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Full text: 59, 1939

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums — 59. Band, Nr. 5 
so ausgesprochenen Tide-Gebiet, wie die Elbmündung es darstellt. Die Aufstellung von Monatsmitteln ist 
daher schwer möglich, und im einzelnen oft recht unzuverlässig; nicht selten gilt dies auch für die Quartals 
mittel, während an eine Bildung von Häufigkeitswerten noch weniger zu denken ist. Im folgenden ist der 
Versuch gemacht worden, wenigstens die Quartalsmittel und das Jahresmittel für das Oberflächenwasser 
aufzustellen und die Stationen, wenn möglich, miteinander zu vergleichen. Die öfters auftretende unregel 
mäßige Häufung der Beobachtungen erklärt sich aus der Tatsache, daß bei der Bearbeitung besonderer Pro 
bleme die Untersuchungen an manchen Tagen eines Quartals derart gehäuft wurden und dabei andere Zeiten 
und Stationen wieder völlig vernachlässigt werden mußten. 
So würde bei gewöhnlicher arithmetischer Mittelbildung der resultierende Wert ganz durch die Werte 
für nur eine kurze Zeit des Quartals bestimmt werden und somit ein falsches Bild entstehen. Auch bei Be 
rücksichtigung des Gewichtes der einzelnen Beobachtungen kommt man in diesem Fall nicht zum Ziel, da 
dadurch die unregelmäßige Verteilung innerhalb eines Quartals nicht hinreichend beseitigt werden kann. Die 
Durchführung einigermaßen zuverlässiger Mittelwerte scheint somit nur noch auf graphischem Wege möglich, 
indem man die Werte durch eine sinngemäße Mittelkurve für das ganze Jahr verbindet, ganz unabhängig 
davon, ob diese Kurve durch Einzelwerte oder durch eine zeitlich gehäufte Wertegruppe hindurchgeht; auf 
diese Weise wird also das störende Übergewicht der gehäuften Wertegruppen ausgeschaltet. Aus der so 
gewonnenen Kurve ergibt sich dann in einfacher Weise die Mittelgerade, d. h. der Mittelwert für das ganze 
Quartal. Das Jahresmittel läßt sich dann als arithmetisches Mittel der Quartalsmittel aufstellen. Sind an 
einer Station innerhalb eines Quartals Beobachtungslücken vorhanden, so können die in den Zeitlücken 
fehlenden Beobachtungen durch sinngemäße Inter- und Extrapolation der Kurven und Vergleich der analogen 
Kurven der Nachbarstationen ergänzt werden. Sind diese Lücken jedoch zu groß, um eine vernünftige Ver 
bindung der Kurvenstücke zu gestatten, so ist auf eine Mittelung verzichtet worden. 
Die Unterelbe oberhalb Cuxhavens ist für eine graphische Mittelung schlechter geeignet und weist, 
wie schon erwähnt, wesentlich weniger Beobachtungen als die Außenelbe auf; diese liegen aber dafür einiger 
maßen regelmäßig über die Beobachtungstzeit (2.-4. Quartal!) verteilt und können sich, unter richtiger Be 
rücksichtigung des Gewichtes der Einzelbeobachtungen, zur arithmetischen Mittelung über die ganze Beob 
achtungszeit eignen, besonders wenn man einige Stationen zu größeren Gebieten zusammenfaßt. So wurden 
die Stationen 13—15 (oberhalb Cuxhaven bis Ostemündung), die Stationen 16—19 (Ostemündung bis 
Böschrücken) und die Stationen 20—22 (Scheelenkuhlen bis Störmündung) zu einem Gebiet zusammengefaßt, 
während für die Stationen oberhalb der Störmündung einzeln Mittelungen vorgenommen werden konnten. 
Station 26 (Lühemündung) wurde nicht berücksichtigt, da sie nur im Sommerquartal aufgesucht wurde. — 
Wenn auch die hier gewonnenen Mittelwerte eine große Fehlerbreite haben (für die Temperatur beträgt der 
mittlere Maximalfehler der Mittelwerte ±%'), so sind sie dennoch in unserem Falle die wahrscheinlichsten. 
In Abb. 6 und 7 sind die Temperaturmittel des Oberflächenwassers der Außenelbe und der eigentlichen 
Unterelbe graphisch dargestellt: 
Im Winterquartal ist die Abkühlung auf der Strecke Scharhörn—Cuxhaven recht gleichmäßig erfolgt, 
und abgesehen von der küstennahen Gegend bei Cuxhaven ist auch im Sommer der Temperaturgradient der 
Außenelbe sehr gering. Anders liegen die Verhältnisse natürlich in den Übergangsjahreszeiten, in denen sich 
der Einfluß der kontinentalen Erwärmung oder Abkühlung sukzessive geltend macht und dadurch einen 
stärkeren Gradienten (von etwa 1—2° C im Mittel) erzeugt, der im Herbst des EJntersuchungsjahres beson 
ders deshalb stärker ausgeprägt ist, weil schon ab Mitte November relativ niedrige Temperaturen bei östlichen 
Winden auftraten. Durch den in die Helgoländer Bucht und die Elbmündung setzenden Reststrom aus West 
wurde außerdem in die Gegend westlich Scharhörn noch stärker erwärmtes Nordseewasser transportiert, das 
bei der gleichzeitigen intensiveren Abkühlung des eigentlichen Unterelbwassers zur Verschärfung des herbst 
lichen Gradienten beitrug. Überhaupt ist infolge des kontinentaleren Wetters im Untersuchungsjahr (häufige 
Ostwinde im Januar und Anfang Februar und im Herbst und Frühwinter) die Jahresamplitude mit ca. 19° 
um etwa 3—4° größer als das vieljährige Monatsmittel der Amplitude zwischen den Extremwerten (siehe 
Nr. 5, S. 6), wenn auch im Vergleich mit diesem der Verlauf und die Lage der Extremwerte normal ist. 
Infolge des im Mittel nur schwach ausgeprägten Temperaturgradienten läßt sich über irgendwelche 
Sprungzonen in der Außenelbe hier noch nicht viel sagen. Bemerkenswert ist nur die Tatsache, daß im Früh 
jahr die Temperatur westlich Elbe 3 stärker absinkt und im Herbst westlich des Mittelgrundes (also auch in 
der Nähe von Elbe 3) stärker ansteigt. In der Nähe von Elbe 3 scheint also eine intensivere Aufmischung 
mit Nordseewasser aus der Helgoländer Bucht stattzufinden. Auf diese Mischung wird im folgenden noch 
näher eingegangen. 
Die Temperaturmittelung in der eigentlichen Unterelbe (für die Quartale 2—4) ergibt folgende Werte 
reihe (siehe auch Abb. 7) : 
Station: 13-15 16-19 20-22 23 24 25 27 28 
Temperatur: 12,5 12,5 <13,0 >13,0 13,5 <14,0 14,0 >14,0 
In der Außenelbe liegen die Mittel über die entsprechenden Quartale ausnahmslos zwischen 12,5° und 13.0° 
und somit sehen wir, daß das Temperaturmittel im Frühjahr, Sommer und Herbst bis etwa zur Störmündung 
(der mittleren Brackwassergrenze; siehe später) gleichmäßig verläuft, um dann bis zum Hafen um etwa 1,5° 
zuzunehmen.
	        
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