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Full text: 59, 1939

Martin R o d e w a 1 d : Das Dreimasseneck als zyklogene tischer Ort. 
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nach einem Vorschlag des Verfassers als Delta der Frontalzone bezeichnet; das entgegengesetzte „Ende“ 
der Frontalzone würde — im Sinne des Bildes — das Einzugsgebiet der Frontalzone abgeben. 
Abbildung 10 (S. 12) veranschaulicht diese Begriffe, und es gilt dazu nach obigem der Satz: Im Delta 
einer Frontalzone bat die Höhenluft die Tendenz, nach rechts herausgeworfen 
zu werden, was zu Luftdruckfall am Boden unterhalb des Deltas führt. 
4. Die Zyklogenese am Dreimasseneck 
Wir können nun die in den vorigen drei Abschnitten gewonnenen Anschauungen zur Erklärung des 
starken Druckfalls am Dreimasseneck verwenden. 
a) Zunächst einmal ist leicht einzusehen, daß am Dreimasseneck ein Divergieren der Höhen- 
strö m u n g stattfinden muß (unter stillschweigender Voraussetzung, daß die Massenverteilung „warm, neutral, 
kalt“ im Gegenzeigersinne vorhanden ist und daß das Bodendruckgefälle nicht zu stark dem Höhengefälle 
widersprechend wirkt). Aus den Abbildungen 5 und 6 (S. 8, 9) ist zu entnehmen, was durch die Abbildung 11 
Abb. 11: Deltabildung bei Annäherung der Fronten Abb. 12: Schema der Höllenströmung am Drei 
aneinander masseneck (D.) 
verdeutlicht wird: Bereits hei Annäherung der zum Dreimasseneck zusammenlaufenden beiden Fronten 
tritt ein Divergieren der Höhenströmung ein — selbst wenn jedes der beiden frontalen „Höhenwindbänder“ 
für sich ohne Fächerung ist, wie es die Abbildung darstellt. 
Denkt man sich die Höhenströmung in Abbildung 6 (S. 9) frontenparallel hinzu gezeichnet, so hat man ja 
schon das Schema der Abbildung 10 vor sich: Wo die beiden Fronten sich nahe sind, wäre die Frontalzone 
(in Richtung des starken Pfeiles); wo sie (beiderseits der Pfeilspitze bei N) auseinanderklaffen, läge das 
Frontalzonendelta; wo sie (am Pfeilende beiderseits) auseinandergehen, befände sich das Einzugsgebiet. 
Der deltabedingte Druck fall setzt also bereits bei Annäherung der Fronten 
ein. [Ein Beispiel für solche scheinbare „Fernwirkung“ ist an anderer Stelle beschrieben (36).] Ist aber das 
Dreimasseneck durch Zusammenkommen der Fronten gebildet, so ist aus den Frontalzonen „Warm gegen 
Neutral“ und „Neutral gegen Kalt“ eine neue scharfe Frontalzone „Warm gegen Kalt“ entstanden. 
Neben der Frontalzone ist dann auch ihr Delta besonders ausgeprägt, wie es Abbildung 12 veranschaulichen 
möge. Hieraus folgt der Satz: 
Die Frontengabel am Dreimasseneck, die „neutrale Luft“ enthaltend, stellt 
das ausgeprägte Delta einer scharfen Frontalzone dar, in dem kräftiger Druck 
fall nach dem Scherhagschen Divergenzsatz aufzutreten vermag. 
b) Die zeitliche Verschärfung der Frontalzone beim Zustandekommen des Dreimassenecks wurde oben 
bereits beschrieben. Aus ihr kann Druckfall besonders auf der warmen Seite der Frontalzone entspringen, 
in Analogie zu den Höhenwetterkarten-Regeln 17 und 18 des Verfassers (37, S. 47): 
„Gradientverschärfung am Abhänge eines Höhen-Hochdruekkeiles verursacht Luftdruckfall unter ihm“; 
„Kaltluftadvektion, quer gegen den Abhang eines Höhen-Hochdruekkeiles gerichtet, verursacht Luft 
druckfall unter ihm“. 
Dieser Luftdruckfall würde also nicht im Delta der Frontalzone, in der „neutralen Luftmasse“, auf- 
treten, sondern im Gebiet der warmen Tropikluft. Wie a. a. O. (37, S. 47) ausgeführt, sind der
	        
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