Ludwig Schnebel: Beitrag zur Zyklogcnese.
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sich nicht auf die Lage des Maximalkerns allein zu beziehen. Dieser wird außerdem nickt
immer genau auf einen Beobachtungsort fallen. Aus diesem Grunde dient zur Festlegung der
Bahn derjenige Teil des Änderungsgebietes, der die beim vorangehenden Termin eingeleiteten
Wettererscheinungen auch jetzt wieder erkennen läßt. Diese müssen eindeutig mit den Isallo-
barengebilden verknüpft sein.
Die Figur mit den Bahnen des kohärenten Druckänderungsgebildes (Fig. 1) enthält auch
die Verlagerung des Zyklonenkerns. Dieser wandert, wenn seine Lage relativ zu den Isallo-
barengebilden betrachtet wird, aus dem Fallgebiet immer mehr in das Steiggebiet hinein.
Dabei füllt er sich naturgemäß auf, zunächst langsam, dann — nach 5 Uhr am 26. 1. — sehr rasch.
Die Verflachung der Zyklone am Boden ist aus dem Pulsationsdiagramm zu ersehen, wo
neben den jeweiligen Werten der Druck änderungsgebiete der Druck im Zyklonenkern mit
aufgezeichnet ist. Die Druckänderungswerte sind in ihrem absoluten Betrag angegeben.
Während des größten Teils des betrachteten Zeitraums ist eine „absolute Tendenz“ im Fall-
und Steiggebiet festzustellen (Fig. 10). Bei einer Verstärkung des Druckfalls findet meist eine
1002
1001
1000
999
993
997
996
995
994
993
992
991
990
Abschwächung des Druckanstiegs statt und umgekehrt. Dem Boden-Druckänderungsfeld ist
dabei zu entnehmen, daß sich den normalen Druckänderungen eine weitere isallobare Störung,
die tägliche Doppelwelle, überlagert und eine Art „Atmen“ der Isallobarengebilde verursacht.
Aber nicht allein die maximalen absoluten Werte im Kern der Druckänderungsgebiete, sondern
auch die gesamten Isallobarengebilde zeigen dieses Pulsieren.