Vorwort.
Die vorliegende Zusammenstellung enthält diejenigen meteorologischen Beobachtungen, die
deutsche Schiffe während der Zeit vom August 1932 bis August 1933 im Europäischen
Nordmeer nördlich von 60° N, d. h. in den Seegebieten Faröer-Island, vor der norwegischen Küste,
in Höhe der Bäreninsel und in der Barentssee angestellt haben.
Zum weitaus grüßten Teile handelt es um Beobachtungen deutscher Fisch dampf er.
Die Beobachtungen sind den an Bord der Schifte für die Deutsche Seewarte geführten
meteorologischen Tagebüchern entnommen und nachträglich soweit möglich — an Hand der Wetter
karten — geprüft worden. Ein Teil dieser Beobachtungen ist s. Zt. sogleich drahtlos an die
Deutsche Seewarte übermittelt und in den Arbeitswetterkarten verwertet worden. Die dann noch
fehlenden Beobachtungen wurden nachträglich in die Arbeitswetterkarten eingetragen und diese
entsprechend berichtigt. Diese Arbeitswetterkarten können auf der Deutschen Seewarte eingesehen
werden.
Die Beobachtungen wurden ebenfalls in der im Aufträge der Internationalen Meteorologischen
Organisation von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Wetterkarte der Nordhalbkugel für das
Polarjahr 1932/33 verwertet.
Die Beobachtungen wurden in freiwilliger Mitarbeit angestellt; den beteiligten Kapitänen
und Schiffsoftizieren sowie den Reedern gebührt hierfür voller Dank.
Die Beobachtungen und ihre tabellarische Wiedergabe.
Alle Beobachtungen sind auf Grund des internationalen Schiffswetterschlüssels (Kopenhagen
1929) angestellt worden, und zwar — da die Verhältnisse an Bord der Fischdampfer für die Be
obachtungen besonders schwierig liegen — überwiegend abgekürzt für die ersten 4 Gruppen des
Wetterschlüssels; in diesen sind aber bereits die wichtigsten Beobachtungsdaten enthalten.
Wenn nach dem vollständigen Wetterschlüssel beobachtet wurde, so stammen die Beob
achtungen zumeist nicht von Fischdampfern, sondern von Handelsschiffen oder Fischereischutz
ausübenden Schiffen der Kriegsmarine.
Die Beobachtungen sind fast ausschließlich zu den international festgelegten Terminen nach
Greemvich-Zeiten 0 h , 6 h , 12 h , 18 h angestellt ; hierbei überwiegen jedoch die 6 h - und 18 h -Termin-
beobachtungen.
Der Luftdruck ist an Bord der Fischdampfer mit einem Aneroid, auf den anderen Schiffen
mit einem Quecksilberbarometer bestimmt worden; in beiden Fällen handelt es sich meistens
um schiffseigene, nur zum Teil von der Seewarte geprüfte Instrumente.
Zur Messung der Lufttemperatur ist durch die Seewarte auf die Fischdampfer ein „Schleuder
thermometer“ (ohne besonderen Strahlungsschutz), auf die übrigen Schiffe eine „Bordthermometer
hütte“ (Innenraummaße: Höhe = 39, Breite = 18, Tiefe = 17 cm) mit entsprechenden An
weisungen gegeben worden.
Die Messung der Temperatur des Oberflächenwassers erfolgte in der üblichen Weise nach
der Pützenmethode (Anweisung der Seewarte).
Im übrigen galten für die Anstellung der Beobachtungen die an Bord gegebenen Anweisungen
der Deutschen Seewarte: „Anweisung zur Führung des kleinen meteorologischen Tagebuches“,
Hamburg 1932, und „Schlüssel und Anweisung zur Aufstellung von Seeobs-Telegrammen“, 3. Aufl.,
Hamburg 1930.