Ulrich Roll : Zur Frage des täglichen Temperaturganges und des Wärmeaustausches
7
Prahm
„Bremerhaven“
„Hecht“
Insgesamt
5.6.37
6
4
4
14
6.6.37
4
4
4
12
7.6.37
4
3
4
11
9.6. 37
10
10
10
30
10. 6. 37
4
3
5
12
Juni 1937
28
24
27
79
Über die Lage der einzelnen Meßstellen unterrichtet Figur 1.
Figur 1.
Die Messungen lassen sich unterteilen in
1. Messungen der Wassertemperatur (wie üblich)
2. Messungen der Lufttemperatur durch Ablesung von
Kipp-Aspirationspsychrometern nach Böhnecke 11
und
3. Temperaturaufzeichnungen durch Spezialballonmete
orographen (Bosch und Bosch)
Höhenbereich
0,3 bis 10—20 m (je nach Höhe des
Mastes)
10—20 bis 150-200 m
Die Instrumente zu 2. wurden für die Meßhöhen 0,3—8,5 m während der Messung an der
Luvseite des Schiffes mit Ladebaum und Bootshaken in etwa 3—5 m Abstand von der Bordwand ge
halten. Die Messungen in 10—20 m Höhe erfolgten unmittelbar an der Ra. Die Höhen der einzelnen
Meßpunkte hängen von der Bauart des Schiffes ab (Höhe des Decks, der Brücke usw.), sie konnten
daher nicht für alle Schiffe einheitlich festgelegt werden.
Die Instrumente zu 3. sind Sonderausführungen des gewöhnlichen Ballonmeteorographen.
Durch Verkürzung des Hebelarmes wurden die Ausschläge der Temperatur- und Druckschreibarme etwa
auf das Doppelte des üblichen vergrößert (1,5 mm ^ l 3 C, 19 mm ^ 100 mm Hg). Als Träger der
Instrumente wurden Drachenballone der Fa. v. Kehler und Stelling mit 16 cbm Inhalt benutzt. Zur
Bestimmung einwandfreier Basiswerte gelangte das von Frankenberger entwickelte Gerät zur
Verwendung. Nach Möglichkeit wurden die Aufstiege vom Vorschiff aus durchgeführt. Infolge der
Kleinheit einzelner Schiffe (z. B. „Bremerhaven“) war die Unterbringung der Winde auf der Back nicht
immer möglich. Dann mußten die Aufstiege vom Achterschiff aus vorgenommen werden. Hierbei sind
Fälschungen durch die vom Schiffskörper erwärmte Luft nicht ausgeschlossen. Wir kommen hierauf
noch zurück.