Die Witterung an der deutschen Küste im Januar 1911...
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) -
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26
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3.7
4
3.9
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4.2
3.7
3.8
Die Witterung war im Monat Januar. an der deutschen Küste bei durch-
schnittlich um etwa 3 bis 6 mm zu hohem, mittlerem Luftdruck sehr mild — die
mittleren Monatstemperaturen lagen 2 bis 3 Grad über der normalen, Die
Niederschlagssummen erreichten an der Nordseeküste bei weitem nicht die dem
Januar zukommenden, wogegen sie an der Ostseeküste vielfach die Normalbeträge
überstiegen. ‚Die Bewölkungsverhältnisse zeigten im Mittel keine wesentlichen
Abweichungen. Die registrierten Windgeschwindigkeiten ergaben ebenfalls nur
sehr unerhebliche Differenzen gegen. die normalen. Stürmische Winde, .die fast
ausschließlich aus südwestlichen bis nordwestlichen Richtungen wehten, traten
im Gebiet des äußersten Ostens sehr zahlreich auf, nämlich fast täglich mit Aus-
nahme des 3., 7. bis 8,, 14., 20. bis 21. und 31. An der übrigen Küstenstrecke
stellten sich Stürme am 1., teilweise am 4., am 11. bis 12., teilweise am 18. sowie
am 25. und 26. ein... Die vorherrschende Windrichtung während des Monats war
die südwestliche bis nordwestliche, Als heitere Tage stellten sich dar der 10,
13., 23. und 29, bis 31., als Nebeltage der 8. bis 9., 15. bis 19., 21., 24. und 26,
Was die Wetterlage im einzelnen betrifft, so bedeckte am 1. Januar eine
Depression Nordeuropa, die einem. Hochdruckgebiet über Südwesteuropa gegen-
überlag. Sie hatte stürmische südwestliche: Winde im Gefolge, die .am „nächsten
Tage nur noch ganz vereinzelt, namentlich aber im äußersten Osten anhielten,
als sich das Minimum nach Jütland verlagerte. Am 3. schritt letzteres weiter nach
Frankreich fort, wogegen über Nordeuropa ein intensives Hochdruckgebiet er-
schien. Die Winde wehten aus östlichen Richtungen und frischten stellenweise
zu Windstärke 7 auf. Am 4. hatte das Hochdruckgebiet bei sonst nur wenig
veränderter Luftdruckverteilung noch mehr zugenommen, und die Winde
frischten an der Ostseeküste noch etwas stärker auf. An den folgenden Tagen,
nämlich bis zum 10. Januar, verlagerte sich das Hochdruckgebiet anfangs unter
starker Zunahme, später an Höhe abnehmend nach Südrußland, wogegen eine
sehr tiefe Depression über Nordwesteuropa sich allmählich ostwärts ausbreitete
und ihr Minimum nach Nordskandinavien verlagerte. Die Winde gingen dem-
gemäß anfangs nach südlichen, später nach westlichen Richtungen über, und die
Temperaturen, die sich bis zum 7. nahe dem Gefrierpunkt gehalten hatten,
stiegen an der Nordsee- und westlichen Ostseeküste etwas höher an.
Am 11. verschärfte sich die Wetterlage erheblich; über Südwesteuropa
erschien ein Hochdruckgebiet, wogegen eine Teildepression nördlich von Irland
mit dem Minimum über Skandinavien in Verbindung trat. Es entwickelten sich
an der ganzen deutschen Küste stürmische südwestliche Winde, die auch teil-
weise noch am 11. anhielten, wo die Teildepression nach der Ostsee fortgeschritten
und ein Teilminimum über Nordfrankreich erschienen war. An diesem Tage
erstreckte sich ein Depressionsgebiet vom Weißen Meer bis nach Südfrankreich.
Dieses zog am 13. schnell nach Osteuropa ab. Ihm folgte ein Hochdruckgebiet
von den Britischen Inseln nach, das bis zum 15. den Kontinent bedeckte, Der
16. gewann nur für die Östliche Ostseeküste Bedeutung, da an diesem Tage das