab NN den Schiffsnamen als zweiziffrige Zahl, PPF die Schiffsposition 
nach Länge und Breite (bei deutschen Schiffen zugleich auch die Zeit der Be- 
obachtung, siehe S. 50), BBB den Barometerstand im Meeresspiegel in hundertel
	        
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