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Aus dieser kleinen Tabelle ersieht man, dass bis zu 200 Faden (366m)
Tiefe die tropischen Theile des Pacific nördlich vom Aequator kälter sind, als
die südlich von diesem gelegenen, namentlich in der Tiefe von 100 Faden
(183m), dass also für dies intra-tropische Gebiet zwischen einer Ausdehnung
von fast 40 Breitengraden (21° Nord — 17° Süd) der von Tizard in dem
Challenger-Report No. 6 ausgesprochene allgemeine Satz keine Gültigkeit hat,
nämlich der, „dass zwischen den Parallelen von 33° N-Br und 40° $S-Br ober-
halb der Tiefen von 200 Faden die Temperaturen im nördlichen Stillen Ocean
höher sind, als im südlichen“ (s, „Ann. d. Hydr. etc.“, 1876, pag. 524). Noch
in 300 Faden (550m) Tiefe ist die Temperatur des Wassers nördlich vom
Aequator in dieser Zone des Stillen Oceans niedriger, als südlich von demselben,
nämlich 7,1° gegen 7,5° C; erst von 400 Faden (732m) ab werden die
Wasserschichten nördlich vom Aequator etwas. wärmer, als südlich von ihm,
nämlich 5,8° gegen 5,4°., Von 800—1000 Faden (1463—1824m) ab sind die
Temperaturen in beiden Theilen nördlich und südlich vom Aequator nahezu
gleich, und sind die geringen Unterschiede der obigen Tabelle vielleicht nur durch
die geringe Anzahl von Messungen in diesen Tiefen im Süd-Pacifie zu erklären.
Auch die 19 Messungen der „Gazelle“ südlich vom Aequator bis
19° S-Br (s. Tabelle I) ergaben hohe Temperaturen für die Wasserschichten
bis 200 Faden (366m) Tiefe, nämlich im Mittel: für die Oberfläche 28,0°, für
50 Faden (91m) 25,6°, für 100 Faden (183m) 21,3° und für 200 Faden (366m)
über 12° C.
In den „Ann. d. Hydr. etec.“, 1877, haben wir zu pag. 190 eine Tabelle
der Temperaturvertheilung im tropischen Theil des Atlantischen Oceans zwischen
17° 26‘ S-Br und 10° 55‘ N-Br ebenfalls, wie hier für den Stillen Ocean, von
10 zu 10 Faden, von der Oberfläche bis zu 200 Faden, nach den. Beobachtungen
des „Challenger“ in den Jahren 1873 und 1876 gebracht. Kin Vergleich der
Angaben in diesen beiden Tabellen zwischen denselben Breitengrenzen von
11° Nord und 17° Süd ergiebt ein bedeutendes Ueberwiegen der Temperaturen
in den Wasserschichten des Pacific, bis zu einer Tiefe von 200 Faden, gegen
diejenigen des Atlantic; dieser Temperatur-Ueberschuss setzt sich noch fort bis
etwas über 500m Tiefe; in den unteren Schichten (von 600 Faden ab) ist da-
gegen der Pacific, sowohl nördlich als südlich vom Aequator, kälter, als der
Atlantic, wie beifolgende kleine Tabelle zeigt.
11° N-Br—0°
0°—17° S-Br
11° N-Br—17° S-Br
Tiefe
Faden| m
Oberfläche
50 91
100 | 183
200 | 366
500° 914
500 1097
700 12860
1000 182°
1500 274°
d(
Stiller Oc. [Atlant. Oc
v3
42
6,4
58
81
190
4
£
<
$_
°C
Stiller Oc, [Atlant. Oc.
6,6
25,6
21,2
{nt
1A
‚4
2,4
3
£
1
a
°C
Stiller Oe. |Atlant, 06
"6,0
»5,0
19,6
0.7
6,4
„4,9
13,2
8,8
4.2
4 1)
3,0
3.0
DA
Es ist hierbei aber wohl zu beachten, dass die höheren Durchschnitts-
temperaturen des tropischen Gebietes des Nord-Pacific bis zu 200 Faden Tiefe
lediglich auf Rechnung der so überwiegend hohen Temperaturen seines west-
lichen Theiles zu stellen sind; in dem centralen Theil, in der Nähe des Meridians
von 150° West, findet man ebenso grosse und sogar noch grössere Tomperatur-
sprünge von der Oberfläche bis zu 100 Faden Tiefe, als im Atlantic, nämlich
Differenzen von 16°—17° (vgl. No. 12 und 14 der Tabelle I), während im
Nord- Atlantic die grösste Temperaturdifferenz nur 15,5° beträgt (s. Tabelle zu
pag. 191 der „Ann. d. Hydr. etec.“, 1877).
Der tropische Theil des Stillen Oceans zwischen 20° N-Br und 20° S-Br
ist von dem „Challenger“ zuerst im August und September 1874 in westnordwest-
A