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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1912.
Dampferlinien. Die Dampfer der Eastern & Australian Steam-Ship Co.
laufen den Hafen auf der Reise nach Süden fast gar nicht mehr an und auf der
Fahrt nach China und Japan nur, wenn Ladung oder Passagiere für Cooktown
vorhanden sind. Die Dampfer der China Navigation Co. kommen etwa alle
2 Monate von Japan und China. Ein Dampfer der Australian United Steam
Nav. Co. besucht Cooktown alle drei Wochen auf der Reise nach den Häfen des
Golfs von Carpentaria. Dampfer der Firma Burns, Philp & Co. kommen alle
5 bis 6 Wochen nach dem Hafen auf ihren Reisen nach Cairns und wieder
zurück nach Neu Guinea und den Südseeinseln,. Eisenbahnverbindung be-
steht zweimal wöchentlich mit dem Orte Laura, der 102 km westlich von Cooktown
liegt. Die Stadt ist an das australische Telegraphennetz angeschlossen.
Wasserwege ins Hinterland. Der Endeavour-Fluß ist für kleine Schiffe mit
geringem Tiefgang etwa 8 Sm weit schiffbar.
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen werden nicht auf Lager gehalten.
Man kann jedoch bei dreiwöchiger Vorherbestellung etwa 1000 t von Brisbane
dader Newcastle N. S. W. erhalten. Die Kohlen werden am Eisenbahnkai mit
Körben übergenommen. Auf der Reede ist die Übernahme schwierig. Wasser-
versorgung. Es befindet sich eine Wasserleitung an den Landungsstellen, von
der man Wasser entnehmen kann. Die Tonne kostet 4 sh 6 d. Auf den Anker-
platz wird das Wasser durch 9 t haltende Leichter gebracht, der Preis erhöht
sich hierbei um 15 sh für 9t. Das Flußwasser ist zum Trinken, Kochen, Waschen
oder als Kesselspeisewasser nicht verwendbar. Frischer und Dauerproviant
ist in größeren Mengen zu erhalten. Der Dauerproviant ist aber etwa 25 bis
30 9%, teurer, als in Sydney. Andere Ausrüstung ist zu erhalten, jedoch alles
gut 30 %, teurer, als in Sydney. Anker, Ketten und Tauwerk sind nur in
kleineren Größen vorhanden. Ballast ist zu erhalten, Sandiger Lehm mit
Steinen vom Grassy Hill kostet 3 sh 6d p t, Steinballast 6 bis 7 sh pt.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das deutsche Konsulat befindet sich in
der Walker-Straße, etwa 5 Minuten vom Hafen entfernt. Agenten des Ger-
manischen Lloyd und des Norddeutschen Lloyd sind die Herren Burns, Philp & Co.
Hafen-, Hafenpolizei-, Lotsen- und Zollamt liegen am Hafen. Ein
deutscher Arzt ist am Orte, Ein Hospital ist vorhanden, das kranke Seeleute
für ein Entgelt von 30 sh für die Woche aufnimmt. Mannschaftsentweichungen
kommen nicht vor. Matrosen oder Heizer kann man nicht bekommen.
Zeitball. Das Telegraphenamt in Cooktown erhält dreimal wöchentlich
von der Sternwarte in Brisbane die Australische Zeit (Zeit von 150° O-Lg.).
Gegen eine Vergütung von 2 £ 2 sh kann man die Zeit von der Sternwarte direkt
bekommen. Deviationsbestimmung. Die magnetische Richtung der beiden
Richtbaken ist genau bestimmt. Seekarten und nautische Bücher sind von
Brisbane zu beziehen.
Kleinere Mitteilungen.
1. Von Sydney nach Suva und Apia. Bericht S. M. S. »Condor«, Komdt.
K-Kapt. Mommsen, vom April 1912.
S. M. S. »Condor« verließ am 18. April 1912 9@ V den Hafen von Sydney
und nahm von dort den direkten Kurs auf Suva, Am 20. April passierte man
um 9b V etwa 10 Sm nördlich vom Elisabeth-Riff, dessen Brandung vom Mars
aus beobachtet wurde.
Am 21. April begann unter gleichzeitigem Einsetzen von Regen das Baro-
meter langsam zu fallen. Der Wind aus nordöstlicher bis östlicher Richtung
Irischte auf und erreichte am 21, April morgens Stärke 5 bis 6. Jetzt begann
unter heftigem Regen und steter Zunahme des Windes, der von 84V ab nach
rechts drehte, das Barometer schnell zu fallen und erreichte um 12% mittags mit
745.6 mm Seinen tiefsten Stand (gegen 768.0 mm beim Verlassen von Sydney).
Gleichzeitig klarte der Himmel für kurze Zeit auf. Doch setzte bald wieder