Martin R o d e w a 1 d : Das Dreimasseneck als zyklogene tischer Ort.
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nach einem Vorschlag des Verfassers als Delta der Frontalzone bezeichnet; das entgegengesetzte „Ende“
der Frontalzone würde — im Sinne des Bildes — das Einzugsgebiet der Frontalzone abgeben.
Abbildung 10 (S. 12) veranschaulicht diese Begriffe, und es gilt dazu nach obigem der Satz: Im Delta
einer Frontalzone bat die Höhenluft die Tendenz, nach rechts herausgeworfen
zu werden, was zu Luftdruckfall am Boden unterhalb des Deltas führt.
4. Die Zyklogenese am Dreimasseneck
Wir können nun die in den vorigen drei Abschnitten gewonnenen Anschauungen zur Erklärung des
starken Druckfalls am Dreimasseneck verwenden.
a) Zunächst einmal ist leicht einzusehen, daß am Dreimasseneck ein Divergieren der Höhen-
strö m u n g stattfinden muß (unter stillschweigender Voraussetzung, daß die Massenverteilung „warm, neutral,
kalt“ im Gegenzeigersinne vorhanden ist und daß das Bodendruckgefälle nicht zu stark dem Höhengefälle
widersprechend wirkt). Aus den Abbildungen 5 und 6 (S. 8, 9) ist zu entnehmen, was durch die Abbildung 11
Abb. 11: Deltabildung bei Annäherung der Fronten Abb. 12: Schema der Höllenströmung am Drei
aneinander masseneck (D.)
verdeutlicht wird: Bereits hei Annäherung der zum Dreimasseneck zusammenlaufenden beiden Fronten
tritt ein Divergieren der Höhenströmung ein — selbst wenn jedes der beiden frontalen „Höhenwindbänder“
für sich ohne Fächerung ist, wie es die Abbildung darstellt.
Denkt man sich die Höhenströmung in Abbildung 6 (S. 9) frontenparallel hinzu gezeichnet, so hat man ja
schon das Schema der Abbildung 10 vor sich: Wo die beiden Fronten sich nahe sind, wäre die Frontalzone
(in Richtung des starken Pfeiles); wo sie (beiderseits der Pfeilspitze bei N) auseinanderklaffen, läge das
Frontalzonendelta; wo sie (am Pfeilende beiderseits) auseinandergehen, befände sich das Einzugsgebiet.
Der deltabedingte Druck fall setzt also bereits bei Annäherung der Fronten
ein. [Ein Beispiel für solche scheinbare „Fernwirkung“ ist an anderer Stelle beschrieben (36).] Ist aber das
Dreimasseneck durch Zusammenkommen der Fronten gebildet, so ist aus den Frontalzonen „Warm gegen
Neutral“ und „Neutral gegen Kalt“ eine neue scharfe Frontalzone „Warm gegen Kalt“ entstanden.
Neben der Frontalzone ist dann auch ihr Delta besonders ausgeprägt, wie es Abbildung 12 veranschaulichen
möge. Hieraus folgt der Satz:
Die Frontengabel am Dreimasseneck, die „neutrale Luft“ enthaltend, stellt
das ausgeprägte Delta einer scharfen Frontalzone dar, in dem kräftiger Druck
fall nach dem Scherhagschen Divergenzsatz aufzutreten vermag.
b) Die zeitliche Verschärfung der Frontalzone beim Zustandekommen des Dreimassenecks wurde oben
bereits beschrieben. Aus ihr kann Druckfall besonders auf der warmen Seite der Frontalzone entspringen,
in Analogie zu den Höhenwetterkarten-Regeln 17 und 18 des Verfassers (37, S. 47):
„Gradientverschärfung am Abhänge eines Höhen-Hochdruekkeiles verursacht Luftdruckfall unter ihm“;
„Kaltluftadvektion, quer gegen den Abhang eines Höhen-Hochdruekkeiles gerichtet, verursacht Luft
druckfall unter ihm“.
Dieser Luftdruckfall würde also nicht im Delta der Frontalzone, in der „neutralen Luftmasse“, auf-
treten, sondern im Gebiet der warmen Tropikluft. Wie a. a. O. (37, S. 47) ausgeführt, sind der