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Full text: 60, 1940

48 Aus <lem Archiv dev Deutschen Seewarte und des Mariueobservatoriums. — 60. Band. Nr. 6/7. 
zwischen beiden KE mildere Lnft entlang der norwegischen Küste mit SW-Winden vor. Wenn 
die Gleichzeitigkeit praktisch aus der Statistik nicht immer errechenbar ist, dann ist das ohne 
weiteres verständlich aus der wechselnden Intensität und Reichweite einerseits und aus dem 
Widerstand der lappischen KL andererseits, wofür wir beim NW-KE kein Analogon besitzen. 
Bei den Betrachtungen über die Nsk-KE muß darauf hingewiesen werden, daß die eigent 
liche Stoßrichtung dieser Kaltlufteinbrüche nach Rußland führt, d. h. aus unserem Unter 
suchungsbereich hinaus (vgl. S. 146). Das darf aber über ihre vielfältige Bedeutung für andere 
Teile Europas nicht hinwegtäuschen. Sie stehen einmal in engster Wechselwirkung mit der 
nordeuropäischen Kaltluft, und sie können bei geeigneter Drucklage in einen NO-KE eingehen, 
der auch Mitteleuropa betrifft — schließlich können sie selbst direkt so weit ausholen, daß 
Mitteleuropa von ihnen betroffen wird. Fest bleibt jedoch bestehen, daß wir fast nie den ge 
samten Körper eines Nsk-KE in unserem Untersuchungsbereich vor uns haben. 
Statistisch-tabellarisch erkennt man, daß die Maxirna des zeitlichen Auftretens im 
Oktober und im Frühjahr sidi hauptsächlich auf die mehrtägigen Fälle beziehen, deren Schwer 
gewicht davon wieder auf die Zeit von März bis Juni fällt. Die nur 1- bis 2tägigen KE dagegen 
treten vorzugsweise im Januar auf. Das liegt in dem Widerstand der mittwinterlichen Kalt 
luftbildung über Skandinavien begründet. Liegt das Maximum der Itägigen Fälle ausgeprägt 
im Januar, so beginnt es sich schon bei den 2tägigen sekundär auf das Frühjahr zu verschieben. 
Bei clen 3tägigen ist dann das Januarmaximum bereits verschwunden. So ergibt sich im Jahres 
gang aller Fälle zusammengenommen für clen Januar nicht nur ein Minimum cler Tagessumme 
mit Nsk, das sogar noch vom September und Juni um je einen Tag übertroffen wird, sondern 
sogar auch ein solches cler Zahl der Fälle. Das für clen Winterdurchschnitt errechnete mittlere 
Überwiegen 2tägiger KE hinsichtlich Zahl und 4tägiger hinsichtlich Tagessumme ist daher nur 
durch die obige Analyse verständlich und besagt für sich nicht viel. 
Aufgeteilt nach der Reichweite ergibt sich zunächst, was Nordeuropa betrifft, die 
gleiche Zweigipfligkeit mit Überwiegen im Frühjahr. Lediglich in den peripheren Teilen des 
Gesamtbereichs, also im westlichen und südlichen Mitteleuropa, scheinen sie sich mehr dem 
Strahlungsgang anzupassen. Während clie herbstlichen Nsk hauptsächlich im Inneren Skandi 
naviens zu Frost führen, werden im Frühjahr S-Finnland und das Baltikum daneben stärker 
berührt. In cler Jahressumme ergibt sich eine Frequenz, wie sie Fig. 18 darstellt. Das Gefälle 
läßt sich in ein solches von NO nach SW sowie ein solches von NW nach SO aufgliedern. Die 
Überlagerung beider ergibt das dargestellte Bild mit dem Maximum genau im Norden an cler 
Eismeerküste Lapplands. Wir können abschließend festhalten, daß die Nsk dem europäischen 
Winter insofern eine Sonderheit aufprägen, als sie als Vertreter des arktischen Wintertyps 
aufzufassen sind und den schon an anderer Stelle mehrfach betonten zeitweilig arktischen 
Charakter des nordeuropäischen Winters bedingen. 
Tabellarische Zusammenstellung der Nsk-KE nach Zahl und Dauer, clargestellt nach Tagessinnmc und 
Zeit des Auftretens: 
IX 
X 
XI 
XII 
i ii 
in 
IV 
V 
VI 
Zusammen 
1925/26 überhaupt 
— 
5 
1 
1 
— i 
4 
3 
2 
2 
17 
desgl. in Tagen 
— 
ii 
7 
2 
4 
12 
9 
8 
6 
59 
davon 1 tägige 
— 
— 
— 
— 
— _ 
1 
— 
— 
t 
2 
2 tägige 
— 
i 
— 
1 
1 
1 
— 
— 
4 
desgl. in Tagen 
— 
2 
— 
2 
— — 
2 
2 
— 
— 
8 
5 tägige 
— 
t 
— 
— 
t 
i 
— 
— 
3 
desgl. in Tagen 
— 
5 
— 
— 
— — 
5 
5 
- 
— 
9 
4 tägige 
— 
— 
— 
— 
— 1 
— 
i 
2 
— 
4 
desgl. in Tagen 
— 
— 
— 
— 
— 4 
— 
4 
s 
— 
16 
5—6 tägige 
— 
i 
— 
— 
— — 
i 
— 
— 
1 
3 
desgl. in Tagen 
— 
6 
— 
— 
— — 
6 
— 
— 
5 
1? 
7—10 tägige 
— 
— 
i 
— 
— — 
— 
— 
— 
— 
1 
desgl. in Tagen 
— 
— 
7 
— 
— — 
— 
— 
— 
— 
7
	        
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