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Full text: 59, 1939

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums — 59. Band Nr. 9 
Verwendung könnten in diesem Zusammenhang noch Temperaturmessungen in den untersten 
Luftschichten (bis etwa 20 m) finden, wie sie von Wüst 10 , Conrad' 21 und auf D. „Altair“ während 
der Internationalen Golfstromuntersuchung 1938 vorgenommen wurden. Die Verwendungsmöglich 
keiten solcher Meßreihen sind jedoch beschränkt, da Messungen in diesem Höhenbereich fast immer den 
nur schwer auszuschaltenden, störenden Einflüssen des Schiffskörpers unterliegen und zum anderen nur 
einen allerdings äußerst wichtigen Teil des in Betracht kommenden Luftraumes umfassen, so daß 
wesentliche Züge oft nicht mit genügender Deutlichkeit hervortreten. Außerdem ist folgendes zu 
bedenken: 
In unseren Breiten sind die periodischen Schwankungen in der Atmosphäre fast immer von 
unperiodischen Erscheinungen überdeckt. Sie können nur dann klar zutage treten, wenn entweder 
1. das Beobaditungsmaterial so reichhaltig ist, daß sichere Mittelwerte gebildet werden können, oder 
2. die Versuchsbedingungen so gewählt werden, daß sämtliche störenden Einflüsse ausgeschlossen 
sind. 
Im Falle der täglichen Temperaturschwankung in den unteren Luftschichten über dem Meere ist der 
Punkt 1. wenigstens zunächst nicht erfüllbar. Wir sind also darauf angewiesen, Einzelfälle zu studieren, 
die dem Idealfall möglichst nahe kommen. Dies ist jedoch bei den oben genannten Temperatur 
messungen in den untersten Luftschiditen über dem Meere meist nicht erfüllt. Da sie z. T. für andere 
Zwecke (Kimmtiefenmessungen usw.) durchgeführt wurden, ist auf die Wahl einer im Sinne von 2. 
einwandfreien Wetterlage, die Advektion und sonstige störende Erscheinungen ausschließt, kein Wert 
gelegt worden. Die Messungen sind daher für unsere Zwecke nicht verwendbar. 
Im folgenden soll nun versucht werden, unter Benutzung des für Kimmtiefenmessungen des 
Oberkommandos der Kriegsmarine durch den Wettertrupp des Marineobservatoriums gesammelten 
Materials von 201 Aufstiegen und dazugehörigen Bodenmessungen Klarheit über die Phasenänderung 
der täglichen Temperaturschwankung mit der Höhe und damit eng zusammenhängende Fragen des 
Wärmeaustausches über dem Meere zu gewinnen. Das Problem des Wärmeüberganges zwischen Wasser 
und Luft und des Zusammenhanges zwischen den täglichen Temperaturgängen in Wasser und Luft 
soll dabei ebenfalls beleuchtet werden. 
Herrn Konteradmiral Dr. F. C o n r a d und Herrn Reg.-Rat Dr. H. C. Freiesieben bin ich für 
die bereitwillige Überlassung des anläßlich ihrer Kimmtiefenmessungen gesammelten meteorologischen 
und aerologischen Materials zu großem Dank verpflichtet. Den Herren Prof. Dr. D e f a n t und Prof. 
Dr. Wüst danke ich für wertvolle Hinweise bei der Bearbeitung. 
B. DIE MESSUNGEN. 
1. Durchführung der Messungen. 
Vom 15. bis 23.8. 1936 und vom 5. bis 10.6. 1937 sind in der Deutschen Bucht in der Nähe von 
Helgoland und auf der Südmole der Insel Temperatur- und Feuchtemessungen vorgenommen worden. 
Es wurden dabei der Tonnenleger „Mellum“, die Dampfer „Hecht“, „Stark“ und „Bremerhaven“, sowie 
ein Prahm als schwimmende Meßstellen eingesetzt. Über die Verteilung der Aufstiege auf die einzelnen 
Tage und Meßstellen gibt Tabelle 1 Auskunft. 
Tabelle 1. 
Anzahl der Aufstiege 
Tag 
Südmole 
Meßstellen 
„Stark“ 
„Mellum“ 
Insgesamt 
15.8. 36 
7 
8 
8 
23 
17.8. 36 
4 
4 
4 
12 
18. 8. 36 
6 
5 
5 
16 
19. 8. 36 
7 
6 
7 
20 
20. 8. 36 
5 
5 
5 
15 
21.8. 36 
4 
4 
4 
12 
22. 8. 36 
9 
— 
9 
18 
23. 8. 36 
3 
— 
3 
6 
August 1936 
45 
32 
45 
122
	        
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