Gerhard Schumacher: Das Klima Südkoreas auf Grund der japan. Wetterbeobachtg. der Jahre 1914 bis 1933 47
das Jahr 1926 auf, dieser Betrag wurde durch 20 Td 2 -, 8 Te 2 -Zyklonentage und 4 Tai-, 5 Tej-Taifun tage hervor
gerufen. Den geringen Betrag von 1932 erzeugten 5 Td 2 -, 3 Te 2 -Zyklonentage neben 5 Tbj-Taifuritagen, die diesem
Gebiet keinen Regen spenden. Die Prozentabweichung vom Mittelwert beträgt für Rinpi +90% und —45% des
Mittelwerts.
Das primäre Niederschlagsminimum entfällt auf die Wintermonate und wieder ein schwaches sekundäres
auf den Mai.
Die soeben erwähnten recht großen Unterschiede der Jahre 1926 und 1932 zeigen sich auch in den September
werten recht deutlich. Vier Td 2 -Zyklonentage und 5 Tex-Taifuntage brachten im September 1926 Rinpi 318,8 mm,
Kunsan 311,8 mm und Kosyo 306,4 mm. Im September 1932 dagegen fielen hauptsächlich an dem einen Td 2 -
Tag in Rinpi nur 36,1 mm, in Kunsan 45,0 mm und in Kosyo 9,6 mm.
Die Zahl der Niederschlagstage beträgt 110 bis 120. Die Niederschlagsintensität des niederschlagsärmsten
Monats schwankt zwischen 3,5 mm in Zensyü, 3,8 mm in Työzyö und 5,3 mm in Ninzitü; der Julibetrag erreicht
in Zensyü und Työzyö dagegen 18,2 mm und in Ninzitü 20,0 mm. Die höheren Beträge der küstenfernsten Station
Ninzitü sind durch die kleinere Zahl der Niederschlagstage verursacht.
In bezug auf die Temperatur läßt sich im allgemeinen sagen, daß die von den winterlichen Hochdruckkernen
ausströmende Luft hier nicht mehr so extrem kalt ist wie im nördlichen Teil. Die durchschnittliche Jahrestempe
ratur ist etwa um 1° größer als an der nördlichen Küste. Anschaulicher ist der N-S-Temperaturanstieg im Januar:
Kosyü 2 —2,7°, Rinpi —2,1° und Reikö 0,0°. Nur noch die beiden nördlichen Stationen Kunsan und Rinpi be
sitzen durchschnittliche Februartemperaturen unter dem Gefrierpunkt; im Januar liegen alle Temperaturen unter
0°. Da Kunsan fast unmittelbar an der Küste liegt, ist die tägliche Januar- und Julitemperaturamplitude um 1,6°
geringer als z. B. in Seiyü (Januar = Juliwert 9,9°), das weiter im Innern liegt. Die thermischen Gegensätze
zwischen küstennahen und küstenfernen Stationen dieses Klimagebietes sind infolge der geringen Breite des Ge
bietes im Verhältnis zum nördlichen gering.
Die in den 20 Jahren gemessene größte Temperaturdifferenz von 57,8° in Zensyü stimmt fast mit dem für
Gesamtsüdkorea errechneten Wert überein. Am 1. Januar 1931, einem Mwax-Tag, wurde in Zensyü eine Temperatur
von —20,5° registriert und am 1. August 1932, einem Msax-Tag, +37,3°.
Außer den soeben behandelten Niederschlags- und Temperaturverhältnissen lassen sich in diesem Gebiet
auch über andere meteorologische Elemente an Hand der Tabellen der Hauptstation Zensyü exakte Aussagen
machen.
Der Monatsmaximalwert der relativen Feuchtigkeit kann auf den Juli und August fallen; mit einer Wahr
scheinlichkeit von 79,5% fällt er auf den Juli. Der mittlere Minimalwert von 70,0% wird im März erreicht, in
einzelnen Jahren auch im Januar und April. Der Juli ist im Durchschnitt am stärksten bewölkt (Bewölkungsgrad
7,7), in einigen Jahren ist es auch der Juni. Der Maximalwert von 8,9 im Juli 1926 wurde durch 9 regenbringende
Zyklonentage erzeugt. In fast allen Jahresreihen ist der Oktober am wenigsten bewölkt (Bewölkungsgrad 4,8). Der
Minimalwert von 3,9 im Oktober 1928 ist darauf zurückzuführen, daß nur ein Td 2 -Tag im ganzen Monat an dieser
mittleren Westküste den Monsun störte. Die Tabelle der Sonnenscheinstunden in % der möglichen zeigt naturgemäß
die umgekehrten Verhältnisse. Das Minimum mit 47% tritt im Juli und das Maximum mit 65% im Oktober auf. Wie
aus den Häufigkeitstabellen dieser Elemente ersichtlich, ist die Jahreskurve in den einzelnen Jahren recht ver
schieden (siehe S. 21 ff.).
3. Die südliche Westküste.
(Die westlich vorgelagerten Inseln: Sitihatu-tö, Zika-tö, Tin-tö; die küstennahen Stationen: Reikö, Kanpei, Moppo,
Kainan; die küstenfernen Stationen: Rasyü, Eisanpo, Reigan, Kösin; die südlich vorgelagerten Inseln: Kokusan-to,
Tiku-tö, Katyö-tö, Gyoryu-tö, Tyati-tö, Kwantö).
Im E trennt die 1400-mm-Jahresisohyete dieses Klimagebiet von der Südküstenprovinz; sie verläuft etwa
am NW-Rand der südwestlichen Ausläufer der Mittelkette.
Td 2 - und Te 2 -Zyklonen sind wieder in allen Jahreszeiten die Regenbringer neben den Ta,-, Tbx-, Tc,-Tai
funen vom Juli bis September. Im allgemeinen sind Tf 2 -Zyklonen und Tdj-Taifune auch für die südliche W-Küste
Keine Niederschlagsspender; nur ganz stark ausgebildete Tf 2 -Zyklonen machen hier eine Ausnahme. Dieses wird
unten durch die Nicderschlagsverhältnisse des April 1928 belegt werden. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge
nimmt wie in dem mittleren Gebiet von den westlich vorgelagerten Inseln zum Innern zu. Die westlichste Insel
Sitihatu-tö empfängt durchschnittlich den geringsten Jahresniederschlag der Inseln. Gleichzeitig stellt dieser Be-