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Full text: 59, 1939

Gerhard Schumacher: Das Klima Südkoreas auf Grund der japan. Wetterbeobachtg. der Jahre 1914 bis 1933 53 
IV. Die Hauptkette. 
In dieser Klimaprovinz liegt keine Station. Man muß sich also darauf beschränken, einen Vergleich 
zwischen der W-Seite und der E-Seite des Gebirges an Hand der Tabellen der vorgelagerten Stationen der angrenzen 
den Klimaprovinzen zu ziehen und ungefähre Angaben nach den pluviometrischen und thermischen Höhen 
koeffizienten zu machen. Eitokü und Seisyö seien im N, Keisyü und Eisen im S als Vergleichsstationen gewählt. 
Die E-Seite des Gebirges erhält aus den bei der Besprechung der vorigen Klimaprovinz dargelegten 
Gründen mehr Niederschläge im Jahr als die W-Seite (Unterschied der Tc 2 - und Td 2 -Zyklonen!). Wie in der Haupt 
kette kann in 500 m Höhe mit einem Betrag von 1400 mm Jahresniederschlag gerechnet werden. 
Die Jahrestemperatur des E-Randes ist durch das Japanmeer stark gemildert. Sie liegt also höher als am 
kontinentalen Rand: Eitokü 13,2°, Seisyö dagegen 12,3°. In 500 m Höhe im Gebirge herrscht etwa eine Jahres 
temperatur von 8°. Noch krasser ist der Gegensatz im kältesten Monat, im Januar: Eitokü +0,4°, Seisyü 
dagegen •—2,2°*. Da die Augusttemperaturen in der gesamten nördlichen Hälfte in Gebieten unter 200 m bei 25 
bis 26° liegen, kann man in 500 m Höhe mit einer Augusttemperatur von 24° rechnen. Die Jahresamplitude am 
E-Rand ist natürlich entsprechend geringer als am W-Rand, das gleiche gilt von der täglichen Temperaturamplitude, 
die in Eitokü im Januar 9,6° und im August 8,2°, in Seisyö dagegen im Januar 11,3° und im August 10,8° be 
trägt. Die kontinentale Natur der dem W-Rand vorgelagerten Stationen zeigt sich auch an den absoluten Extrem 
temperaturen: Eitokü beobachtete am 11. Januar 1931 —17,0° und am 22. Juli 1929 +38,5°; Seisyö am 26. Januai 
1933 —25,5° und am 1. August 1932 +39,0°. 
Im November 1933 wurde die stabile Monsunwetterwirkung für die E-Seite des Gebirges durch eine Tc 2 - 
Wetterlage unterbrochen, so daß Eitokü 31,8 mm Niederschlag erhielt. Seisyö konnte im ganzen Monat nur 
7,8 mm aufweisen. 
V. Die Ostküste. 
Diese Klimaprovinz wird im W bis zur S-Küste topographisch begrenzt durch den E-Rand der Hauptkette. 
Eine Untergliederung in einen Nord- und Südteil war durch die 1100-mm-Jahresisohyete gegeben, die etwa bei der 
Grenze der Provinz Keisyö-nandö gegen Keisyö-hokudö vom Gebirge quer zur Küste verläuft. 
Hauptregenbringer sind hier die Tc 2 -Zyklonen neben den Te 2 - und den stark ausgebildeten Td 2 -Zyklonen. Im 
allgemeinen haben sich aber die Td 2 -Zyklonen auf ihrer Bahn bis zur E-Küste schon stark abgeregnet. Desgleichen 
sind die Ta x - und Tb t -Taifune in den Sommermonaten an der E-Küste weniger intensiv, da bei der Überquerung des 
Landes eine schnelle Verflachung eintritt (siehe unten die Augustverhältnisse 1933). Genaue, später angegebene Tem 
peraturvergleiche lehren, daß die Temperaturen für Stationen gleicher geographischer Breite an der E-Küste im all 
gemeinen milder sind als an der W-Küste. Die Erklärung liegt in den dargelegten hydrographischen Verhältnissen 
der beiden Meere (siehe S. 10). 
1. Die nördlichen Stationen. 
(Küstennahe Stationen: Työkikö, Höko, НбкбД, küstenferne Stationen: Eitokü, Keisyü.) 
Die Jahresniederschläge der nördlichen E-Küste liegen zwischen 900 und 1100 mm. Die Beträge sind also 
geringer als bei den Stationen der nördlichen W-Küste. Im Jahresgang zeigen sich der Dezember und Januar als 
Monate des geringsten Niederschlags und der Juli als der des höchsten Betrages. Vergleicht man etwa die Pro 
millezahlen von Taisen in dem nördlichen W-Küstengebiet und Työkikö in dem nördlichen E-Küstengebict, so fällt 
auf, daß der Januar im W nur 23% 0 des Jahresniederschlags empfängt, der E dagegen 42%o, das sind in absoluten 
Zahlen 25,0 bzw. 39,7 mm. Die Promillezahl der gesamten 3 Wintermonate beträgt im W 74%o (81,5 mm) und im 
E 129% 0 (122,5 mm), obwohl die Jahressumme in Taisen noch um 159 mm größer ist als in Työkikö. Zum größten 
Teil ist dieser Unterschied darauf zurückzuführen, daß in den Wintermonaten mehr Tc 2 -Zyklonen an der E-Seite 
die Herrschaft des Monsuns unterbrechen als Td 2 -Zyklonen an der W-Seite. Die Wetterlagentabelle auf Seite 30 
gibt für die Wintermonate durchschnittlich 3,8 Tc 2 -Tage und 2,6 Td 2 -Tage an. Ein spezieller Beleg sei durch 
2 Februarwettergestaltungen gegeben. 
Februar 1932 
Februar 1930 
Mittelwert 
Eitokü . 
. . 97,2 mm 
127,1 mm 
41,6 mm 
Työkikö 
. . 51,5 „ 
65,2 „ 
42,9 „ 
Hökö . 
■ • 71,6 „ 
83,2 „ 
38,9 „ 
Taisen 
. . 10,2 „ 
55,2 „ 
25,1 „ 
Kunsan 
■ • 14,2 „ 
39,7 „ 
22,1 „ 
* Dieses sind auf den Meeresspiegel reduzierte Zahlen.
	        
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