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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums. *— 60. Band. Nr. 6fr.
den Srhneeverlnillnissen sowohl eines bestimmten Gebietes wie auch dieser Wetterlage ergeben.
Darauf haben sowohl G. Schwalbe (1931) wie auch H ebner (1928) nachdrücklich hin
gewiesen. Ein ganzer Raum wie Nordwesteuropa, der seine Schneefalle in tieferen Lagen haupt
sächlich bei NW-KE bezieht, wird daher bei einer Bearbeitung der amtlichen Messungen zu
kurz kommen.
Fig. 13. Nsk-Kalthifteinbrudi aus NO über Greifswald, 15. März 1959, lokal eng begrenzte Sc-hneesdiauer bewirken
verhältnismäßig plötzliche Übergänge zwischen beschneiter und unbeschneiter Landschaft. Im Vordergrund kein
Schnee, Hintergrund beschneit. Teleaufnahme (15 cm) aus ca. lim Höhe.
Aus der beifolgenden statistischen Aufstellung geht hervor, daß clas Maximum
aller NW-KE im Januar und Dezember liegt, sekundäre Maxima zeigen Oktober und April.
Die hohe Zahl im Dezember und Januar zeigt jedoch, daß daran im Januar 2- und 3tägige, im
Dezember 2tägige KE beteiligt sind. Daneben haben 3- und 6tägige KE im November und
abklingend bis in den Dezember hinein einen beachtlichen Anteil. Im Jahresmittel über
wiegen die 2tägigen KE die 3tägigen nur wenig (je etwa 23 % der Gesamtzahl). Hinsichtlich
der Tagessumme dieser einzelnen Gruppen ergibt sich naturgemäß eine Verschiebung durch
das größere Gewicht länger anhaltender NW-KE. Zwar bleiben der Januar und Dezember an
der Spitze, aber dann folgen April, November, März, Oktober. Damit gewinnt das sekundäre
Maximum im April stärker an Gewicht; es erklärt sich aus einem etwas höheren Anteil längerer
NW-KE, und diese längeren NW-KE sind zugleich diejenigen, welche weiter bis Mitteleuropa
vorstoßen. Wir hatten schon gesehen, daß demgegenüber kürzere NW-KE meist nicht über die
Färöer hinausgelangen.
Betrachten wir nunmehr noch die statistisch sich, ergebende Reichweite, so sehen wir
die Bestätigung der eingangs vermerkten Häufigkeitsabstufung. Aon den insgesamt 262 NW-KE
erreichen die Färöer nur 179 und Schottland nur rund 115. Relativ gering dagegen ist der wei
tere Abfall nach Ostengland, wohin noch 90 gelangen (gegenüber nur 32 in Irland!). In SW-
Norwegen, in Deutschland, ja sogar in Frankreich sind noch mehr NW-Yorstöße mit negativen
Temperaturen zu verzeichnen als in Irland. Die Alpen werden nur in 11 Fällen überschritten
(wohlgemerkt nur mit reduzierten Temperaturen von nahe oder unter 0°), der Durchstoß über
Mitteleuropa nach Polen ist demgegenüber sogar häufiger. Die beifolgende Karte (Fig. 14) über
die Frequenz in den einzelnen Gebieten veranschaulicht clas soeben Gesagte. Es bleibt noch
hervorzuheben, daß das Maximum im Januar nicht bis Mitteleuropa vordringt, dort liegen viel
mehr zwei Maxima im Dezember und März. Der Oktobergipfel ist nur bis zu den Färöern vor
handen (von Island aus gerechnet), der des April dagegen bis Schottland. Weiter nach dem
Kontinent zu nimmt der Aprilgipfel soweit ab, daß der März an seine Stelle tritt. Auf Einzel
heiten wird im regionalen Teil noch eingegangen werden.