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Full text: 59, 1939

Gerhard Schumacher: Das Klima Südkoreas auf Grund der japan. Wetterbeobachtg. der Jahre 1914 bis 1933 31 
stabiles Sommermonsunwetter ist nicht häufig. An 34,4 Tagen des Jahres unterliegt Korea der Wirkung einer 
Zyklone der Bahn a. Dieser Ta 2 -Wert ist der maximale in der Reihe der T-Tage. Noch relativ häufig ziehen 
Zyklonen auf der Bahn f an Korea vorüber. Der Häufigkeitsprozentsatz der anderen Bahnen ist gering. Addiert 
man die Zahlen für Tc 2 + Td 2 + Te 2 , so erhält man 28,1 Tage; an diesen Tagen wird Gesamtsüdkorea gleich 
mäßig stark von Zyklonen beeinflußt. 
Die Taifunhäufigkeit mit 3,89% ist relativ viel geringer als die Gesamtzyklonenhäufigkeit (29,00%). 
Zum Schluß der Vorbetrachtungen sei auf eine Arbeit verwiesen, deren Ergebnisse in diesem Teil meiner 
Untersuchung stark berücksichtigt worden sind. R. P. L. Froc (Lit. Nr. 15) untersuchte in „L’Atmosphère en 
Extrême-Orient“ die Luftdruckverteilung und die Windverhältnisse. Das behandelte Gebiet liegt zwischen dem 5. 
und 70. nördlichen Breitenkreis und dem 75° E und 169° E Längenkreis von Greenwich, umfaßt also Sibirien, 
Vorder- und Hinterindien, das japanische Reich mit Korea und einen großen Teil des Pazifischen Ozeans. Auf 
einzelnen Karten wurde, nach meist lOjährigem Mittel, die Verteilung des Luftdrucks mit der Hauptrichtung der 
Winde dargestellt. Für jeden Monat wird kurz die normale Luftdruckverteilung an Hand der Karten besprochen, 
ebenso die Winde, die Temperaturen und die Störungen: Zyklonen, Taifune, schwere Stürme u. Ä. Einige Angaben 
über die Zahl der Stationen mögen die Exaktheit der Karten belegen: in Sibirien registrieren 33 Stationen (von 
denen 24 nicht genau astronomisch festgelegt sind) mit 10- bis 12jährigem Mittel; in Indien 24 Stationen mit 7- 
bis lOjährigem Mittel; in Japan 16 Stationen mit lOjährigem Mittel; in China 21 Stationen auch mit lOjährigem 
Mittel. Die Isobaren des Pazifischen Ozeans sind den Karten des Hydrographischen Büros in Washington ent 
nommen. Wirft man einen orientierenden Blick auf die 12 Frocschen Karten, so sieht man, daß 4 große atmo 
sphärische Aktionszentren die Hauptwirkung auf die Wettergestaltung Koreas ausüben: das Maximum um den 
Baikalsee und die Mongolei; das Maximum im Pazifischen Ozean zwischen dem 25. und 45. Längenkreis; das Mini 
mum im Beringmeer, um die Aleüten und im Norden Kamtschatkas; das Festlandminimum in der Mandschurei, 
welches am schwächsten ausgeprägt ist. Vom Wechselspiel dieser Aktionszentren ist das ganze Wettergeschehen 
über Korea abhängig. 
Meine Methode ist nun folgende: Für jeden einzelnen Monat werden zunächst die wichtigsten Tatsachen 
nach dem klimatographischen Teil zusammcngestellt, dann wird die mittlere Druckverteilung nach den Frocschen 
Karten beschrieben, die Bedeutung und Häufigkeit der einzelnen Wetterlagen für die Wettergestaltung in den be 
treffenden Monaten untersucht und Zahlenangaben über tägliche maximale Niederschlagswerte, tägliche maximale 
Windstärken, tägliche Temperaturdifferenzen sowie Maxima und Minima der relativen Feuchtigkeit gemacht, da 
diese Angaben aus den Tabellen des klimatographischen Teils naturgemäß nicht zu entnehmen sind. Bei der Tem 
peratur erübrigen sich derartige Angaben, da in den Temperatur-Tabellen die absoluten Werte der einzelnen 
Monate enthalten sind. 
Wetterschilderungen einzelner Tage wurden zur Abrundung herangezogen; bei Lautensach (Lit. Nr. 24) fand 
ich eine ausführliche Schilderung eines Zykloneneinbruchs und bei Milham (Lit. Nr. 28) die Schilderung eines 
ostasiatischen Taifuns. Die im klimatographischen Teil erwähnten Reisebeschreibungen lieferten nichts. 
2. Januar. 
Mit Ausnahme der relativen Feuchtigkeit zeigen alle klimatischen Elemente bei den meisten Stationen in 
diesem Monat Minima in ihrem mittleren jährlichen Verlauf. Alle Stationen weisen im Durchschnitt die tiefsten 
mittleren Monatstemperaturen auf, und in 76,9% aller untersuchten Jahresreihen ist der Januar sogar der Monat 
mit den tiefsten Mitteltemperaturen (siehe Tabelle X, 1). Ebenso fallen bei allen Stationen die tiefsten mittleren 
täglichen Extremtemperaturen in den Januar, und nur bei einigen wenigen Stationen fielen die absoluten Minima 
auf den Dezember oder Februar. Mit Ausnahme des Wertes von Saisyü liegen alle mittleren täglichen Minimal 
temperaturen unter dem Gefrierpunkt. 
Der Niederschlag erreicht im Durchschnitt ebenfalls bei den meisten Stationen den minimalen Betrag. Die 
größte Wahrscheinlichkeit, daß im Monat der geringste Niederschlag fällt, weist der Januar mit 26,1% auf. In 
diesem Monat sind zugleich die meisten Tage mit Schneefall zu erwarten. Die Niederschlagsintensität erreicht bei 
vielen Stationen das Minimum. 
Die Erklärung dieser klimatischen Verhältnisse wird im folgenden gegeben. 
Das winterliche Festlandshochdruckgebiet ist in diesem Hauptwintermonat am stärksten und stabilsten aus 
gebildet. Aus den Frocschen Karten läßt sich ablesen, daß der Kern des Maximums mit dem durchschnittlichen 
Druck von 780 mm um den Baikalsee liegt. Das Minimum um die Aleüteninseln zeigt im Kern 750 mm im Durch-
	        
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