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Full text : 59, 1939

Temperatur

113

Bucht  belegt  deren  parallele  Entwicklung  (LOEWE  et  al.  2013),  so  dass  die  in  (Kap.  2.2.2ff.)
ausgeführten  Kausalzusammenhänge  mit  den  atmosphärischen  Rahmenbedingungen  sinngemäß ­
  weiter  gelten.
Für  die  nachfolgende  chronologische  Darstellung  besonderer  Zustände  und  Entwicklungen
wird  auf  eine  Wiederholung  dieser  Zusammenhänge  weitgehend  verzichtet.

3.5.2.2  2008
In  den  sturmreichen  und  milden  Wintermonaten  (Kap.  2.2.2ff.)  lag  die  Nordseetemperatur
mit  7.0  °C  um  1.0  K  über  dem  Klimanormal  des  1.  Quartals  (Abbildung  3-19).  Die  stärksten
Abweichungen  von  oft  über  2  K  traten  in  den  SE-lichen  Seegebieten  ein  (Abbildung  3-20).
Nicht  nur  für  die  Nordsee,  sondern  auch  für  die  Deutsche  Bucht  waren  die  Winter  2008  und
2002  die  fünftwärmsten  seit  1969;  die  deutsche  Nordseeküste  blieb  dabei  nahezu  eisfrei  (vgl.
Kap.  3.5.4).
Die  sonnige,  zeitweise  sommerliche  Maiwitterung  beschleunigte  die  jahreszeitliche  Erwärmung ­
  der  Gewässer.  Die  Temperatur  der  Nordsee  stieg  auf  10.8  °C  an,  lag  damit  um  1.7  K
über  dem  klimatologischen  Monatsmittel  und  verfehlte  die  Rekordtemperatur  vom  Mai  1990
(10.8  °C)  nur  knapp.  In  der  zentralen  Nordsee  überstiegen  die  Anomalien  2  K,  W-lich  der  nordfriesischen ­
  Küste  sogar  3  K  (Abbildung  3-20).
Infolge  des  gehäuften  Auftretens  zyklonaler  Wetterlagen  und  der  damit  einhergehenden  unbeständigen ­
  Witterung  schwächte  sich  die  nordseeweite  Warmanomalie  zunächst  bis  Juli  auf
0.6  K  ab,  verstärkte  sich  jedoch  anschließend,  insbesondere  unter  dem  Einfluss  eines  persistenten ­
  Skandinavienhochs,  auf  1.3  K.  Die  höchsten  Abweichungen  traten  in  NE-lichen  Seegebieten ­
  ein;  über  der  Norwegischen  Rinne  übertrafen  sie  im  August  2.5  K  (Abbildung  3-20).
Die  Nordseetemperatur  fiel  im  Sommerquartal  nach  Rang  4  im  Frühjahr  auf  Rang  9  zurück.
In  den  Flerbstmonaten  wurde  der  Wärmeüberschuss  schrittweise  abgebaut,  so  dass  die
Nordseetemperatur  im  Dezember  bei  8.0  °C  fast  mit  dem  Klimamittel  (7.9  °C)  übereinstimmte.
Entsprechend  belegte  die  Temperatur  für  das  4.  Quartal  mit  10.2  °C  (0.4  K)  einen  mittleren
Rang  (19)  im  45-jährigen  Zeitraum  1969-2013.
Das  Jahr  2008  (Dez.  bis  Nov.)  war  gemeinsam  mit  2004  für  die  Nordsee  das  fünftwärmste.  Mit
10.8  °C  (0.9  K)  wurde  das  Mittel  der  Basisperiode  1971-1993  um  2  StdAbw  übertroffen,  das
bereits  3mal  (2002,  2006  &  2007)  erreichte  Rekordniveau  von  11.0  °C  nur  wenig  unterschritten
(Abbildung  3-24).

3.5.2.3  2009
Nach  der  bereits  im  Dezember  2008  abgeschlossenen  Normalisierung  verharrten  die  Wintertemperaturen ­
  bei  einer  hinsichtlich  Muster  und  Intensität  normalen  SW-lichen  Anströmung
auf  ungewohnt  normalem  Niveau  (Abbildung  3-21).  Das  Quartalsmittel  von  6.1  °C  (0.1  K)  entsprach ­
  fast  dem  Klimanormal  und  belegte  Rang  23  im  45-jährigen  Analysezeitraum.
Als  Folge  einer  persistenten  Omegablockierung  mit  Zentrum  über  dem  Baltikum  (Kapitel2.2.3)
kam  es  im  April  zu  einer  drastischen  Erwärmung  der  Nordsee  um  1.5  K.  Dieser  zweitstärkste
Anstieg  von  März  auf  April  war  in  gleicher  Flöhe  bereits  1987  aufgetreten,  sollte  sich  2010
wiederholen  und  2011  (2.0  K)  sogar  übertroffen  werden.  Die  weitere  Temperaturentwicklung
im  Frühjahr  vollzog  sich  auf  einem  gegenüber  der  Klimatologie  um  0.9  K  erhöhten  Niveau
(Abbildung  3-19\  Abbildung  3-21).  Mit  10.1  °C  belegte  das  Quartalsmittel  den  8.  Rang.
            
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