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Full text: 58, 1938

Gert Hendrik Scheepers: Maisanbau und Klima im sogenannten Maisdreieck der Südafrikanischen Union 47 
Indes darf nicht übersehen werden, daß reicher Sonnenschein ein unbedingtes Erfordernis für das Wachs 
tum der Maispflanze ist. Es ist somit nicht der Sonnenschein unmittelbar, sondern der Mangel genügender Feuch 
tigkeit in heißen Erntejahren, der von schädlichen Folgen für die Entwicklung der Maispflanze ist. 
Die Transpiration erfolgt nicht nur seitens der Maispflanze, sondern auch seitens des Unkrautes. Nach an- 
gestellten Untersuchungen verbraucht das Unkraut sogar eine größere Menge Wasser auf die Einheit trockenen 
Stoffes als die Erntepflanzen. Dieses trifft besonders für das Maisdreieck mit seinen starken Transpirations 
erscheinungen zu. Eine Untersuchung zur Feststellung des Einflusses des Unkrautes auf den Maisertrag ergab, daß 
die mit Unkraut gemischten Versuchsfelder im Durchschnitt nur 17% der Erträge von Unkraut freier Felder 
brachten39. Die Zunahme des Unkrautes auf vielen Maisländereien ist daher eine Erscheinung, der alle Auf 
merksamkeit gewidmet werden muß. 
Verluste durch Hagelschlag. 
Der Hagel mit seinen folgenschweren Wirkungen muß gleichfalls zu den Faktoren gerechnet werden, die 
die Wechselbeziehung zwischen Niederschlag und Maisertrag stören. Obgleich die Niederschläge während eines 
Erntejahres in genügender Menge fallen, kann die Ernte weit hinter dem normalen Stand Zurückbleiben, wenn 
heftige Hagelstürme gerade in der Blütezeit des Maises auftreten. 
Als Beispiel für die Heftigkeit solcher Hagelstürme und deren enorme Schäden möge der gewaltige 
Sturm genannt werden, der am 25. Dezember 1923 über Pretoria und den umliegenden Gebieten gewütet hat. Der 
Hagel war durch die besondere Größe der Körner gekennzeichnet. Das größte Stück, das gemessen wurde, hatte 
ungefähr 10x9x5 cm. Acht andere Stücke wogen im Durchschnitt je 113 g. Der Schaden war daher enorm. 
Folgende Schilderung gibt eine Vorstellung von der Gewalt dieser Naturerscheinung 38 * 40 : 
“The hail might have been mistaken for a shower of snowballs, but for the deafening noise of 
impact on roofs and ground, the Stripping of foliage and large branches from trees, the snapping of 
telephone wires as though they were threads, the smashing of Windows and the Perforation of tiled roofs 
like so much paper.” 
Der gesamte Schaden belief sich auf etwa 80 000 £. Man zeigt im Transvaal-Museum in Pretoria noch 
heute von Hagel durchlöcherte Wellblechdächer. 
Die folgenden Beispiele 41 in dem Piet Retief und dem Wakkerstroom-Distrikt beweisen, wie sehr diese 
Gebiete unter Hagelschlag gelitten haben. Ein Hagelsturm am 19. November 1908 im Wakkerstroom-Distrikt tötete 
300 Schafe. Am 15. Januar 1910 erreichten die Hagelkörner ein Gewicht von 450 g. Dadurch wurde viel Vieh 
getötet und weite Strecken Landes wurden verwüstet. Zwei Tage später vernichtete ein Sturm wiederum zahlreiche 
Schafe und verwundete sonstiges Vieh. Sämtliche Fenster einschließlich ihrer Holzrahmen wurden in den be 
troffenen Gebieten zerstört. Stellenweise lag der Hagel 50 cm auf dem Boden. Zum Schmelzen gebrauchte diese 
Menge elf Tage. Am 3. Dezember 1916 vernichtete ein Hagelsturm im Piet Retief-Distrikt sämtliche Ernten, brach 
Telegraphen- und Telephonleitungen entzwei, durchschlug Blechdächer und Wasser-Behälter und tötete wieder 
zahlreiches Vieh. Die Hagelkörner hatten einen Durchmesser von mehr als 5 cm und häuften sich etwa % m hoch 
auf der Erde. 
Das Witwatersrandgebiet hat während der siebzehn Jahre 1913 bis 1929 zusammen 51 starke Hagelstürme 
gehabt, ganz abgesehen von der sehr großen Anzahl kleinerer Stürme. In dieser Zeitspanne gab es nicht ein 
Jahr, das frei von heftigen Stürmen war. 1917 traten etwa sechs heftige Stürme auf; einer dieser dauerte eine 
ganze Stunde. Von der großen Anzahl der Stürme wurden nur zwei außerhalb des Maiserntejahres verzeichnet. 
Es dürfte wohl kein Land auf der ganzen Erde geben, das unter so heftigen und sich wiederholenden Hagel 
stürmen zu leiden hat, wie die Hochländer der Union, deren geographische Lage und Reliefgestaltung die Ent 
wicklung dieser begünstigen. Es müssen also bei der Untersuchung des Einflusses der Witterungserscheinungen auf 
die Maisproduktion in dem Maisdreieck auch die Hagelstürme näher betrachtet werden. 
a) Die Verteilung über das Jahr. 
Die Hagelstürme sind nicht gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt, sondern hängen mit der jahreszeit 
lichen Verteilung der Niederschläge zusammen (siehe Tabelle XXXII). 
38 Wimer, D. C. and Harland, M. B.: “The Cultivation of Com — Weed Control vs. Moisture Conservation”. University of 
Illinois Agric. Exp. Station Bulletin No. 259, S. 187. 
40 Cox, G. W.: “Hailstorm at Pretoria and Vicinity, 25th December, 1923.” 
41 Meteorologiese Kantoor, Pretoria.
	        
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