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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marmeobsei-vatonums. — 60. Band. Nr. 6/T.
Die Schneedecke ist.sehr unregelmäßig, stark verweilt (vgl. Bl ü tilgen. 1939. S. 115-117) und
bestell! daher auch zumeist aus korrodierten Kristallen, vermischt mit Staub. Hinzu kommt
vielfach noch Eisregen, der zwar nicht ausschließlich an derartige Fronten gebunden ist, in
ihnen aber einen charakteristischen Bestandteil bildet und cler Schneedecke eine stumpfe,
wässerig grau aussehende und schwere Beschaffenheit verleiht. Der Fall dieser Eiskörner
(Bliithgen. 1939, S. 119) ist stets mit hörbarem Geräusch verbunden. Sie sind keinesfalls zu
verwechseln mit Graupeln oder Hagel. ..Von beiden Formen unterscheidet sich eine dritte,
welche bei plötzlichem Thauwetter nach starker Kälte sich zeigt und gewöhnlidi nach einigen
Minuten schon in Regen übergeht. Es sind dies runde, ganz durchsichtige Eisstückchen. Wasser
tropfen aus dem oben schon herrschenden Thauwind, welche bei dem Durchfallen durch die
untere noch nicht verdrängte kalte Luftschicht gefroren sind." So beschreibt W. Dove bereits
1837 (S. 67) dieses Phänomen vollkommen zutreffend und auch genetisch richtig, sofern wir
wandernde Fronten ins Auge fassen, auf deren Eisregen tatsächlich stets unmittelbar das Tau
wetter folgt.
Betrachten wir die nachfolgende statistische Zusammenstellung, so zeigen die SO-KE der
Zahl nach einen gleichmäßigen An- und Abstieg. Der Höchstwert cler Fälle und Tagessummen
liegt im Januar. Jedoch ergeben sich hinsiditlich cler Dauer einige Unterschiede hierzu: die
eintägigen KE haben nämlich im November ihr Maximum und übertreffen in diesem Monat
auch die jeweilige Zahl cler mehrtägigen SO-KE. Im Dezember dagegen vollzieht sich ein
Übergang zu einer im Januar besonders ausgeprägten Hochwinterlage, die ein Maximum bei
den 2- und 3 tägigen KE sowie bei den vieltägigen aufweist. Daher überwiegen die vieltägigen
KE in bezug auf ihre Tagessumme entsprechend bei weitem in diesem Monat. In diesen ist die
Hauptzahl antizyklonaler SO-KE enthalten, die mit den echten NO-KE das Kennzeichen
längerer Dauer gemeinsam haben. Nach einer Verwischung im Februar zeigt auch der März
noch deutlich die erwähnte Zweigipfligkeit des Maximums. Diese bleibt sogar in cler Gesamt
jahressumme erhalten, gleichgültig, ob wir nur die Zahl cler Fälle oder die Tagessumme be
rücksichtigen. Wenn wir hier mit einigem Vorbehalt generalisierend die wenigtägigen SO-KE
als zyklonal, die vieltägigen als antizyklonal bezeichnen, so sind jene für die erste Winter
hälfte und letztere für die zweite Winterhälfte kennzeichnend. Sie überschneiden sich im
Dezember und Januar. Diese Analyse zeigt, daß ohne eine Betrachtung cler verschieden lang-
dauernclen SO-KE die Gesamtzahl im Verlaufe des Winters einen dem Strahlungsgang an
gepaßten Auf- und Abstieg vortäuscht, cler in Wirklichkeit die Kombination zweier ganz
v erschiedener Varianten darstellt und z. B. innerhalb cler eintägigen ebensowenig wie inner
halb cler 5- bis 6 tägigen KE angedeutet ist.
Betrachten wir nun die Verbreitung cler SO-KE, so zeigt sich in der Gesamtjahres
summe ein Gefälle von SO nach NW. wobei jedoch die Abnahme nach Skandinavien zu dank
des Schutzwalles des Kjöl nur gering ist, und ebenso ist die Abnahme in Zentral- und Ost
frankreich relativ gering, hier bedingt durch den Schutz cler kontinentalen Hochdruckachse,
welche beim Vorliegen von SO-KE sehr häufig von Polen bis Spanien reicht.
Zwar gruppieren sich in allen einzelnen Stadien die SO-KE zeitlich um den Januar: wie
aber schon erwähnt, ist diese symmetrische Anordnung heterogen und zumindest nicht ganz
und gar dem Strahlungsgang zuzuschreiben. Sie zerfällt auch in den einzelnen Stadien, sobald
wir die SO-KE hinsichtlich ihrer verschiedenen Dauer getrennt betrachten. — In der Ausbil
dung eines relativen Verbreitungsmaximums von Polen bis Frankreich, d. h. also einer ver
zögerten zahlenmäßigen Abnahme gegenüber anderen Stadien, ergibt sich eine gewisse Ähn
lichkeit mit der Verbreitung der C-KE (vgl. Fig. 25).