Gerhard Schumacher: Das Klima Südkoreas auf Grund der japan. Wetterbeobachtg. der Jahre 1914 bis 1933 45
1. Die nördliche Westküste.
(Die vorgelagerten Inseln: Kakureppi-tö, Ö-tö, Osei-tö; die küstennahen Stationen: Zuisan, Kosyü 2 , Taisen; die
mittleren Stationen: Tosin, Työtiin, Kosyü,, Seiyö, Kosan, Huyo, Ronsan, Kökei; die küstenfernen Stationen:
Taiden, Yokusen, Hoön, Seisyü, Kwaisan, Tinsen, Seikwan, Onsenri, Kinsan, Mosyu, MosyüA, Eidö.)
Nimmt man die Grenzlinie Tyusei-nandö—Zenra-hokudö als Südbegrenzung dieses Klimagebietes, so ist der
Festlandsteil desselben fast gänzlich von der 1000-mm-Jahresisohyete umschlossen. Von den regenbringenden Zyklonen
kommen die Tc 2 - und Tf 2 -Bahnen wenig in Betracht. Neben den Te 2 -Zyklonen, die Südkorea fast gleichmäßig
Niederschlag spenden, sind es vor allem die Td 2 -Zyklonen, die den sommerlichen Niederschlag bringen. Im Winter
dagegen hindert starkes Druckgefälle die Einwirkung von Td 2 -Zyklonen auf das Wetter dieses nördlichen Gebietes
viel häufiger als z. B. an der südlichen Westküste.
Die kleinere durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge unterscheidet die vorgelagerten Inseln vom Fest
land. Die am weitesten südlich gelegene Leuchtturmstation Osei-tö verzeichnet 925 mm, Kakureppi-tö im N sogar
nur 860 mm und Ö-tö 819 mm. Die küstennahen Stationen empfangen durchschnittlich zwischen 1100 und 1200 mm
Jahresniederschlag. Durch den Anstieg des Geländes hervorgerufen, nimmt der durchschnittliche Jahresbetrag zu
nächst zum Innern hin bis 1300 mm zu. Der über 200 m aufragende Bezirk um Kosan, Huyo, Kosyü 2 weist sogar
durchschnittlich über 1300 mm auf. Von hier bis zum Rande der Mittelkette sinkt der Jahresbetrag dann wieder
stetig, da die Intensität der Td 2 -Zyklonen abnimmt. Die küstenfernen Stationen liegen auf der Karte der jährlichen
Niederschlagsmenge (Karte 10) zwischen der 1200-mm- und 1100-mm-Jahresisohyete; die östlichen Stationen, die
sich in geringer Entfernung vom Gebirgsrand befinden, registrieren weniger als 1100 mm Jahresniederschlag.
Die Kurve des jährlichen Niederschlagsganges hat für alle Stationen ihr Minimum im Januar oder Februar
und ihr Maximum im Juli. Z. B. sind die minimalen Beträge des Januars 1929 mit 0,7 mm in Ö-tö und 4,5 mm in
Osei-tö darauf zurückzuführen, daß von den 5 Zyklonentagen des Monats 2 den Ta 2 -, 1 den Tb 2 - und 2 den Tf 2 -
Wetterlagen angehören, so daß nach dem im genetischen Teil Ausgeführten also für die nördliche Westküste an
keinem Tage Niederschlag durch Zyklonen zu erwarten ist. Umgekehrt lassen sich die hohen Julibeträge 1926 von
Ö-tö mit 392,7 mm und Kakureppi-tö mit 344,4 mm an Iland der Wetterlagentabelle darauf zurückführen, daß
neben einem Te 2 -Tag drei Td 2 -Tage diese Niederschlagsmenge erzeugt haben.
Die küstenfernen Stationen weisen ein recht schwaches sekundäres Minimum an Niederschlag im Mai auf.
Dieses ist dadurch bedingt, daß in einigen Jahren im April ungeheure Regenmassen fallen, die im Mai nicht ein-
treten. Betrachten w ir die Werte des Aprils 1930:
Monatsbetrag 1930 in Taiden 252,3 mm, Mittel 85,9 mm
„ 1930 „ Seisyü 210,2 „ „ 74,5 „
„ 1930 „ Kwaisan 238,7 „ „ 83,4 „
Davon stürzten an einem Td 2 -Tage folgende Regenmengen nieder: in Taiden 101,8 mm, in Seisyü 117,0 mm
(das l,5fache des durchschnittlichen Monatsbetrages) und in Kwaisan 113,0 mm.
Der nur etwa um 100 herum liegende Promille-Betrag des Septembers ist zum Teil eine Folge davon, daß
die Taifune der Bahnen Tdi und Te x diesem nördlichen Teil der W-Küste keinen Niederschlag bringen. Als Bei
spiel sei der September 1927 herausgegriffen. Die Wetterlagentabelle dieses Monats sieht folgendermaßen aus:
Mwx H Ta 2 Tb 2 Td 2 Tf 2 Td x
6 5 2 1 1 1 13 Tage
In Kosyü 2 werden im ganzen Monat nur 41,8 mm Niederschlag registriert und davon 30,5 mm an dem einen
Td 2 -Zyklonentag. Die 13 Td^Taifuntage beeinflussen Kosyü 2 nicht. Zum Vergleich sei der durchschnittliche Promille-
Betrag des September von Saisyü mit 160 und die Niederschlagsmenge des September 1927 mit 343,8 mm angegeben.
Im Jahresdurchschnitt werden auf den Inseln 105 bis 112 Niederschlagstage verzeichnet. Der Maximalwert
von 10 bis 13 Tagen wird sowohl in den Hauptsommermonaten als auch in den Wintermonaten erreicht. Die
durchschnittliche Niederschlagsintensität muß also im Winter enorm gering sein. Die große Zahl der Niederschlags
tage im Winter wird durch die NNW- bis NW-Winde verursacht, die, vom Festlandshoch ausströmend, das Gelbe
Meer überqueren, bevor sie die bergigen Westinseln erreichen, also etwas Feuchtigkeit aufnehmen können. Die
Niederschlagsintensitäten betragen für: