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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums — 59. Band, Nr. 2
trag von 750 mm das Minimum der Jahressumme aller südkoreanischen Stationen dar. Den größten Durchschnitts
betrag verzeichnet Kosin mit 1325 mm.
Um wieder eine Vorstellung von der Schwankung des Jahresbetrages zu haben, seien die Werte von Moppo
gewählt. 1929 z. B. sank die Niederschlagshöhe auf 677,1 mm. Die Wetterlagentabelle zeigt, daß dieser geringe
Betrag durch 5 Tdo-Wetterlagcn im Winter, 4 Td 2 -Wetterlagen im Sommer und weitere 4 Te 2 - und Te, -Wetter
lagen erzeugt ist. Im Jahre 1916 stieg dagegen die Jahresmenge auf 1743,8 mm, der ähnlich hohe Betrag des
Jahres 1930 wurde durch 9 Td 2 -, 5 Te 2 -Zyklonentage und 9 Tc^-, 4 Tbj-Taifuntage gebracht. Die Abweichung
dieser Extremwerte vom Mittelwert beträgt +58% und —38% des Mittelwertes.
Das Minimum des Jahresganges des Niederschlags fällt im Durchschnitt und in den Einzeljahren auf die
Wintermonate, das Maximum auf den Juli. Tin-tö und Kokusan-tö gehören zu den wenigen Stationen, die im August
im Durchschnitt und in den einzelnen Jahren am häufigsten den größten Monatsniederschlag erhalten. Z. B.
brachten im August 1933 dort 2 Td 2 -, 1 Te 2 -, 4 77;,-Tage: 407,5 mm Niederschlag (Mittel 180,2 mm). Die Fest
landsstationen weisen keinen durchschnittlichen Trocken monat auf. Einige Inseln dagegen (z. B. Katyö-tö und
Gyoryu-tö) erhalten in den 4 Monaten November bis Februar weniger als 30 mm Niederschlag.
Die Niederschlagstage im Jahr belaufen sich auf den Inseln auf 119 bis 124, also etwa 10 Tage mehr als
bei den nordwestlichen Inseln. Sowohl im Winter wie im Sommer überschreitet die Zahl der Niederschlagstage den
Wert 10, im Winter wieder als Folge der Meeresüberquerung des Monsun. Das an der Küste gelegene Moppo
verzeichnet durchschnittlich 134 Niederschlagstage; Rasyü, weiter im Innern, nur 104 Tage. Die Niederschlags
intensität muß dort also größer sein als in Moppo; folgende Gegenüberstellung zeigt dies: Rasyü 6,1 mm im
Januar und 15,8 mm im Juli, Moppo 2,7 mm im Januar und 13,6 mm im August.
Die Karte der unreduzierten Januarisothermen lehrt, daß im allgemeinen selbst im kältesten Monat die von
den Festlandshochdruckkernen kommende Luft hier im Durchschnitt Temperaturen über dem Gefrierpunkt erzeugt.
Auf den westlich vorgelagerten Inseln ist die mittlere Jahrestemperatur um 2° höher als auf den nördlichen
Inseln. Die Jahresamplitude ist aber nur um 0,5° geringer. Die Jahrestemperatur der südlich vorgelagerten Inseln
liegt zwischen 13,2 und 13,8°; die jährliche Amplitude nimmt von W nach F. zu: Tiku-tö 21,3° und Kwan-tö 24,3°.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur des Festlandes beträgt 13,4°.
Von der mittleren Monatstemperatur der Inseln gilt wieder das Bemerkenswerte, daß in allen Jahresreihen
der August die höchste Temperatur aufweist; die tiefste Monatstemperatur wird im Durchschnitt im Januar er
reicht, in Einzeljahren aber auch häufig im Februar.
Das Durchschnittsmonatsmaximum des Festlandes liegt mit 26° im August, aber nicht mehr, wie auf den
Inseln, in allen Jahresreihen. Die Januartemperatur, als die geringste Monatstemperatur, beträgt in Reikö gerade
0,0°, in Kainan schon +1,2°. Zieht man die Karte der Oberflächentemperatur des Gelben Meeres zur Erklärung
heran, so sieht man, daß bei Reikö etwa die 5,5°-Isotherme und bei Kainan die 8°-Isotherme das Festland trifft. In
Reikö weist die Jahresamplitude noch 26,5° auf, in Moppo und Kainan nur 25,3°. Die durchschnittliche tägliche
Temperaturamplitude ist im Januar etwa gleich der im August: in Reikö 8,3 bzw. 8,5° und in Moppo 7,6 bzw. 7,4°.
Beide Zahlen sind niedriger als die für das nördliche W-Kiistcngebiet angegebenen.
Die durchschnittlichen Beträge der Temperaturamplitude von Moppo können an einzelnen Tagen aber er
heblich überschritten werden. Am 29. Januar 1926 und am 9. Juni 1928 störte eine Td 2 -Zyklone das Monsunwetter.
Die dadurch hervorgerufene Temperaturdifferenz betrug im Januar 15,9° und im Juni 14,2°.
Die größte beobachtete Temperaturschwankung der Extremwerte liegt sowohl in Moppo mit 51,2° wie in
Kwan-tö mit 46,7° unter dem Durchschnitt aller südkoreanischen Stationen.
Die größere Entfernung der südlichen W-Küste vom zentralsibirischen Hoch und die damit im Zusammen
hang stehende höhere Oberflächentemperatur des Gelben Meeres machen sich bei allen besprochenen Temperatur
werten dieses Gebietes stark bemerkbar, wenn man die Werte mit denen der nördlichen W-Küste vergleicht.
Als Ergänzung seien die Wetterverhältnisse des Novembers 1927 ausgewertet. 4 Ta 2 -, 2 Tb 2 - und 2 Tf 2 -
Wetterlagen bringen diesem Gebiet fast keinen Niederschlag, dafür aber eine hohe Monatstemperatur. Denn wie
schon im 2. Hauptteil auseinander gesetzt wurde, schalten Ta 2 - und Tb 2 -Zyklonen den sonst wehenden Winter
monsun aus und erzeugen Luftströmungen vom relativ warmen Meer aufs Land. Die Monatswerte des November
1927 sind für 2 Inseln in folgender Tabelle den Mittelwerten gegenübergestellt: Sitihatu-tö 2,6 mm (Mittel
31,9 mm), 12,7° (Mittel 10,6°); Zika-tö 5,5 mm (Mittel 37,6 mm), 12,6° (Mittel 10,5°).
Andererseits war die Auswirkung der 24 Mwx-Wetterlagen im Januar 1930 selbst im äußersten Süden so
groß, daß der Einfluß wandernder Zyklonen völlig ausgeschaltet war, die Niederschläge waren also recht gering
und die Temperaturen lagen tief.