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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums —• 59. Band, Nr. 2
von November bis März gemessen werden, der März zeigt mit 57,2% das durchschnittliche Minimum (abso
lutes Minimum 47,6%).
Im Jahr werden durchschnittlich 18 Tage mit Schnee beobachtet. Von den 6 Niederschlagstagen in den
einzelnen Wintermonaten sind im Durchschnitt 5 Schneetage. In anbetracht der südlichen Lage eine merkwürdige
Feststellung, die ihrerseits den kontinentalen Klimaeinschlag dieses Gebietes beleuchtet.
2. Das südliche Beckengebiet.
(Die nördlichen Stationen: Seidö, Syönei; die mittleren Stationen: Seisyü, Körei, Kyösen, Mituyö, Ginei, Kinkei;
die südlichen Stationen: Sinsyü, Kan-an.)
Im nördlichen Beckengebiet bringen Td 2 - und Te 2 -Zyklonen den Hauptregen und verursachen so eine Ab
nahme des Niederschlags von W nach E. Der südliche Teil erhält seinen Niederschlag zum Teil auch von diesen
Zyklonen, besonders aber von stark entwickelten Tf 2 -Zyklonen und Tdx-Taifunen, so daß jetzt eine Abnahme des
Niederschlags von S nach N zu verzeichnen ist. Denn die Wirkung dieser das Festland nicht überquerenden Tief
druckwirbel ist am größten, je näher das Gebiet ihrer Bahn liegt. Die nördlichen Stationen empfangen bis
1000 mm Jahresniederschlag, die mittleren bis 1200 mm und die südlichen bis 1400 mm. Die letzten ähneln in
dem Niederschlagsbetrag schon stark der klimatischen Südküstenprovinz. Als südliche Grenzlinie kann auch die
mit der 1400-mm-Isohyete identische unreduzierte 0°-Januarisotherme gelten. In den beiden Wintermonaten De
zember und Januar werden im nördlichen Teil je unter 30 mm Niederschlag registriert, im südlichen Teil dagegen
über 30 mm. Der Juli erhält durchschnittlich die größte Niederschlagsmenge. Bei der Durchsicht der Jahresreihen
von Sinsyü waren 11 Dezember der 18 Beobachtungsjahre Trockenmonate, aber der Dezember 1929 brachte
129,1 mm Niederschlag, so daß der Durchschnittswert um 2,5 mm über 30 mm liegt. Die W etterlagentabelle des
Dezembers 1929 weist 3 Td 2 - und 5 Tf 2 -Wetterlagen auf. Die Tabelle des Dezembers 1930 zeigt dagegen nur
eine Tf 2 -Wetterlage, und diese vermag nur 6,0 mm Niederschlag im ganzen Monat zu bringen.
94. bis 100 Niederschlagstage machen dieses südliche Gebiet niederschlagsreicher als das nördliche. Die
Niederschlagsintensitätswerte sind bedeutend höher als im nördlichen Teil, in Kyösen im Dezember 4,0 mm und
im Juli 19,8 mm.
Der Juli 1932 weist einen enorm niedrigen Monatsbetrag auf: Syönei 30,1 mm (nur Ug der Durchschnitts
menge). Eine schwache Td 2 -Zyklone, die in diesem Monat Südkorea Regen spendet, hat auf ihrer Bahn bis zu
diesem Gebiet stark an Intensität eingebüßt.
Umgekehrt wurden im Dezember 1931 75,9 mm verzeichnet (das 4fache des Mittels dieses im Durchschnitt
niederschlagsarmsten Monats und das 2,5fache der Julimenge 1932!). Dieser hohe Betrag wurde durch 3 stark
ausgebildete Td 2 -Zyklonen hervorgerufen.
Zum Beweise der Intensitätsabnahme der Tiefdruckwirbel von S nach N in diesem südlichen Beckengebiet
seien die besonders stark entwickelte Tf 2 -ZykIone am 12. April 1927 und der relativ schwächere Taifuntag am
9. September 1927 herausgegriffen. Das folgende NS-Profil zeigt die deutliche Abnahme der Regenmenge an diesen
beiden Tagen:
Sinsyü .
Ginei
Syönei .
Tassei-men
106,3 mm am 12.4.1927; 41,8 mm am 9.9.1927
77,0 „ „ 12.4. 1927; 39,0 „ „ 9.9.1927
34,2 „ „ 12.4. 1927; 20,7 „ „ 9.9.1927
23,6 „ „ 12.4. 1927; 13,5 „ „ 9.9.1927
Im Januar registrierten fast alle Jahresreihen die kälteste Temperatur. Sie beträgt im Durchschnitt in
Syönei -—1,2° und in Sinyü 0,0°. Die höchste Monatstemperatur fällt nur etwas häufiger auf den August als auf
den Juli (Augustwert 26,4°). Die jährliche Amplitude zeigt durchschnittlich 27,6°, die tägliche ist für Syönei im
Januar größer als im August, 9,3° bzw. 8.0°.
Im Juli 1919 wurde bei einer Msa r Wetterlage in Syönei die enorm hohe Temperatur von 41,2° gemessen
und im Januar 1933 bei einer Mwaj -Wetterl age -—19,0°, so daß die Differenz der Extremtemperaturen über der
Durchschnittsdifferenz von 57,4° liegt.
Nur im Dezember 1926 sank in Kyösen die Monatstemperatur unter den Gefrierpunkt —0,3° (im Januar,
dem kältesten Monat, natürlich in fast allen Jahresreihen). 8 Mwx x -, 12 Mwx 2 - und 4 H-Wetterlagen erzeugten
diese relativ kalte Temperatur. Der Dezemberwert 1933 von +4,2° (Mittel 2,3°) ist darauf zurüekzuführen, daß
in diesem Monat nur 3 Mwx-,-Wetterlagen auftraten.