Martin Rod e w a 1 d : Das Dreimasseneck als zyklogenetischer Ort.
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Da die Zyklogenesen bzw. Zykloneiivertiefungen fast nur
auf dem östlichen Ast der horizontalen Dehnungsachse
Stattfinden, würde hierdurch die Region im weiteren Osten
von Kap Hatteras als zyklogenetisch herausgehoben. Indem
nun die über Labrador — Neuschottland aufs Meer hinaus
gehende Kaltluft troposphärisch sicherlich meist kälter ist als
die weiter südwestlich strömende Polarluft und indem sie ihre
Temperatur über dem zunächst überwehten Kaltwassergebiet
nur in geringem Maße erhöht, dürfte die Frontalzone der Ab
bildung 17 vielfach noch östlich von dem neutralen Punkt
am schärfsten werden. Deshalb wird sie mehr für die Zyklonen
neubildungen südöstlich Neufundland zählen als für
die bei Kap Hatteras.
Wichtig für die Hatteras-lVeubildungen ist nur die Existenz
dieser bei Florida gelegenen Frontalzone überhaupt, und
wir werden später sehen, daß sie bei den dortigen Dreimassen-
eck-Bildungen weiter westlich am schärfsten wird
und daß der neutrale Punkt dann entsprechend nach Westen verschoben ist.
Wie die Lage der Aktionszentren und ihre Ausdehnung, so wäre Ietjtlieh auch die Lage dieses fronto-
genetischen Deformationsfeldes „orographisch bedingt“ in dem Sinne, wie es Raethjen (18, S. 386/387)
dargestellt hat. Nach ihm würde hier die vertikale Dehnung das Primäre sein gegenüber der horizontalen
Schrumpfung (Heizwirkung des Golfstroms).
3. Zirkulationsmäßige Vorbedingungen für das Dreimasseneck bei Florida
Die Untersuchung einer Sturmtiefbildung südwestlich der Azoren (4) hatte die Lage ergeben, deren
wesentliche Züge in Abbildung 18 noch einmal dargestellt sind. (Sie entspricht fast genau der geschilderten
Oktoberlage von 1932, nur ist das ganze System nach Süden verschoben.)
Abb. 18: Lage vor der Sturmtiefbildung südwestlich Abb. 19: Präsumtivbild für die Dreimasseneck-Konstellation südlich
der Azoren vom 9. Oktober 1903 Kap Hatteras
Aus dem damaligen Befund wurde folgendes geschlossen, ehe eine Hatteras-Zyklogenese untersucht
war: Wenn man das System der Abbildung 18 westwärts verschiebt, bis das Dreimasseneck (D.) — etwa in
derselben Breite -— südlich Kap Hatteras zu liegen kommt, so würde sich diese neue Lage viel besser in
die „normale“, geographisch bedingte winterliche Zirkulationsanordnung cinfügen. Wir wiederholen hier da»
an jener Stelle (4, S. 53) Gesagte und geben dem in der Abbildung 19 Ausdruck:
Abb. 17: Das frontogenetische Deformation*;fcld
südöstlich Kap Hatteras im Winter