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Volltext: 59, 1939

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums — 59. Band Nr. 9 
Die Serienaufstiege erfolgten zumeist im zeitlichen Abstand von 1% Stunden, die Boden 
messungen dreiviertelstündlich. Die Dauer eines Aufstieges betrug etwa 12—15 Min. Wegen der 
größeren Ventilation wurde stets der Abstieg ausgewertet. 
Als Gipfelhöhe war im Jahre 1936 150 m, 1937 200 m vorgesehen. Eine Ausdehnung der Aufstiege 
mindestens bis 500 m, besser bis 1000 m Höhe wäre wünschenswert gewesen! Jedoch mußten rein 
meteorologische Gesichtspunkte gegenüber dem eigentlichen Zweck der Untersuchung zurücktreten. 
2. Besprechung und Kritik der Messungen. 
Um Meßfehler erkennen zu können und um überhaupt einen Überblick über den Wert der 
Messungen der einzelnen Schiffe zu gewinnen, wurden Temperaturmittelwerte für gleiche Zeiträume 
gebildet. So stellt Figur 2 die Mittelwerte der Temperaturmessungen vom 15. bis 21.8.36 auf Station 
Figur 2. 
„Südmole“ und den Dampfern „Mellum“ und „Stark“ dar. Die Anzahl der den Mittelwerten zugrunde 
liegenden Einzelmessungen beträgt bei den Aßmannmessungen 56, bei den Ballonaufstiegen 31. Zu 
fällige Fehler sind also weitgehend ausgeschaltet. Figur 2 ergibt im einzelnen folgendes Bild: 
1. Ballonmessungen (ab 20m). 
Die Messungen von „Stark“ und „Mellum“ fallen im wesentlichen zusammen. Die geringen Ab 
weichungen liegen innerhalb der Fehlergrenzen. Beide Meßreihen sind jedoch um einen nahezu 
konstanten Betrag von etwa 2 / 10 ° C wärmer als die Messungen auf der Südmole. Diese in allen 
Höhen konstante Erniedrigung der Temperatur auf der Südmole läßt sich wohl kaum als durch die 
40 m hohe Insel hervorgerufen deuten. Räumliche Verschiedenheiten der Meßstellen kommen also 
als Ursache dieser Differenz nicht in Frage. Dieser konstante Unterschied ist vielmehr nicht reell, 
sondern höchstwahrscheinlich durch verfälschte Basiswerte auf den Dampfern erzeugt. (Das Venti 
lationsgerät von Frankenberger wurde im Jahre 1936 noch nicht benutzt.) 
2. Aßmannmessungen (u n t e r h a 1 b 20 m). 
Die Messungen auf der Südmole sind als im wesentlichen unverfälscht anzusehen. Nur in 8,5 m ist 
der Inseleinfluß durch eine geringe Erwärmung erkennbar. Von den Messungen der Dampfer ent 
sprechen wohl die Angaben in 0,5 m Höhe am ehesten den wahren Verhältnissen. Die Mittelwerte 
in Deckshöhe (3 bzw. 5 m) sind jedoch durch den Einfluß des Schiffskörpers verfälscht. Naturgemäß 
ist die durch Schiffsluft hervorgerufene Erhöhung der Temperaturen bei den auf „Mellum“ erhaltenen 
Messungen ausgeprägter als bei den Messungen auf „Stark“, da „Mellum“ bedeutend größer ist als 
„Stark“ und der Schiffseinfluß im allgemeinen mit dem Tonnengehalt des Schiffes zunehmen wird. 
Wir werden von diesen verfälschten Werten im allgemeinen keinen Gebrauch machen. Soweit es 
jedoch bei unseren späteren Untersuchungen weniger auf den absoluten Wert der Temperatur als auf 
ihre Schwankungen ankommt, fallen die oben gekennzeichneten Fälschungen, wenn sie gleichmäßig 
während der Meßreihen bestehen, nicht ins Gewicht.
	        
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