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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

324 Graphische Darstellung d. Regenvertheilung a. d. Atlantischen u. Indischen Ocean. 
Graphische Darstellung der Regenvertheilung auf dem Atlantischen 
und dem Indischen Ocean nach der geographischen Breite und der 
Jahreszeit, 
Von Dr. W. Köppen. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Hierzu Tafel 14. 
Die gewöhnliche Methode der graphischen Darstellung in Diagrammen, 
bei welcher die darzustellende Gröfse selbst eine der beiden Koordinatenaxen 
abgiebt, gestattet nur deren Beziehungen zu einer einzigen anderen Größe vor- 
zuführen. Die zuerst von Halley (1701) für die kartographische Darstellung 
des Erdmagnetismus gewählte Methode der Ziehung von Linien gleichen Werthes 
der darzustellenden Größe zeigt uns dagegen die Abhängigkeit dieses Elements 
von zwei Faktoren — in diesem Falle geographische Breite und Länge — 
gleichzeitig. In Anwendung auf diese letzteren hat diese, besonders seit Hum- 
boldt’s „Des lignes isothermes“ (1817) in aufserordentlich mannigfaltigor Weise 
Jurch Isothermen, Isobaren, Isohypsen u. s. w. u. 8. w. angewandte Methode 
sehr viel zum Fortschritt der physikalischen Geographie beigetragen. Aber 
wie man in der Karte die betreffende Gröfse als Funktion der Länge und Breite 
darstellt, so kann man überhaupt in einem Koordinatennetz ihre Beziehungen 
zu beliebigen zwei anderen Gröfsen gleichzeitig zur Anschauung bringen durch 
Linien gleichen Werthes derselben. Solche Linien sind von Vogler mit dem 
Namen Isoplethen, d. h. Linien gleichen Zahlenwerthes, bezeichnet, ein Aus- 
druck, der seinem Sinne nach als Gesammtname für alle „Iso’s“ golten kann, 
wofür bisher ein Wort fehlte. 
Die beiden Axen des planen Koordinatensystems können nun entweder 
beide auf den Raum, oder beide auf die Zeit, oder eine auf den Raum, eine 
auf die Zeit, oder endlich eine oder beide auf noch andere Faktoren sich be- 
ziehen, deren Funktion die dargestellte Gröfse ist. Eine Darstellung der ersten 
Art ist die Karte und der vertikale Durchschnitt; eine solche der zweiten ist 
zZ. B. das Chrono-Isothermen-Diagramm, in welchem die eine Dimension die 
Jahreszeit, die andere die Tageszeit repräsentirt. Von besonderem Vortheil 
3ind in vielen Fällen Darstellungen, deren Abscissen eine Dimension des Raumes, 
deren Ördinaten die Zeit — sei es Jahreszeit oder Tageszeit — vorstellen, 
der umgekehrt. Solche Darstellungen sind es, welche wir hier vorlegen, und 
zwar für den mittelsten Meridianstreifen jedes der beiden Oceane. In vertikaler 
Richtung sind die Breiten, in horizontaler die Monate abgesteckt. Jeder Punkt 
der Fläche des Diagramms bedeutet also einen bestimmten Moment des Jahros 
in einer bestimmten Entfernung vom Aequator. Jedem Punkte kommt der Natur 
der Sache nach eine bestimmte normale Regenhäufigkeit zu, und die Isoplethen 
sollen alle benachbarten Punkte gleicher procentischer Häuligkeit verbinden. 
Längs dieser Kurven soll also die gleiche Zahl von Tagen mit Regen unter je 
L00 Beobachtungstagen sich finden. Natürlich kann die Ableitung derselben 
aus dem Beobachtungsmaterial nur absatzweise, durch Zusammenfassung alles 
Materials von einem Monat und einem Eingradfeld, Fünfgradfeld oder dergl., 
Mittelbildung und Beziehung dieses Mittels auf die Mitte des Zeitabschnittes 
and des Feldes geschehen. Als Zeitabschnitt wurde der Monat, als Raum- 
abschnitt Streifen von 20 (nur im Indischen Ocean nördlich der Linie von 15) 
Längengraden und im Atlantischen Ocean durchweg von 5 Breitengraden, im 
Indischen sowohl von 2°, als von 4°—14° Breite genommen.) 
Aus den Diagrammen kann man also sowohl die jährliche Periode für 
jeden gewünschten Parallel innerhalb des Rahmens, als die Vertheilung uach 
der geographischen Breite für jeden Zeitpunkt des Jahres entnehmen. 
Als Grundlagen für diese Bilder dienten vor Allem die auf dem Beob- 
achtungsmaterial der Seewarte fulsenden Arbeiten von Dr. Sprung und mir 
für den Atlantischen Ocean und von Dr. von Danckelman für den Indischen 
Ocean (vgl. diese Annalen 1880, S. 225, 1881, S. 339 und 1887, S. 118), Vom 
4) Zu Grunde gelegt wurden die Werthe aus den Streifen 20°—40° West auf dem Atlan- 
tischen und 80°—100° resp. 95° Ost auf dem Indischen Ocean.
	        
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