accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : 59, 1939

Gerhard  Schumacher:  Das  Klima  Südkoreas  auf  Grund  der  japan.  Wetterbeobachtg.  der  Jahre  1914  bis  1933  57

18  Schneetage  werden  im  Durchschnitt  im  Jahr  verzeichnet,  je  7  Tage  im  Januar  und  Februar,  also  etwa
die  Hälfte  der  Niederschlagstage.  Im  milderen  Dezember  bringen  von  17  Niederschlagstagen  3  Schnee.  Die  Dauer
der  Schneedecke  beträgt  knapp  4  Tage  an  der  nördlichen  Küste.  Nach  mündlicher  Mitteilung  der  Forstleute  an
Lautensach  gehört  Schneefall  an  der  südlichen  Küste  zu  den  größten  Seltenheiten.  Mit  wachsender  Höhe  wird
natürlich  auch  der  Winter  kälter  und  strenger.  Im  Kralerkessel  des  Kandasans  liegt  Schnee  bis  in  den  Juni  hinein
(Lit.  Nr.  30).  Das  durch  das  nahe  Vorbeiziehen  einer  Zyklone  im  Norden  verursachte  Unwetter,  das  Lautensach
(Lit.  Nr.  24,  159)  am  23.  Oktober  1933  in  der  Gipfelregion  des  Kandasans  überraschte,  erzeugte  hier  Frosttemperaturen, ­
  Rauhreifbildungen  an  Felsen  und  Bäumen  von  mehr  als  3  cm  Länge  und  hüllte  schließlich  den  ganzen
Gipfelstock  bis  1600  m  herab  in  ein  Schneekleid,  das  mehrere  Tage  dauerte.
Die  relative  Feuchtigkeit  beträgt  durchschnittlich  von  Oktober  bis  März  70%,  auf  den  Oktober  fällt  das
Minimum  mit  69%.  Der  Juli  erreicht  mit  81,1%  das  Maximum  (absolutes  Maximum  von  88,3%  im  Juni  1925).
Durch  die  große  Zahl  der  Niederschlagstage  wird  das  Maximum  des  Bewölkungsgrades  mit  8,7  im  Januar  erreicht
(absolutes  Maximum  im  Januar  1925  mit  9,5),  das  Minimum  fällt  mit  6,3  auf  den  April  (absolutes  Minimum
von  5,0  im  Juli  1932,  als  der  für  alle  Monate  seltene  Fall  eintrat,  das  keine  einzige  Tf 2 -Zyklone  beobachtet
wurde!),  August  und  Oktober  zeigen  6,4  als  durchschnittlichen  Bewölkungsgrad.  Nur  25%  der  möglichen  Sonnenscheinstunden ­
  erhält  der  Januar  (1925  nur  19%!),  die  höchsten  Beträge  registriert  der  August  mit  durchschnittlich ­
  61%,  der  Oktober  mit  60%  und  der  April  mit  55%  (Juli  1932:  74%!).
Auch  in  bezug  auf  die  Temperatur  sind  Gegensätze  zum  Festland  festzustellen:  14,7°  ist  die  durchschnittliche ­
  jährliche  Temperatur  in  Saisyü  und  15,4°  in  Mara-tö.  Da  der  winterliche  Landmonsun  Gelegenheit  hat,  sich
über  der  Koreastraße  zu  erwärmen,  schnellen  die  mittleren  Januartemperaturen  in  Saisyü  auf  4,5°  und  auf  dem
im  Schutz  der  Hauptinsel  gelegenen  Mara-tö  auf  5,8°,  während  die  mittleren  Januartemperaturen  auf  den  südlichsten ­
  Stationen  des  koreanischen  Festlandes  um  2°  herum  liegen.  In  den  einzelnen  Jahresreihen  wird  im  Februar
häufiger  als  im  Januar  die  kleinste  Monatstemperatur  gemessen,  der  letzte  Monat  weist  aber  durchschnittlich  den
geringsten  Wert  auf.
Der  sommerliche  Seemonsun  bringt  den  Inseln  wie  dem  Festland  hohe  Temperaturen,  die  höchste  Monatstemperatur ­
  fällt,  wie  in  den  maritimen  Wechselklimaten  der  Nordhalbkugel  überhaupt,  meist  auf  den  August,  in
Mara-tö  sogar  in  17  der  18  Beobachtungsjahre.  Die  mittlere  Augusttemperatur  von  26,4°  in  Mara-tö  und  26,2°  in
Saisyü  ist  ebenso  hoch  wie  auf  dem  benachbarten  Festland.  Auf  der  Südküste  des  Kandasans  verdichtet  sich  in  dieser
Jahreszeit  die  auf  steigende  Feuchtigkeit  und  erzeugt  eine  hartnäckige  Wolkendecke.  Infolgedessen  ist  nach  mündlicher ­
  Mitteilung  der  Forstleute  an  Lautensach  die  Südküste  von  Quelpart  im  Sommer  bis  zu  3°  kühler  als  die
Nordküste.
Quelpart  ist  der  einzige  Teil  Koreas,  in  dem  die  mittleren  Minimaltemperaturen  den  Gefrierpunkt  nicht
unterschreiten  (Januarmittel  +2,1°).  Lehrt  doch  die  Januar-Isothermenkarte  der  Oberflächentemperaturen  des
Meeres,  daß  Quelpart  von  der  12°-Isotherme  berührt  wird.  Die  Größe  der  täglichen  Temperaturschwankung  beträgt
im  Mittel  im  Januar  nur  5,4°  und  im  August  6,7°.  Diese  beiden  Werte  sind  die  minimalsten  aller  südkoreanischen
Stationen.  +37,0°  wurde  als  höchste  absolute  Temperatur  und  -—5,7°  als  tiefste  absolute  Temperatur  gemessen,
so  daß  diese  Differenz  von  42,7°  weit  unter  dem  Durchschnitt  aller  südkoreanischen  Stationen  liegt.

E.  Thesenmäßige  Zusammenfassung.
Als  Urmaterial  für  diese  Arbeit  wurden  einmal  die  japanischen  meteorologischen  Beobachtungen  der  Jahre
1914  bis  1933  benutzt,  die  jährlich  in  den  Annual  Reports  of  the  Meteorological  Observatory  of  the  Government
of  Työsen  veröffentlicht  werden.  Kürzere  Jahresreihen  wurden  durch  Reduktion  auf  die  20jährige  Normalperiode
bezogen,  und  damit  unterscheidet  sich  diese  Arbeit  von  den  wenigen  klimatographischen  Arbeiten,  die  vorher  über
das  Klima  Koreas  erschienen  sind.  Nicht  der  Mittelwert  der  einzelnen  Elemente  an  sich  war  schon  in  dem  nur  beschreibenden ­
  ersten  Hauptteil  maßgebend,  sondern  die  Frage,  wie  weit  sich  der  „mittlere“  Ablauf  der  Einzelwerte
mit  dem  Ablauf  in  den  betrachteten  Einzeljahren  deckt.  Häufigkeitstabellen  wurden  deshalb  besonders  stark  ausgewertet. ­

Als  weiteres  Urmaterial  wurden  die  Daily  Weather  Charts  of  the  North  Pacific  Ocean  der  Jahre  1926  bis  1933
herangezogen,  um  auf  Grund  der  täglichen  Luftdruckverteilung  eine  Anzahl  der  das  Klima  Südkoreas  maßgebend
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.