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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte usw. — 58. Band, Nr. 1
Der Umstand, daß die jährliche Verdunstung vor allem die während des Erntejahres stattfindende, wegen
der Temperaturverteilung (s. Fig. 22), in den Gebieten mit niedrigem Niederschlag (s. Fig. 10) zunimmt, ist für
den dortigen Maisanbau von nachteiligen Folgen. Die ohnehin geringen Niederschläge verdunsten wieder sehr
schnell, anstatt für den Mais einen Vorrat zu bilden. Das erklärt die Tatsache, daß die westlichen und nördlichen
Distrikte des Maisdreiecks im allgemeinen geringere Erträge als die östlichen liefern.
Die Verdunstung im Maisdreieck wird vor allem begünstigt durch:
1. die besonders während der Sommermonate hohen Temperaturen, die das Verdunstungsvermögen vergrößern;
2. das Fehlen von Wolken und die große Zahl sonniger Tage. Der Regen kommt meist in Form von leichten
Schauern herunter, die Regengüsse und Gewitter sind nur von kurzer Dauer;
3. die Luftströmungen und die Winde, die die feuchte und gesättigte Luft fortführen. Auf den Hochländern
setzen sehr oft nach einem ausgiebigen Regen trockene Wände ein, so daß die Erdkruste durch Entziehung
der Feuchtigkeit steinhart wird;
4. die Trockenheit der Atmosphäre. Die mittlere relative Luftfeuchtigkeit schwankt zwischen 60 und 70%.
Auf die großen Feuchtigkeitsverluste im Maisdreieck als Folge der dort starken Verdunstungserscheinung
sind zum großen Teil trotz genügender Niederschlagsmengen in manchen Erntejahren die geringen Erträge zurück
zuführen.
Verlust durch Transpiration.
Der üppige Blätterwuchs der Maispflanze und des Unkrautes bringt durch Transpiration weiter einen
großen Feuchtigkeitsverlust mit sich. Zwar wird ein Teil des Wassers zum Aufbau der Pflanze gebraucht, aber
die Menge des Transpirationswassers im Maisdreieck ist außergewöhnlich groß, da die klimatischen Verhältnisse
die starke Blattverdunstung dort begünstigen.
Die Verluste durch Blattverdunstung stehen in einem Verhältnis zur natürlichen Verdunstung einer Wasser
fläche. Beide sind von denselben Faktoren wie hohe Temperaturen, Fehlen von W T olken, Auftreten zahlreicher
sonniger Tage, schnelle Luftbewegung zusammen mit Lufttrockenheit abhängig.
In den Erntejahren 1931/32 und 1932/33 wurden in Pretoria Transpirationsversuche mit Mais gemacht. Die
Resultate sind in Tabelle XXXI angegeben 37 .
Tabelle XXXI.
Transpiration per Maispflanze in einer Wachstumsperiode
in Pretoria.
Transpiration in Liter
1932 1933
1
108,1
109,8
2
112,9
100,4
3
100,4
104,9
4
101,0
118,0
Durchschnitt
105,6
108,3
Jede Maispflanze verbrauchte also etwa 107 Liter Wasser während des Wachstums. Diese Menge ist außer
gewöhnlich hoch und ist zum großen Teil auf das zahlenmäßige Überwiegen sonniger Tage sowie die hohe Licht
stärke an denselben zurückzuführen. Bei Versuchen wurde festgestellt, daß der Mais im Licht weit mehr Wasser
verbraucht als in der Dunkelheit, und zwar in folgendem Verhältnis 38 :
in der Dunkelheit 97,
in zerstreutem Licht 114 und
in direktem Sonnenschein 785.
87 Die Messungen sind mir von Herrn W. R. Thompson zur Verfügung gestellt.
88 Burtt-Davy, Joseph: “Maize: Its History, Cultivation, Handling & Uses”. ‘Botanical Characters’, S. 85.