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Joachim Bl lit hg en: Geographie der winterlichen Kaltlufteiirbrüdie in Europa.
Zeichenerklärung:
sehr trocken
trocken
feucht
• • • •
• • •
sehr warm
o c oo
o o o
warm
normal
X X xx
v X x
kalt
sehr kalt
Ausgesprochen wechselhafte
Tendenz ist durch Verwendung
zweier Signaturen angedeutet,
z. B. im April: feucht — trocken.
Fig. 73: Idealschema der Gliederung des Jahres in natürliche Witterungsabschnitte. Außenring: Witterungsabschnitte;
davon der stark umrandete Teil: Zeitspanne mit Auftreten von KE unserer Definition in Europa; Mittelring: KE-
Typen, die die betreffenden Abschnitte des Außenringes kennzeichnen; Innenring: Monate.
durch das nachfolgende Absinken bedingten Strahlungsfrösten in dieser ursprünglich polaren
Luftmasse. Wenn, wie Ende Oktober 1938, die Fröste im Gefolge trockener Ost winde auftraten,
so ist ihnen doch ein vorbereitender NW-KE vorangegangen bzw. sie hängen mit besonders weit
herabreichenden Nsk-KE zusammen. Lediglich das selten eintretende Verlagern des französi
schen Azorenhochausläufers nach NO zur mittleren Ostsee bewirkte in diesem speziellen Falle,
daß die Strahlungsfröste im Gefolge zugeflossener Maritimpolarluft mit Ostwinclen verbunden
waren anstatt mit abflauenden Nordwestwinden oder reiner Windstille, wie es normalerweise
der Fall ist. In Lappland bringt der Zufluß von maritimpolarer KL um diese Zeit den Winter
beginn bzw. einen winterlichen Auftakt. Im Herbst 1939 trat dieser Winterbeginn in Lappland
ganz außergewöhnlich früh, anhaltend und intensiv auf, nämlich bereits von Mitte September ab.
Weiterhin ist um die Monatswende November/Dezember die Ausbildung eines flachen
mittel- oder südosteuropäischen Hochs typisch, die zn rauhkaltem, trübem Wetter führt. Die
örtlich entstandene Bodenkaltlnftsdiicht breitet sieh dabei äußerst träge weiter aus. Ebenso
langsam vollzieht sich auch der Abbau dieser Periode. Flache Tiefdruckgebilde bringen dichte,
feinkörnige, oft aber nasse Schneefälle, denen mildes Wetter folgt. In der KE-Statistik ist diese
Periode durch das Anwachsen der SO- und C-KE gekennzeichnet.
Erst Mitte Dezember folgt mit größerer Wahrscheinlichkeit wieder eine winterliche Periode.
Sie wird bedingt durch den ersten Vorstoß polarkontinentaler Kaltluft aus dem nunmehr ge
nügend umfangreichen Reservoir von Nord- und Osteuropa. Ausgelöst ist sie vielfach durch
eine über Mitteleuropa festlaufende Tiefdruckstörung, die dann von den vorstehenden Kaltluft
massen aufgefüllt wird. Daher sind diese NO-KE häufiger mit Schneefällen verbunden, sogar
noch vor Eintritt von Frost am Boden (Vorauseilen und Mischung der Kaltluft in der Höhe).
Wie wir aus der Tabelle S. 62 entnehmen können, breiten sich die NO-KE in diesem Monat
erstmalig in größerer Zahl bis Mitteleuropa aus. um im Januar zahlenmäßig abzuflauen. Die