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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums. — 59. Bd. Nr. 4.
VI. Ausgewertete Meteorographenstreifen.
(Hierzu Abbildung 6, Tafel 5.)
Bei der Auswertung der Meteorographenstreifen wurde vorausgese^t, daß die Temperaturangaben des
Thermogramms mit denjenigen der Terminbeobachtungen übereinstinnnten. Die mit dem Thermometer be
obachteten Temperaturen wurden nun als Ordinaten von der Kurve des Thermogramms aus abgetragen
(Abb. 7), und zwar in einem Maßstabe, der so gewählt wurde, daß die Verbindungslinie der Endpunkte der
beobachteten Temperaturen angenähert eine Gerade ergab. Als Basislinie wurde nun die Gerade verwandt,
die so gezogen wurde, daß sie durch möglichst viele Endpunkte ging. Punkte, die aus irgendeinem Grunde
extrem herausfielen, wurden für den Verlauf dieser Basislinie nicht berücksichtigt.
Abb. 8. 19. August 1932 08.00t M. E. Z.
VII. Anhang.
a) Der Islandföhn am 19. August 1932.
Das Teiltief über Island gliederte sich späterhin dem Nordmeerminimum als Randstörung ein (Abb. 8).
Die Position des Schiffes geht aus der Abbildung 9 hervor, die einen Teil des großen Vatnajökull („Wasser-
Ferner“) im SO der Insel zeigt. Das Thermogramm ist leider nicht auswertbar. Die beobachteten Daten
dieses Tages sind:
19. VIII.
20. VIII.
Zeit
Wind
richtung
Wind
stärke
Temp.
rel. Feuchte
o/o
06
w
4
10.1
92
12
WzN
5
10.8
83
16
w
3
11.8
78
18
w
2
13.0
52
06
NE
2
7.7
45
12
WNW
2
9.0
56
15
WzS
2
9.9
75
18
WSW
2
10.3
65
Bei den Vorgängen am Abend des 19. August handelt es sich zweifellos um einen Föhn. Eigenartig ist
das weitere Absinken der relativen Feuchtigkeit am 20. August, verbunden mit einem starken Temperatur
rückgang. Dieser Vorgang ist wahrscheinlich advektiv zu erklären. Die Luftmassen, die Island erreichten,
kamen aus der Gegend des Skoresby-Sund. Auf dem Wege über das Meer wurden sie erwärmt und hatten
so
eine geringere spezifische Feuchtigkeit (Abb. 10, Tafel 6).