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Full text: 60, 1940

Joachim Blüthgen: Geographie der winterlichen Kaltlufteinbrüche in Europa 
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Fig. 20. Frequenz der Nordostluftvorstöße (NO) in den einzelnen 
Stadien (Summe der Winter 1925/26 bis 1952/55). 
Fig. 21. Vorstoß mitteleuropäischer Kaltluft 
(C-KE) am 29. Januar 1952. Die Punktlinie 
umgrenzt das Gebiet mit Nebelbeobachtungen. 
(Nach Bad. Wetterber.) 
besonders im Dezember einzutreten pflegt, aber auch den Nachbarzeiten von Ende November 
bis Ende Januar nicht fehlt. Ein Beispiel gibt Fig. 21 vom 29. Januar 1932. Durch die Punktlinie 
ist das Gebiet, in dem Nebel beobachtet wurde, umgrenzt. Nacli der Nebelklassifikation von 
H. C. W i 11 e 11 (vgl. Egersdorf er, 1937) handelt es sich dabei um strahlungsbedingte Hoch 
nebel (Gruppe II b 2, maritime Herkunft der zur Ruhe kommenden Luftmassen, welche den zur 
Nebelbildung notwendigen Feuchtigkeitsgehalt der Luft sidiert). 
Von dem Bereich der mitteleuropäischen Wurzelzone aus strömt die KL südwestwärts über 
Frankreich und Süddeutschland, die oberitalienische Tiefebene öfter erreichend. Die Alpen 
stellen durchaus kein so effektives Hindernis dar, sofern nur clie Luftdruckverhältnisse die 
Transportrichtung um die Aljien herum oder über die Paßlücken erzwingen (Fig. 97—100), man 
denke nur an die Erscheinung des Nordföhns oder Tedesco. Allerdings muß lokale KL-Bildung 
in der Po-Ebene auch in Rechnung gestellt werden. Es wäre in dieser Beziehung die Mühe 
einer Spezialuntersudiung wert, ob die so häufig zu beobachtenden Nordwinde in Lugano mit 
heiterem Wetter und mäßigem Frost tatsächlich auf einen alpenüberquerenden Transport zu 
rückzuführen sind. 
Eine besonders große Ausdehnung erreicht dieser Typ selten; in der hier geschilderten 
Variante entstammt er meist einem flachen Kaltluftkissen, das durch Advektion maritimer 
Polarluft aus NW über Mitteleuropa entstanden ist (nach van Bebber Übergang von Typ I 
in II). Absinken und Ausstrahlung bedingen die Modifizierung der zugeflossenen KL, welche 
sodann zum Ausgangspunkt des eben geschilderten KE-Typs wird. 
Etwas anders stellt sich eine andere Variante dar, die vielleicht viel häufiger ist, als es die 
Statistik verrät. Sie schließt sich zeitlich und räumlich unmittelbar an NO-KE an und bildet oft 
einfach deren Fortsetzung, ohne daß ihre Abtrennung als selbständiger Typ möglidi wäre (z. B. 
Fischer, 1926). Als wichtigstes Charakteristikum muß nämlich gelten bleiben, daß sich die 
Ausgangskaltluft in Mitteleuropa in Ruhe befindet und durch Ausstrahlung am Boden selbst an
	        
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