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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

84 
Das Klima Helgolands. 
Mittlere tägliche 
Temperaturschwankung 
an 
heiteren trüben 
Tagen 
Januar 
Februar 
März 
April 
Mai 
Juni 
Juli 
August 
September 
Oktober 3,8 3,8 
November 3,8 3,2 
Dezember 4,2 3,4 
Jahr 6,5 4,3 
36 
3,ö 
3,8 
4,6 
5,9 
6 
Quotient 
0,34 
0,74 
0,60 
0,62 
0,68 
9,65 
9,60 
0,50 
0,62 
0,87 
0,54 
0,50 
0,66 
Hiernach ist also selbst im Durchschnitt die Temperaturamplitude an 
einem heiteren Tage um die Hälfte gröfser als an einem trüben Tage, im 
August sogar doppelt so grofs. Im Binnenlande ist aber dieser Unterschied noch 
viel bedeutender. Dafs er auf Helgoland nicht gleich grofs, mufß neben dem oben 
besprochenen abstumpfenden Einflufs des Meeres auch dem gröfseren Feuchtig- 
keitsgehalte zugeschrieben werden, welcher selbst an heiteren Tagen die Strahlung 
und damit extreme Erwärmung und Erkaltung zu mindern vermag. 
Der jährliche Verlauf der Tagesamplitude ist an den verschiedenen 
Stationen sehr übereinstimmend, indem dieselbe vom Winter zum Frühsommer 
schnell zu- und dann nach dem Winter hin langsam abnimmt. Ein Unterschied 
zeigt sich vielleicht darin, dafs bei Helgoland auch hierin eine Verspätung der 
Extreme eintritt, die aber den Küstenstationen gleichfalls zu eigen sein scheint: 
die gröfste tägliche Schwankung fällt im Binnenlande auf den Mai, an der 
Küste und auf Helgoland erst auf den Juni, die kleinste zeigt sich im Binnen- 
Jande allgemein im Dezember, an den Küsten meist erst im Januar und auf 
Helgoland sogar erst im Februar. 
Auffallender noch als durch die täglichen Extreme macht sich das See- 
klima Helgolands in den täglichen periodischen Temperaturänderungen 
bemerkbar. Zur Darstellung derselben konnten nur die täglich dreimaligen 
Terminbeobachtungen benutzt werden. Dieselben erfolgten bis zum Jahre 1886 
um 6a, 2p, 10p, seitdem jedoch 7a, 2p, 9p. Dieser Wechsel wirkt inso- 
fern störend, als die Morgen- und Abendtermin-Mittel nicht für den ganzen 
Zeitraum gebildet werden konnten, zumal eine Reduktion der 7 a- und 9 p-Werthe 
auf die 6a- und 10 p-Mittel ohne geeignetes Beobachtungsmaterial nicht ange- 
zeigt erschien. Es wurde daher für diese Frage nur das Dezennium 1876/85 
zu Grunde gelegt. Der tägliche Gang, soweit er nur aus den drei Terminen 
6a, 2p, 10p ersichtlich, dürfte jedoch trotz des kürzeren Beobachtungszeitraums 
keine wesentlichen Unrichtigkeiten zeigen. 
Tabelle V, 
Tempyeraturmittel für die einzelnen Termine. 
Helgoland 
An 
an 
(On 
Jan. 1,6 2.1 1,8 
Febr. 2,1 2.9 },4 
März 2,3 4,0 2,6 
April 51 7,7 5,5 
Mai 8,8 11,2 8“ 
Juni 13,1 15,4 12,2 
Juli 15,3 17,6 15,2 
Aug. 15,6 17,9 15,7 
Sept. 13,5 15,5 14,0 
Okt, 2,8 10,9 10,1 
Nor. 5,6 6,3 5,8 
Dez. 3,0 3,4 3,1 
Jahr 3.0 9,6 8.2 
AToldor” 
RR 
IC 
5,0 
8 8 
18 5,5 
54 10,5 
a3 14,2 
(3,5 18,3 PP 
5,9 20,0 15,4 
5,0 19,8 15,1 
‚2,0 16,7 12,4 
7,2 10,9 7,8 
2,9 5,2 3,5 
0,4 1,7 0,8 
nn 10.4 „9 
{annover 
LOn 
Am 
C 
3 
1 
& 165 
42 20» . 
15,7 220 16,6 
15,0 212 16,0 
121 181 182 
76 123 8,7 
3,2 5,9 3,9 
12 2,8 16 
78 49,1 8.2 
Breslan 
Dn 
10p 
—13 —34 
05 —16 
5 4,6 1,4 
) 11,2 7,1 
19 16,9 12,2 
1.7 20,2 15,6 
1 21,9 17,3 
45 231,6 16,9 
10,5 17,8 13,1 
6.1 12,3 8,0 
:6 4,7 2.4 
—2,1 02 —15 
5,5 10,9 7,8 
a
	        
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