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Full text: 60, 1940

Wa 11 e r K u p s : Niederschlagsverhältnisse und Ursache der Niederschlagsverteilung im Weichselmündungsgebiet 41 
Abb. 13. 
b) STATISTIK DER NIEDERSCHLAG BRINGENDEN WINDE. 
Die Ergebnisse des vorigen Abschnitts führen zu der Vermutung, daß die Hauptrichtung der regen 
bringenden Winde West ist, daß aber auch ein größerer Prozentsatz der Niederschläge bei Winden aus dem 
Ostquadranten fällt. Die Prüfung dieser Annahme soll im folgenden vorgenommen werden. 
1. Allgemeine Bemerkungen über Wi n d b e o b a c h t u n g e n und die mittlere 
Windverteilung. 
Windbeobachtungen werden nur an wenigen Stellen des Weichselmündungsgebietes ausgeführt. 
Meistens handelt es sich um Windbestimmungen nach orientierten Windfahnen und Windstärketafeln; 
häufiger noch beruht die Schätzung auf einer reinen Augenbeobachtung. Registrierende Windmeßgeräte 
bestanden bis November 1939 am Staatlichen Observatorium bzw. bestehen an der 1,5 km davon entfernten 
Flugwetterwarte in Danzig-Langfuhr sowie am Marine-Observatorium Gotenhafen (früher Obserwatorjum 
Morskie). Erst im Jahre 1936 wurden im Gebiet der ehemaligen Freien Stadt Danzig je ein Steffens-Hedde- 
Böenschreiber in der Niederung und auf der Höhe in Betrieb genommen. Die Ergebnisse sonstiger im Unter 
suchungsgebiet vorhandener, polnischer Windmeßinstrumente sind bisher nicht veröffentlicht worden. 
Windbeobachtungen unterliegen größeren Fehlern als andere meteorologische Feststellungen; ihre 
Richtigkeit hängt in erhöhtem Maße von der Person des Beobachters ab. Ich habe daher nur die Wind 
registrierungen zur Darstellung der Windverhältnisse herangezogen. Da Gotenhafen bei ähnlicher Lage wie 
Danzig-Langfuhr nur 15 km vom Observatorium entfernt ist, habe ich lediglich die Auswertung des Lang- 
fuhrer Materials vorgenommen. Ich war mir dabei wohl bewußt, daß gerade diese Station, die nur 2 km von 
dem bis zu 90 m ansteigenden Höhenrand entfernt liegt und außerdem zum Bereich des in den Frühjahrs 
und Sommermonaten häufig auftretenden Seewindes gehört, nicht für das ganze betrachtete Gebiet maßgeblich 
sein kann. Dennoch mußte ich in Ermangelung einer besser gelegenen auf dieses Material zurückgreifen. Die 
Resultate gestatten unter Berücksichtigung des eben Gesagten einen recht guten Überblick über die Wind 
verhältnisse des Weichselmündungsgebietes. 
Einen ersten Einblick in die Windverhältnisse erhält man bei der Betrachtung der mittleren Wind 
verteilung, die von einem möglichst langen Zeitraum errechnet ist. Der Klima-Atlas von Deutschland (20, 22) 
enthält Angaben über Windbeobachtungen in Heia aus dem Zeitraum 1881—1910. Die durchschnittliche 
Windverteilung im Jahr ausgedrückt in Prozenten enthält Reihe 1 in Tab. VIII. Ähnliche Werte für Heia, 
aber für den Zeitraum 1886—1910, errechnet Zofja Kaczorowska (enthalten in Wiadomosci Meteorologiczne 
i Hydrograficzne 1934, Seite 68); sie sind in Reihe 2 angegeben. Aus der gleichen Quelle stammen auch die 
in Reihe 3 angeführten Werke für Heia aus dem Zeitraum 1927—1931. Für Neufahrwasser sind über den 
Zeitraum 1876—1900 Mittelwerte gebildet worden (enthalten in Ergebnisse der Meteorol. Beobacht, im System 
der Deutschen Seewarte usw., Hamburg 1904, Seite 17). Sie werden in Reihe 4 wiedergegeben. Für den 
tOjährigen Zeitraum 1925—1934 sind die in Reihe 5 aufgeführten Prozentzahlen für Danzig-Langfuhr er
	        
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