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Im Südatlantischen Ocean erreichte „ Valparaiso“ 50° S-Br in 48,9° W-Lg
am 20. Februar, 40° S-Br in 35,7° W-Lg am 3. März und 30° S-Br in 26,7° W-Lg
am 11. März, Westliche Winde waren bis nach 45° S-Br hin die vorherrschen-
den; dann kam bei hohem Luftdrucke Nordwind durch, der im Verlaufe der
nächsten Tage bei langsam fallendem Barometer nach Osten holte und aus dieser
Richtung am 27. Februar in 42° S-Br und 40,5° W-Lg orkanartig stürmte. Der
Luftdruck sank während dieses Sturmes auf 741,3 mm und begann zu steigen,
als der Wind, welcher aus ESE am stärksten wehte, wieder nach NE umlief. Auf-
fallend war bei diesem Sturme auch die hohe unregelmässige See, welche be-
sonders aus nördlicher und östlicher Richtung lief. Nachdem sich der Wind,
allmälig an Stärke abnehmend, durch Nord nach West gedreht hatte, begann
as aus letzterer Richtung zu stürmen, wodurch die Fahrt für einige Tage be-
günstigt wurde. In 32° S-Br trat alsdann eine bedeutende Verzögerung durch
die nördlichen Winde ein, welche zwischen 30° und 20° S-Br so gewöhnlich
aind. 30° S-Br wurde in 26,7° W-Lg erst am 11. März und 20° S-Br in
25,4° W-Lg erst am 22, März überschritten. Der Uebergang des nördlichen
Windes in den Passat erfolgte nicht, wie es gewöhnlich geschieht, durch rück-
{aufende Drehung durch Ost nach SE ohne bedeutende Abschwächung der Wind-
stärke, sondern es trat Windstille ein und auf diese folgte der aus ENE ein-
setzende Passat, Am 27. März wurde dann 10° S-Br in 28,8° W-Lg gekreuzt
und am 1. April in 30,4° W-Lg, 47 Tage später, als man den Atlantischen
Ocean betrat, der Aequator überschritten.
Kaum einen halben Grad nördlich von der Linie gelangte „ Valparaiso“
an die äquatoriale Grenze des SE-Passats. Vier Tage lang herrschte dann
leichte Mallung aus östlicher Richtung, auf welche wieder in 2,8° N-Br und
31,2° W-Lg der NE-Passat folgte. Von diesem Winde, der zwischen den
Parallelen von 4° und 16,5° N-Br recht frisch wehte, wurde „ Valparaiso“ nach
10° N-Br in 38° W-Lg am 9. April und nach 20° N-Br in 43,1° W-Ly am
14. April geführt. Nicht weit nördlich von der letzteren Breite lief der Wind
schon nach einer südlich von Ost liegenden Richtung, hielt aber als frische
Briese bis 27,7° N-Br und 43,5° W-Lg an. Hier folgten auf leisen Zug aus SE
stwas frischere Winde aus südwestlicher und südlicher Richtung, welche die
Bark in 42,2° W-Lg über den Parallel von 30° N-Br und am 26. April bei
stürmischem Wetter in 36° W-Lg über den Parallel von 40° Nord führten.
In 46° N-Br und 21° W-Lg, wo man sich am 1. Mai befand, drehte sich der
Wind durch Süd nach SSE und bei langsam zunehmendem, schliesslich bis auf
777,6 mm steigendem Luftdrucke im Verlauf der folgenden Woche durch Ost
nach NE. Hier befand sich „Valparaiso“ offenbar im südlichen Theile eines
von ziemlich kräftigen Winden umkreisten Maximums. Der Wind wehte aus
NE bis nach 8,5° W-Lg auf den Aussengründen des Kanals, dann lief er durch
Nord nach NW, wodurch es möglich wurde, dass die Bark am 9. Mai in den
Kanal einsegeln konnte. Die ganze Reise hatte eine Dauer von 118 Tagen,
davon wurden 38 Tage auf der Strecke .von der Linie zum Kanal zugebracht.
Die Häfen Ibo, Zanzibar, Mozambique, Delagoa Bay, Quilimane und
Macusa an der Ostküste von Afrika.”
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Den Reiseberichten unserer eifrigen Mitarbeiter, der Herren Kapitäne
F. Föh von der Hamburger Bark „Amanda & Elisabeth“ und D. Schierloh
von der Elsflether Brigg „Seenymphe“, entnehmen wir folgende werthvolle Mit-
theilungen über die bisher wenig besuchten und deshalb wenig bekannten Häfen
an der Ostküste von Afrika: Ibo, Zanzıbar, Mozambique, Delagoa Bay, Quili-
mane und Macusa. Die Bemerkungen über die hydrographischen und nautischen
1) S. „Ann, d. Hydr, ete.“, 1875, pag. 252, 282, 323, 366, 394, 455 und 462.