Edgar Treu sein : llilfsgeräte zur Uhrenprüfung.
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Die Dämpfung eines Pendels ist im Vergleich zu anderen, z. B. elektrischen Schwingungs
systemen, sehr gering und daher wirken sich die störenden Einflüsse besonders stark auf die
Phasenlage aus. Betrachtet man in diesem Sinne die mittleren Fehler der für die Phasenlage
ermittelten Werte der Tabelle Fig. 5, die sich aus den Abweichungen der Einzelablesungen
gegen den gemittelten Wert ergeben haben, wobei die Einzelablesungen zeitlich um jeweils
1 Min. auseinanderliegen, so zeigt sich, daß bereits die kurzfristigen Phasenschwankungen so
groß sind, daß keine einwandfreien Zeitwaagenkurven mit einem solchen Pendel als Zeit
normale zu erzielen wären. Um den Anforderungen der Zeitwaage zu genügen, dürften die
Phasenschwankungen höchstens ± 0Z0005 betragen. Nach diesem Ergebnis mußte ein anderer
Weg gesucht werden, die Pendelschwingungen in Übereinstimmung mit der steuernden Se
kundenuhr zu bringen, und zwar auf dem Wege der Synchronisation. Das bisher in der Uhren
technik allgemein übliche Verfahren des Gleichlaufzwangs besteht darin, das zu berichtigende
Pendel mittels Kraftimpulsen, die von einem Elektromagneten bei jeder Schwingung ausgeübt
werden, zu steuern. Die steuernde Uhr als Hauptuhr muß einen Kontakt zur Betätigung des
Magneten besitzen, das Pendel der Nebenuhr einen Weich eisenanker. Dieses weitverbreitete
Verfahren muß jedoch gleichfalls ausscheiden, da es sich nicht wesentlich von dem bereits als
unzulänglich erkannten unterscheidet, denn es handelt sich auch um eine erzwungene Schwin
gung. bei welcher allerdings ein Teil des Antriebs aus dem Uhrwerk herrührt.
b) Synchronisiertes Pendel.
Dagegen konnte ein anderes, vom Verfasser für Zwecke der Signalgeber der Deutschen
Seewarte entwickeltes Verfahren des Gleichlaufzwangs bei entsprechender Abwandlung zum
Erfolge führen. Dies Verfahren besteht in Prinzip in folgendem: Hauptuhr (HU) und Neben
uhr (NU) besitzen beide Kontakte, die sich gleich häufig wiederholen, z. B. jede Minute. Diese
Kontakte bewirken vermittels einer Relaisschaltung, je nachdem, wie sie sich zeitlich gegenein
ander verschieben, die Einschaltung oder Ausschaltung einer Beeinflussung, die auf die Schwin
gungsdauer des Pendels ausgeiibt wird. Es können sowohl die Anfänge der Kontakte wie die
Enden oder Anfang des einen und Ende cles anderen und umgekehrt durch eine Relaisschaltung
gewissermaßen verglichen werden. Für jeden dieser Fälle läßt sich eine passende Schaltung an
geben. Am einfachsten wird die Anordnung bei Vergleich der Kontaktenden. Diese Schaltung
zeigt Fig. 7. Solange der Kontakt der Nebenuhr (NU) geschlossen ist. fließt der Strom nur über
Fig. 6. Phasenabhängigkeit.
-I- -j
NU \ HU \
Fig. 7. Einfachste GleichJanfsdialtung.
den Widerstand W und das Relais R ist stromlos, auch wenn der Kontakt HU oder geschlossen
wären, öffnet NU jetzt früher als der Hauptuhrkontakt HU, so fließt ein Strom von der Dauer
der Standdifferenz der Kontaktenden durch das Relais und dieses schließt seinen Kontakt r„