Gerhard Schumacher: Das Klima Südkoreas auf Grund der japan. Wctterbeobachtg. der Jahre 1914 bis 1933 55
werte: 1929 brachten 1 Tc 2 -, 3 Td 2 -, 5 Tf 2 -Wetterlagen etwa das 3fache des Durchschnittwertes, nämlich
105,9 mm.
Temperaturvergleiche der E- und W-Küstenstationen liefern prinzipiell dieselben Ergebnisse, wie sie für die
nördlichen Stationen dargelegt sind.
VI. Die Siidküste mit den vorgelagerten Inseln.
(Die westlichen Stationen: Työkö, Hozyö, Zyunten, Katö; die östlichen Stationen: Husan, Sisen, Masan, Kyözyo;
die südlich vorgelagerten Inseln und Halbinseln: Kyobun-to, Köko, Reisui, Syöri-tö, Töei, Makinosima).
Die Begrenzung dieser Klimaprovinz bildet im N, W, E die 1400-mm-Jahresisohyete. Was diese Provinz
aus der Reihe der übrigen Festlandsprovinzen hervorhebt, ist die besonders große jährliche Höhe des Niederschlags.
Sie ist die regenreichste aller Festlandsprovinzen. In stärkstem Maße ist die S-Küste fast allen regenbringenden
Zyklonen (Td 2 , Te 2 , Tf 2 ) ausgesetzt, besonders aber auch den Taifunen (Tb*, Tc,, Td,, Те,), die unmittelbar
an der S-Küste die stärksten Regengüsse erzeugen.
Im westlichen Teil um Katö, Zyunten, Hozyo bedingt die relative Höhe der Ausläufer der Mittelkette eine
durchschnittlich noch größere Niederschlagsmenge als im niedrig gelegenen östlichen Teil. Katö weist mit 1564 mm
Durchschnittsbetrag den höchsten bisher gemessenen Wert Südkoreas auf. Die jährliche Niederschlagssumme der
südlich vorgelagerten Inseln und Halbinseln liegt zwischen 1300 und 1400 mm; nur Kyobun-to, das von der Küste
schon recht entfernt ist, verzeichnet durchschnittlich 1135 mm. Auch Makinosima bildet in bezug auf den Nieder
schlag eine Ausnahme, nur 870 mm werden durchschnittlich im Jahr erreicht, obwohl das nur wenige km entfernte
Husan 1418 mm verzeichnet; ein noch völlig ungeklärter Großunterschied auf kleinstem Raum. Im allgemeinen
sind also hier die Jahressummen erheblich größer als auf den westlichen Inseln. Im Winter und Frühjahr unter
bindet der N-Monsun in dieser Provinz nicht so sehr den Einfluß wandernder Zyklonen als an der W-Küste; Tf 2 -
Zyklonen bringen häufig Niederschlag. Die Taifunwirkung ist hier ebenfalls intensiver als im N. Der Jahres
gang des Niederschlags zeigt das Maximum im Juli und das Minimum im Dezember.
Die Wetterverhältnisse des Aprils 1928 seien angeführt, um zu zeigen, daß bei Tf 2 -Wetter die südlichen
Inseln maximale Monatsbeträge erhalten können, die nordwestlichen Inseln dagegen fast gar keinen Niederschlag. Die
regenbringenden Wetterlagen des Aprils 1928 waren nach der Wetterlagentabelle 8 Tf 2 -Tage, diese brachten
Kyobun-tö 165,5 mm (Monatsmittel 126,0 mm) und Syori-tö 187,4 mm (Monatsmittel 147,8 mm)); Ö-tö und
Kakureppi-tö dagegen 12,9 mm (Mittel 50,1 mm) bzw. 21,8 mm (Mittel 58,6 mm).
Da sich die Zahl der Niederschlagstage im Jahr nur auf 94 bis 103 beläuft, erreicht die Niederschlags
intensität auf dem Festland sowohl im Winter wie im Sommer große Beträge: Katö irn Januar 10,2 mm und im
August 21,3 mm; Zyunten im Januar 8,6 mm und im August 24,6 mm. Die Niederschlagsintensität auf den Inseln
beträgt im Dezember 5,5 mm, im Juli 17,0 mm; besonders der Winterwert ist erheblich größer als auf den nord
westlichen Inseln (dort 2,0 mm).
Die höchsten Monatsniederschlagsbeträge wurden im September 1926 und im August 1933 beobachtet. Der
hohe Septemberbetrag wurde hauptsächlich durch den Те,-Taifun verursacht; in Zyunten wurden im Monat
538,8 mm gemessen, davon allein am 15. September 159,0 mm; in Katö im Monat 464,8 mm und im Laufe des
einen Haupttaifuntages 169,3 mm. Der Betrag von Zyunten ist gleich dem 3,2fachen Betrag des Durchschnittswertes
und gleich dem 12,9fachen des minimalsten Septemberbeirages 1932.
Ein Tb,-Taifun brachte neben einer Te 2 - und 2 Td 2 -Zyklonen die hohen Augustbeträge 1933: Zyunten
500,0 mm (Mittelwert 295,8 mm) und Katö 538,0 mm (Mittelwert 274,3 mm). Am 3. August stürzten im Laufe
des Tages in Zyunten 206,0 mm und in Katö 180,0 mm nieder.
Die nur den äußersten S Koreas gelegentlich im Oktober aufsuchenden Td 1 -Taifune haben z. B. 1933 in
Husan die Niederschlagshöhe auf 192,0 mm und in Masan auf 253,1 mm anschwellen lassen, gegenüber dem Mittel
wert von 66,8 mm bzw. 72,5 mm und dem minimalen Wert von 12,1 mm bzw. 6,5 mm im Oktober 1931, wo die
diesmal schon im Oktober recht starke Wintermonsunwirkung auch hier im S jede Zyklonenstörung unterband.
Im Winter gehen die Niederschläge auch meist in Form von Regen nieder, durchschnittlich sind im Jahr
nur etwa 8 Schneetage in Husan zu beobachten. Da im Februar 1927 die tiefste mittlere Februartemperatur mit
1,7° (Mittel 3,2°) beobachtet wurde, brachten naturgemäß von den 8 Niederschlagstagen 7 den Niederschlag in
Form von Schnee.
Die Wirkung des N-Monsuns und die der abgekühlten Meere ist für diese Klimaprovinz am geringsten, denn
selbst im Januar beträgt die Oberflächentemperatur der Koreastraße unmittelbar an der Küste 10°.