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Full text: 61, 1941

Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums — 61. Band, Nr. 3 
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Wir konstruieren uns auf Grund der morgendlichen Aufstiegswerte und in Verbindung mit der Boden 
wetterkarte vom Abend auch eine Höhenkarte für den Abend des 23. Januar 1938. Die angenommene relative 
Topographie zeigt die Abbildung 22 (Tafel V), während in der nächsten Figur die durch graphische Addition 
gewonnene (wie übrigens alle anderen auch) absolute Topographie der 500 mb-Fläche dargestellt wird. Die 
in Frage kommende Höhenströmung weist wieder in Richtung auf die Amerikanischen Seen, während eine 
Richtungsdivergenz der Höhenströmung noch immer nicht besonders entwickelt ist. Dabei ist zu beachten, 
daß die Hauptkaltluft, nämlidr auf der Rückseite der heranziehenden wichtigen Kaltfront, bisher für die 
Richtungsdivergenz noch nicht so recht wirksam ist, da der Abstand der Fronten noch zu groß ist und der über 
Texas vorhandene kleinere Schwall kälterer Luft noch zwischen den beiden Hauptmassen liegt und damit ein 
stärkeres Temperaturgefälle zwischen diesen noch verhindert. 
Zusammenfassend können wir feststellen, daß die Beachtung der Änderung der relativen Topographien 
bereits am Morgen des 23. Januar erkennen läßt, daß eine für Druckfall besonders günstige Massenanordnung 
(Dreimasseneck) im Aufbau begriffen ist. Aus der Frontkonstellation kann auf den voraussichtlichen Ent 
stehungsort und auf die voraussichtliche Zugrichtung geschlossen werden. Am nächsten Tage, dem 24. Januar 
1938, ist die Sturmtiefbildung bereits im vollen Gange und zugleich ist jetzt die Richtungsdivergenz der Höhen 
strömung gut ausgeprägt. Die jetzt an die absoluten Topographien der 500 mb-Flächen geknüpften Folge 
rungen betreffs der weiteren Entwicklungsmöglichkeiten bestätigen sich. Die Ursache dafür, daß die absolute 
Höhenkarte am Morgen des 23. Januar 1938 die Entwicklung für die nächsten 24 Stunden nicht genügend 
widerspiegelt, liegt in der Tatsache begründet, daß kurzfristig große Temperaturänderungen derart erfolgen, 
daß eine für Zyklogenese besonders günstige Dreimasseneck-Anordnung der Luftmassen hergestellt wird. 
D. Über die Neigung der Kaltfrontfläche. 
Für die Beurteilung der dynamischen Bedeutung einer Kaltfront ist neben der Kenntnis der MitteJ- 
temperaturen in ihrer Umgebung auch die Frontflächenneigung wesentlich. Abbildung 24 (Tafel V) gibt die 
Lage der Bodenkaltfront zu den benutzten Aufstiegsorten an den versdiiedenen Tagen wieder, während die 
folgende Abbildung (Nr. 25, S. 15) der Abschätzung der Höhe der Kaltluft durch Vergleich der Aufstiege 
dient. In den drei ersten Fällen hat die Kaltluft ohne Zweifel die Gipfelhöhen der Aufstiege bereits über 
schritten. Für die Neigung ergeben sich dabei folgende Werte: 
23. Januar 1938, morgens 
a) Salt Lake City tg «i > ^ > = 
b) Billings tg a t > > JL 
24. Januar 1938, morgens 
Oklahoma tg « 2 > > j-g 
Erst am 25. Januar 1938 wird die Höhe der Kaltluft durch den Aufstieg von Pensacola erfaßt. Da 
definitionsgemäß (auf Bergeron zurückgehend) die Kaltfronten am Boden dort gezeichnet werden, wo die 
Abkühlung beginnt, muß die Übergangsmasse auch in der Höhe mit zur Kaltluft genommen werden. Ent 
sprechendes gilt für die Warmfronten, da diese am Boden dort gezeichnet werden, wo die Erwärmung aufhört. 
Man kann diese Definitionen für den Wetterdienst als glücklich bezeichnen, da so der Warmsektor möglichst 
stark eingeengt wird (die Übergangsmassen werden zur Kaltluft gezählt), was sicher wesentlich zur Auffindung 
der bekannten Warmsektorregel über die Zugrichtung der Tiefdruckgebiete beigetragen hat. In unserem Falle 
bieten sich zwei Möglichkeiten für die Festlegung der oberen Kaltluftgrenze im Temp von Pensacola: Entweder 
man nimmt den mit a) bezeichneten Punkt oder es kommt der b)-Punkt in Frage. Die entsprechenden Nei 
gungen ergeben sich dann zu: 
25. Januar 1938, morgens 
Pensacola 
tg «3a 
tg «3b 
3,9 
800 
4j8 
800 
1 
205 
1 
167 
In den Bodenkarten war vor der Hauptkaltfront noch eine schwächere Kaltfront vorhanden. Man kann 
jetzt die Luft zwischen den Punkten a) und b) im Temp von Pensacola als aus dem ehemals mexikanischen
	        
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