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Volltext: 59, 1939

Gerhard Schumacher: Das Klima Südkoreas auf Grund der japan. Wetterheobachtg. der Jahre 1914 bis 1933 5 
A. Einleitung. 
1. Methodische Vorbemerkung. 
Die Aufgabe dieser Arbeit soll es sein, einen Überblick über die klimatischen Verhältnisse Südkoreas auf 
Grund der japanischen Wetterbeobachtungen 1914—1933 zu geben. Es sind alle brauchbaren Stationen mit ihren 
wichtigsten Elementen benutzt worden. 
Die Methode der Klimatologie ist in den letzten Jahren recht umstritten. Die klassische Periode, die durch 
Namen wie Hann und Hellmann verkörpert ist, und die in der einwandfreien Berechnung langjähriger Mittelwerte 
eine ihrer Hauptaufgaben gesehen hat, ist nicht ein beliebiger Irrweg gewesen, sondern muß noch heute als un 
umgängliche Erkenntnisvorstufe für die neuen Wege gelten, die Bergeron, Dinies u. a. im Bereiche der Klima 
tologie gehen. Südkorea ist ein Land, in dem die klimatologische Arbeit noch nicht bis zu dieser Vorstufe gediehen 
ist. Die exakte Grundlage jeder Klimadarstellung muß auch hier zunächst die statistische Mittelwertklimatologie 
der einzelnen Elemente bilden (Lit. Nr. 13, 22). 
Der erste Hauptteil soll der Erreichung dieses Zieles dienen, er befaßt sich mit der Berechnung und der 
kartographischen und textlichen Auswertung der einzelnen Elemente. Zwar gibt es schon klimatographische Ar 
beiten über Korea, die in der Literaturübersicht besprochen werden, aber die dort eingeschlagenen Wege sind nicht 
exakt und ausführlich genug. 
Eine notwendige Ergänzung neben dieser Analyse muß die ganzheitliche Schilderung des Witterungsablaufes, 
die Synthese, bilden. Für die genetische Betrachtung im zweiten Hauptteil sind die Methoden der Berücksichti 
gung typischer Wetterlagen angewandt. Man unterscheidet eine Reihe von typischen Luftdrucklagen und unter 
sucht die Wirkung derselben auf das Wetter der verschiedenen Teile des Klimagebiets und die Dauer der Beein 
flussung. Dabei geht man ständig über den üblichen Rahmen der Mittelwerte hinaus. Man verknüpft die 
typischen Drucklagen mit den gleichzeitig gekoppelten meteorologischen Einzelwerten. Daß diese Methoden auch 
noch für Mitteleuropa angewandt werden, zeigt der Aufsatz von W. Dannemann im Maiheft 1936 der Meteorolo 
gischen Zeitschrift: „Die mittleren Temperaturen des Januars in Deutschland in ihrer Abhängigkeit von den 
Schwankungen der Luftdruckverteilung.“ Für Ostasien ist eine Arbeit über den Jahresablauf nach typischen 
Wetterlagen in europäischer Sprache noch nicht erschienen. 
Die Ergebnisse der Beschreibung der Mittelwerte im ersten Hauptteil und der genetischen Darstellung im 
zweiten Hauptteil führen dann zu einer Einteilung Südkoreas in Klimaprovinzen auf Grund der regionalen klima 
tischen Verschiedenheiten (3. Hauptteil). 
W. Volz betont in der Geographischen Zeitschrift 1935, S. 213: „Ist schon die Behandlung der Klimakunde 
vom (allgemein-) geographischen Standpunkt aus anders als vom physikalisch-meteorologischen, so noch viel mehr 
vom landeskundlichen Standpunkt aus. Hier wollen wir lediglich das Klima als natürliche Ausstattung des 
Lebensraumes erkennen und betrachten.“ 
Aufgabe dieser geographischen Arbeit ist es, das Klima Südkoreas in der Weise zu bearbeiten, daß die 
Ergebnisse für eine landeskundliche Gesamtdarstellung dienstbar gemacht werden können. 
2. Die Literatur. 
Die älteste mir zugängliche Arbeit über Koreas Klima war die von L. E. Dinklage, Beitrag zur Kenntniß 
des Klimas von Korea (Lit. Nr. 11). Da bis dahin über meteorologische Beobachtungen in Korea nichts bekannt 
war, veröffentlichte Dinklage die Mitteilungen, die der Deutschen Seewarte in Hamburg von den Hafenmeistern in 
Tschimulpo, Juensan und Husan zugingen. Die Arbeit enthält auf einigen Seiten kürzere Angaben über die Art 
der Beobachtung und Werte für Barometermaxima und -minima, Temperaturmittel, -maxima, -minima, Anzahl
	        
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