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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums — 59. Band, Nr. 2
Kosyüj^
—3,4
+ 26,0
Ronsan .
—2,6
+ 26,5
Riri . .
—2,1
+ 26,6
Seiyü
-1,2
+ 26,6
Rasyü .
+0,0
+ 26,8
Kainan .
+1,2
+ 26,5
Tyati-tö
+2,3
+ 24,9
Saisyü .
+4,5
+ 26,2
Mara-tö
+5,8
+ 26,4
Bezeichnet man als Temperaturgradienten die Zunahme der Temperatur auf einen Breitengrad, so fällt beim Be
trachten einer Januar-Isothermenkarte der Erde (Sydow Wagner, Methodischer Schulatlas, Karte Nr. 7a) sofort
der recht große Gradient für Korea im Verhältnis zu den anderen Teilen der Erde auf. Nur noch in Süd-Alaska
ist der Abstand der einzelnen Isothermen so abnorm klein wie in Korea. In Südkorea nimmt im Januar die Tem
peratur vom 37. bis zum 33. Breitenkreis von -—5,9° bis +5,8° zu; der Gradient beträgt also 2,9° auf einen
Breitengrad. Zieht man die von Freymann (Lit. Nr. 14, Karte VI) errechneten Werte für Portugal zum Vergleich
heran, so beträgt dort die Zunahme der Januartemperatur an der Küste vom 42. bis zum 47. Breitengrad 3°
(9°—12°); d. h. der Gradient beträgt nur 0,6°. Er ist in Südkorea also fast fünfmal größer als der in gleicher
Breite an der Westküste der größten Landmasse der Erde.
In bezug auf den Jahresgang kann man sagen, daß die Unterschiede zwischen N und S in den Winter
monaten groß sind, im Herbst und im Frühling kleiner, im Sommer fast überall gering. Folgende Tabelle zeigt
dies noch deutlich für die nördliche Festlandsstation Teisen, die südwestliche Festlandsstation Kainan, die süd
östliche Festlandsstation Husan und die Südstation Mara-tö.
Teisen
Kainan
Husan
Mara-tö
Teisen
Kainan
Husan
Mara-tö
Januar .
. . - 5,9
+ 1,2
+ 1,7
+ 5,8
Juli . .
. +24,6
+25,4
+ 24,3
+25,3
Februar
. . — 3,2
+ 2,1
+ 3,2
+ 5,9
August
. +25,1
+ 26,5
+ 25,8
+ 26,2
März
. . + 2,5
+ 5,7
+ 7,1
+ 8,6
September
. +19,5
+21,9
+ 21,7
+ 22,1
April
. . + 9,8
+ 11,9
+ 12,3
+ 12,7
Oktober
. +11,9
+ 15,8
+ 16,3
+ 17,0
Mai . .
. . +15,9
+ 16,6
+ 16,4
+ 16,3
November
. + 5,1
+ 9,3
+ 10,3
+ 11,8
Juni
. . +20,5
+ 21,1
+ 20,1
+20,4
Dezember .
. — 2,0
+ 3,7
+ 4,6
+ 8,7
Nicht nur bei den Mitteltemperaturen tritt dieser verschieden große räumliche Temperaturunterschied der einzelnen
Jahreszeiten zutage, sondern auch in fast allen Jahresreihen.
Um nun den Unterschied zwischen den Januar- und Augusttemperaturen zu erläutern, sei die Isoamplituden
karte (Karte IX) besprochen. Die mittlere Wärmeschwankung ist recht groß. Sie nimmt von N nach S ab. Die
31°- bis 21°-Isoamplituden verlaufen wieder parallel zueinander in SW-NE-Richtung. Die Karte ähnelt natur
gemäß stark der auf den Meeresspiegel reduzierten Januar-Temperaturkarte, da die Augusttemperaturen ein
ander so ähnlich sind.
Eine Karte der Isolinien der Kontinentalität zu zeichnen, war nicht möglich, da keine Werte für den ther
mischen Höhenkoeffizienten des kältesten und des wärmsten Monats zu ermitteln waren, d. h. also kein Wert für
den Höhenkoeffizienten der Jahresamplitude. Dieser Wert ist nötig für die Anwendung der Formel von Gorczynsky
(Lit. Nr. 16) zur Darstellung des Kontinentalitätsgrades, bezogen auf den Wert 100 des Kältepols Oimekon. So
bald die Anwendung luftkörperklimatologischer Betrachtungen für Südkorea möglich sein wird, wird man auch
besser die Definition der Kontinentalität von Dinies (Lit. Nr. 10) anwenden, als das Häufigkeitsverhältnis der
kontinentalen zu den maritimen Luftkörpern (siehe auch Flohn, „Neue Wege in der Klimatologie“, S. 15).
Zieht man jeweils die Stationen mit der höchsten und der niedrigsten Mitteltemperatur in Betracht, so er
geben sich die folgenden Extremwerte:
1. für die mittlere Jahrestemperatur Teisen +10,3° und Mara-tö 15,4° (Differenz 5,1°);
2. für die mittlere Januartemperatur Teisen —5,9° und Mara-tö +5,8° (Differenz 11,7°);
3. für die mittlere Augusttemperatur Teisen 25,1° und Zyunten 26,8° (Differenz 1,7°);
4. für die mittlere Jahresamplitude Mara-tö 20,6° und Tyüsyü 31,1° (Differenz 10,5°).