Fr. Model: Pegelstationen des Kriegsmarine-Pegeluetzes der Ostsee.
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wasser ragen muß; letzteres ist‘notwendig, damit, falls sich der Trichter einmal verstopfen
sollte, mit einer Stange die Öffnung von oben wieder freigestofien werden kann. Der Eiswinter
1939/40 hat gezeigt, daß sich gelegentlich Eisschollen unter dem Trichter festklemmen, was da
durch verhindert wird, daß knapp unter der Trichteröffnung zwei Knaggen angebracht werden.
Der Übergang vom Sandtrichter in den Brunnen muß unter niedrigstem Niedrigwasser ange
bracht werden. Sollte dadurch die wirksame Trichterlänge kürzer als I m werden — einschließ
lich Trichterspitze also kürzer als 1.50 m (Abb. 20) —. so muß der Übergang höher als niedrigstes
Niedrigwasserniveau angebracht und durch ein im Brunnen bis in dieses Niveau hinabreichen
des Zusatzrohr der Wasserzutritt durch Heber Wirkung erreicht werden.
Das DämpfungsVerhältnis von I : 200 bis 1 : 500 hat sich bei Brunnen von rcl. 200 cm innerem
Durchmesser bewährt, wenn die Flutöffnung hinreichend tief und außerhalb der Brandungs-
zone angebracht ist, was bei den Seepegeln immer der Fall ist. Bei den wesentlich kleineren
Rohrpegeln (S. 27). die nur auf ein Eisenrohr von 318 mm Durchmesser gestellt werden, muß
das Dämpfungsverhältnis mindestens 1 : 1000 betragen. Auch die Bandmaßpegel müßten auf
1 : 300 bis 1 : 1000 abgeclämpft werden; allein, bei diesen Geräten ist das Spielen des Bandmaßes
nicht nur nicht schädlich, sondern sogar erwünscht. Das Dämpfungsverhältnis ist also abhängig
vom Rohrdurchmesser, hinreichende Tiefe vorausgesetzt, und aus den angegebenen Zahlen
(l : 200 bis 1 : 1000 bei einem Durchmesser von 200 cm bis 30 cm) kann, falls einmal eine andere
Dimension für den Brunnen gewählt werden sollte, die geeignete Flutöffnungsgröße inter
poliert werden.
Bei den hier beschriebenen Pegelbrunnen hat die Flutöffnung einen Durchmesser von 5 cm,
nämlich am unteren Trichterrand. Die Eintrittsöffnung in die Spundwand bzw. das Verbin
dungsrohr muß mithin ebenfalls mindestens 5 cm Durchmesser besitzen (vgl. Abb. 20).
Vor dem Rammen der Spundwand muß diese nun entsprechend dieser Anlage vorbereitet
werden: es muß die Flutöffnung eingeschnitten und die Befestigung für den Sandtrichter vor
gesehen werden. Wie dies in Groß-Möllen bewerkstelligt wurde, kann in allen Einzelheiten
der Abb. 20 entnommen werden.
B) Die jeweilige Nachbarbohle trägt eine Reserveflutöffnung, die mit einem Blindflansch
verschlossen ist (Abb. 26). Ist mit einem Auskolken zu rechnen, so wird sie tiefer, ist mit einem
Anlanden zu rechnen, so wird sie höher als die Hauptflutöffnung angebracht.
C) In ähnlicher Weise, wie die Befestigung für den Sandtrichter vorbereitet wurde, ist mit
der für den Bandmaßpegel zu verfahren (vgl. S. 36). In Abb. 27 wird gezeigt, wie dies in Ar-
kona durchgeführt wunde.
D) Zur späteren Befestigung des Lattenpegels muß eine Holzbohle angebracht werden
(siehe S. 35). zumindest muß die Befestigung der Holzbohle vor dem Rammen vorbereitet werden.
Abb. 11. Befestigung des Bandmaßpegelrohres (vgl. auch Abb. 20).