accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 59, 1939

14 
Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums. — 59. Band. Nr. 6. 
26. Januar vormittags: 
1. Le Bourget — Köln —Stettin — Königsberg. 
Der Einfluß der Zyklogenese erstreckt sich bereits weit nach Osten. Dies zeigt vor allem 
das Wolkenfeld. 
Königsberg liegt durchweg in der kalten, stark absinkenden Kontinentalluft. Stettin läßt 
über der Kaltluft, die oberhalb der großen Inversion schon aus südlicheren Gegenden stammt 
als bei Königsberg, den aus Süden verdrängten, wärmeren Luftkörper erkennen. Über Köln 
wird in der gesamten Troposphäre die Westluft angetroffen. Paris, das bereits in die Auf 
klarzone auf der Rückseite der Störung gelangt ist, weist den labilsten Aufbau auf, trotzdem 
sich dort die abwärts gerichteten Vertikalbewegungen schon kräftig durchgesetzt haben. 
Der Schnitt zeigt also quer zur Fortpflanzungsrichtung der Zyklone im Osten den von der 
Störung unberührt gebliebenen Kaltluftkörper, über Stettin den Übergang von Ost- zu West 
luft in der Vertikalen, über Köln die Schichtung der Maritimluft nahe dem Zyklonenkern bei 
dessen kräftigstem Entwicklungsstadium, endlich über der französischen Station die Verhält 
nisse im „rückseitigen“ Aufklarungsgebiet der Zyklone. 
Die großen Temperaturdifferenzen in den untersten Schichten werden mit zunehmender 
Höhe immer geringer. Während Paris und Königsberg bei 990 mb einen Unterschied von 
22° C zeigen, beträgt dieser bei 550 mb nur noch 3° C. Gleichzeitig zeigen auch die Feuchte 
werte annähernd gleiche Größe, so daß es also auf den ersten Blick scheint, als hätten wir es 
in der Höhe von rund 5000 m mit ein und demselben Luftkörper zu tun. Die Wettervorgänge 
über den beiden Orten, wie sie früher bei den „zeitlichen Schnitten“ geschildert wurden, 
lehren jedoch, daß die beiden äußerlich ähnlichen Luftmassen extrem verschiedenen Gegen 
den entstammen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.