accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 60, 1940

62 
Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums. — 60. Band. Nr. 3/4. 
Der jährliche Verlauf der relativen Feuchtigkeit weist ein Maximum zur Zeit der herbstlichen Regen 
periode auf, nur die Plana de Vieh hat ihr Maximum im Dezember. Die Minima der relativen Feuchtigkeit 
erscheinen einheitlich im Hochsommer. 
Bei den mittleren Jahrestemperaturen läßt sich eine Zunahme in nordsüdlicher und westöstlicher Rich 
tung erkennen. Sie liegen zwischen 8.1° und 17.4°. Das Minimum entfällt auf die Station S. Juan de Peña- 
golosa, den höchsten Beobachtungsort im südwestlichen Randgebirge. Amposta im Ehrodelta zeichnet sich 
durch das größte Jahresmittel aus. Die jährlichen Temperaturamplituden wachsen mit der Annäherung an 
das Becken, und sie erreichen bei Juneda die extremste Schwankung von 21.6°. Die Linien gleicher thermi 
scher Kontinentalität verlaufen parallel zur Küste und den Randgebirgen, im Becken aber folgen sie mehr 
einer konzentrischen Anordnung um den größten Wert hei Juneda (35, 2). 
Das Klima von Katalonien und Castellón wird in erster Linie von dem verschiedenen thermischen Ver 
halten von Festland — Iberische Halbinsel — und umgebenden Meeren —- Mittelmeer und Atlantischer 
Ozean — in den extremen Jahreszeiten bestimmt. Im Sommer und Winter gerät das untersuchte Gebiet 
mehr oder weniger unter den Einfluß des stark erhitjten bzw. erkalteten Innern. Der mediterrane Saum 
steht ebenso wie das Atlantische Küstengebiet im Sommer unter der Einwirkung des Azorenhochs, und die 
nördlichen Winde w'erden dann an der mediterranen Küste durch das zentraliberische Tief in östliche bis 
südliche Winde umgelenkt. Sie können dem heißen Land nur dort Niederschlag bringen, wo sie zu starkem 
Aufsteigen gezwungen werden. Im Sommer reicht der Einfluß des zentraliberischen Tiefs bis in das Bereich 
der inneren Gebiete, das Ebrohecken und die nordöstlichen Ebenen. Gewitter und nordatlantische Zyklonen 
bringen die spärlichen Niederschläge. 
Im September verursacht das Balearentief im ganzen Gebiet reichliche Niederschläge. Die Küstenstriche 
empfangen dann ihr primäres Niederschlagsmaximum. Mit der Verschiebung des mediterranen Tiefs in die 
Gegend von Corsica und Sardinien hört sein Einfluß in den inneren Ebenen allmählich auf; dort werden 
die Niederschläge dann von nordatlantischen Zyklonen gebracht. Zuweilen wirken auch beide Aktionszentren 
zu gleicher Zeit, und dann sind die Regenfälle überall sehr ergiebig. 
Im Winter, besonders im Hochwinter, beeinflußt das zentraliberische Hoch das gesamte Gebiet. Nur 
selten können sich atlantische oder mediterrane Tiefs entfalten. Im Februar ist die Stabilität des iberischen 
Hochs schon erschüttert, und nun setjt wieder regelmäßig die Tätigkeit der Zyklonen ein. Es können nord 
atlantische, mediterrane oder Gibraltarzyklonen sein. Im Gegensatj zum Herbst sind jetjt vorwiegend die 
atlantischen Minima die Regenerzeuger, und zwar auch im mediterranen Küstenstreifen. Der Luftdruck ist 
über dem Mittelmeer in stetigem Steigen begriffen, dagegen nimmt er auf der Iberischen Halbinsel immer 
mehr ah. Im Mai ist der Gradient auf dem iberischen Festland sehr klein, und die dadurch verursachten 
Gewitterregen bedingen das primäre Niederschlagsmaximum des Frühjahrs in den Binnenlandschaften. 
Die Wirkung der nordatlantischen Zyklonen nimmt von Norden nach Süden ab, die der Gibraltar- 
Zyklonen von Süden nach Norden. Beim Balearentief ergibt sich eine Verminderung der regenerzeugenden 
Kraft in ostwestlicber Richtung. Die immerfeuchten Klimaprovinzen entstehen dadurch, daß sie sich meistens 
noch in den randliehen Bereichen starker Wirkung der nordatlantischen Zyklonen befinden. Bei der östlichen 
immerfeuchten Region verursachen die Mittelmeerwinde starke Steigungsregen. Die Sierra del Cadi zeichnet 
sich besonders als Regenfänger aus. 
Aus diesem Wechselspiel der Aktionszentren und dem Grad ihrer Entfaltung ergeben sich die in 
dividuellen Verhältnisse des untersuchten Gebietes. Infolge der allgemein vorherrschenden Frühjahrs- und 
Herbstregen können wir in Katalonien und der Provinz Castellón noch von einem gemäßigten Etesienklima 
sprechen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.