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Volltext: 59, 1939

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriuxiis. — 59. Baud. Nr. 10. 
„Über dem Gebiet größter Kälte, dem Arktischen Kanada, liegt eine Ausbuchtung des zirkumpolaren 
Höhentiefs nach Süden, im Südosten flankiert von dem Höhenhoch des Azorenmaximums, im Südwesten von 
dem höhenwarmen Great Basin-Hoch.“ 
„Die (nichtnormale) Druckwellenbahn von Nord west nach Siidost bei Labrador — Neufundland 
(der Abb. 18) liegt dann also über dem amerikanischen Kontinent, zwischen Great Basin-Hoch und nord 
kanadischem Höhentief, östlich vom Felsengebirge. (Sie hält aber nur, wenn die vorzeitige Einflußnahme der 
Warmluft des Mexikogolfs durch die Druckverteilung ausgeschaltet ist, diese Richtung bis nahe an die Ost 
küste; sonst biegt sie vorher nordwärts um.)“ 
„Die Druckwellenhahn von Süd west nach Nordost ist dann diejenige, welche etwa längs der 
Normallage der „Temperierten Front“ oder Polarfront nach Bergeron an der Nordwestabdachung des 
Azorenhochs entlang führt.“ 
„An der ,Übergabestelle 4 von Druckwellen der zwei antizyklonischen Steuerungszentren liegt ein für 
Frontogenese geeignetes Deformationsfeld der Strömung, indem hier wärmere Luft und kältere Luft gegen 
einander geführt werden. Sind diese wärmeren und kälteren Luftmassen bereits in ihrer Ausgangslage 
frontmäßig begrenzt, so ist die Möglichkeit der Entstehung des Dr eimassenecks dadurch gegeben, 
daß die beiden präexistenten und heterogenen Fronten nur in einem bestimmten Abschnitt an 
einander laufen, in welchem damit rasch eine besonders scharfe Frontalzone entstehen kann. Dies 
muß als ein besonders günstiger Fall für Zyklogenese nach dem Schema ,Frontalzone-Delta‘ betrachtet 
werden, vor allem dann, wenn geeignete Vorgänge für eine ,Offenhaltung des Frontalzonendeltas 4 sorgen.“ 
[Vgl. (46, S. 373) (4, S. 52/53).] 
(Zum Ausdruck „Offenhaltung des Deltas“ sei bemerkt, daß die Größe des Winkels zwischen der 
„Frontengabel“ am Dreimasseneck ein gewisser Ausdruck für die Größe des Divergierens der Höhenströmung 
daselbst ist. Es ist deshalb zyklogenetisch günstig, wenn der Winkel groß ist und bleibt.) 
Zirkulationsmäßig, durch das Vorhandensein getrennter subtropischer Hochdruckzellen, mit dem fest 
ländischen Höhentiefausläufer dazwischen, ist also die Dreimasseneckbildung südlich Kap Hatteras begünstigt. 
Nur sollte zur Realisierung noch die spezielle Lage eintreten „kaltes Neuschottland-Hoch, 
kälteres Hoch im amerikanischen Mittelwesten, meridionale Tiefdruckkerbe 
zwischen den beiden“. Ist das Dreimasseneck gebildet, dann kommen dem die in den vorigen Ab 
schnitten beschriebenen „orographischen“ Faktoren zugute. 
Aber gehen wir nun dazu über, an einzelnen Beispielen die zyklogenetische Wirksamkeit des Dreimassen 
ecks bei Kap Hatteras darzustellen! 
4. Beispiele von Sturmtiefbildungen bei Kap Hatteras 
a) Die S t u r m t i e f b i 1 d u n g vom 27. bis 28. November 1938 
Da es für eine Auffassung spricht, wenn sie die Prognose der Wetterentwicklung erlaubt, so sei ein 
Fall von Sturmtiefbildung gleich an den Anfang gestellt, in dem eine solche Prognose vom Verfasser ab 
gegeben und veröffentlicht wurde. Im Seewarten-Bericht (21) Nr. 331 vom 27. November 1938 heißt es: 
„Östlich Florida bat sich ein Dreimasseneck ausgebildet, vor dem sich rasch ein 
neues Sturmtief bilden wird, das Kurs auf die Gewässer südlich Neu Schottland 
nimmt.“ Ähnlich wurde im mittäglichen „Ozeanfunk Norddeich“ der Deutschen Seewarte an diesem Tage 
„starke Vertiefung und Nordostkurs der früh südlich Kap Hatteras gelegenen Störung“ angekündigt. 
Abbildung 20 (S. 21) zeigt die Wetterlage vom Sonntag, 27. November 1938, 0 h MGZ (Landbeob. l h 
MGZ), auf der diese Ankündigungen basieren. 
Ein starkes, stationäres Azorenhoch erstreckt einen Hochdruckkeil nach den Bahamas. Es ist Reservoir 
der Tropilduft, die im Norden den Warmsektor des mächtigen, südöstlich Grönland gelegenen Sturmtiefs 
bildet. Die scharf ausgeprägte Kaltfront dieses Sturmtiefs trennt das kräftige, von Polarlufl erfüllte Neu- 
schottland-Hocb vom Warmlufthoch der Azorcn-Bahamas. Am Südabhange des Neuschottland-Hochs ist die
	        
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